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Lilies Diary | 13. Februar 2018

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15 Kommentare

Ein Buch, das mein Leben verändert hat – das Café am Rande der Welt

Christine

„Es hat mein Leben verändert.“ Das ist schon ein sehr krasser Satz. Wie oft passiert denn etwas, was euer Leben wirklich nachhaltig verändert? Oft sieht man einen Effekt für ein paar Tage, vielleicht auch Wochen und dann ist er wieder weg. Doch der Satz ist in dieser Sache wirklich passend, denn wie würdet ihr Folgendes sonst beschreiben? Ich wache seit dem Buch “Das Café am Rande der Welt” (Affiliatelink) jeden Morgen auf und denke anders über Dinge nach, strukturiere meinen Tag nach neuen Kriterien, stelle wieder mich ins Zentrum von Entscheidungen und nicht alle Pflichten und Anforderungen, die von außen auf mich einprasseln.

Dieses Jahr habe ich mich viel mit folgender Frage beschäftigt: Was will ich? Und ich kann sagen, dass ich der Antwort sehr nahe gekommen bin. Doch es hat gedauert, über ein Jahr. Es war ein Prozess, der langsam angefangen hat und für den ich einiges tun musste. Als Erstes – Ausreden abschaffen. Ich kann das nicht machen, weil … Eine Million Sachen mir gerade wichtiger erscheinen, sie es aber eigentlich nicht sind. Um das noch einmal wirklich zu verstehen, kann ich das Buch „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky empfehlen. Hier kommen 7 Dinge, die ich aus diesem Buch “Das Café am Rande der Welt” ziehen konnte.

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Das Café am Rande der Welt – 1. Was ist der Zweck deiner Existenz. Warum bist du hier?

Eine gute Frage. Aber keine leichte. Viele werden wahrscheinlich darauf antworten: Um eine Familie zu gründen und Nachwuchs zu bekommen. Doch was, wenn der passende Partner nicht zu finden ist oder die Natur es eben nicht in ihrem Plan vorgesehen hat, euch Kinder zu schenken? Ist man dann zwecklos? Keineswegs und ich finde die Antwort „Um eine Familie zu gründen und Nachwuchs zu bekommen“ auch nicht passend.

Viel interessanter finde ich die Vorstellung auf sein Leben zurück zu schauen: Auf was war ich stolz? Was hat mich glücklich gemacht und das im besten Fall erreicht zu haben? Es gibt darauf keine allgemein gültige Antwort. Jeder muss seinen eigenen Zweck der Existenz finden und es ist nicht einfach, denn wir sind so geprägt von unseren bisherigen Erfahrungen und von unserem ganzen Umfeld, dass uns ständig durch Werbung oder Social Media weißgemacht wird, was wir brauchen, um glücklich zu sein.
Da steht nie: Finde heraus, was dein Zweck ist, um glücklich zu sein, sondern kaufe dieses Shampoo, ziehe diesen Pullover an und mische dieses Pulver unter dein Müsli. Außerdem erfordert es Zeit, dem Zweck seiner Existenz und der Leidenschaft näher zu kommen. Das geht nicht zwischen Meeting und Call.

Für mich war der Sommer am Meer eine unglaublich wichtige Zeit. Raus aus dem Alltag, an einem ganz anderen Ort und von so viel Menschen besucht zu werden, die mich alle inspiriert und vielleicht auch unbewusst meine Stärken gezeigt haben. Gastfreundschaft. Inspirieren. Ermutigen.

Das Café am Rande der Welt – 2. Loslassen von Menschen, Dingen und Pflichten

Eine weitere, wunderschöne Geschichte in diesem Buch handelt von einer grünen Meeresschildkröte. Ich möchte gar nicht zu viel verraten, weil ich hoffe, dass ihr das Buch selbst noch lest. Die Quintessenz von der Geschichte der grünen Meeresschildkröte – Loslassen von allem, was uns viel Energie und vor allem Zeit kostet. Wenn wir nur jeden Tag 20 Minuten mit einer Sache verbringen, die uns nichts bedeutet, dann sind das auf 53 Jahre hochgerechnet ein ganzes Jahr. Irre. Haltet euch bei allem, was ihr macht, einmal den Spiegel vor Augen. Macht mir die Tätigkeit Spaß? Wenn nein, muss ich sie machen? Wenn ja – gibt es keine andere Möglichkeit?

Christine-Neder-Taghazout-Dorf

Um so etwas wie meine Steuer werde ich nie rumkommen. Den größten Teil habe ich abgegeben, aber ein bisschen was bleibt einfach an mir hängen. Das Gleiche gilt für Menschen. Treffe ich sie gerne? Tun sie mir gut? Wenn nein, warum schenke ich ihnen trotzdem meine wertvolle Zeit?

Das Café am Rande der Welt – 3. Einen Tag leben, der perfekt ist

Ich selbst habe noch nie an die Zeit gedacht, wenn ich in Rente gehe und „endlich“ frei bin. Doch ich bekomme es oft bei Bekannten meiner Eltern mit, die sich so sehr auf die Zeit gefreut haben, ab der sie „frei“ sind und dann in ein Loch gefallen sind. Woher soll ich plötzlich wissen, was mir Spaß macht, was der Zweck meiner Existenz ist, wenn ich ihn nie gesucht oder ausgelebt habe?

Für mich ist ganz klar – und da bin ich wohl auch schon ein großes Stück vorangekommen – ich will immer arbeiten. Denn es ist das, was mich erfüllt und mir Spaß macht. Erst letzte Woche habe ich einen sehr persönlichen Post geschrieben: Angst und Ahnungslosigkeit ist der Anfang von träumen. Das Buch hat mir mit einer passenden Geschichte genau noch einmal das unter die Nase gerieben, was ich selbst immer wieder falsch mache. Ich will mehr, mehr, mehr. Ich denke, dass ich mit wenig nicht zufrieden sein darf.

Strand Christine Neder

In der Geschichte geht es um einen Geschäftsmann auf Reisen. Er sieht einen Fischer am Hafen, der besonders fröhlich aussieht und fragt ihn, was er den ganzen Tag macht. Er frühstückt mit seiner Familie, geht fischen, so dass es für das Abendbrot reicht, abends macht er mit seiner Frau einen Strandspaziergang und geht dann zu Bett. Der Geschäftsmann kann nicht glauben, dass jeder Tag des Fischers gleich aussieht. „Warum fischen sie nicht mehr? Kaufen ein zweites Boot? Stellen andere Fischer ein? Eröffnen ein Büro und verdienen viel mehr Geld?“, fragt der Geschäftsmann. „Wieso?“ will der Fischer dann wissen. Die Antwort: Um mehr Geld zu verdienen, sich schneller zur Ruhe zu setzen und das zu machen, woran man wirklich Spaß hat. Doch der Fischer würde nichts ändern, denn er würde das Gleiche machen: mit seiner Familie frühstücken, fischen gehen, so dass es für das Abendbrot reicht, abends mit seiner Frau einen Strandspaziergang machen und dann zu Bett gehen. Wir sollten nicht die Zeit damit verschwenden mehr haben zu wollen, sondern das richtige zu finden!

Das Café am Rande der Welt – 4. Glückliche Menschen haben Glück

Das ist eine gewagte These. Haben glückliche Menschen wirklich mehr Glück? Ich würde sagen, sie haben auf jeden Fall mehr Vertrauen in das Schicksal. So ist es wenigstens bei mir. Ich denke, dass alles einen Sinn hat. Das jedes Ereignis mir etwas zeigen oder lehren wird und oft habe ich damit auch so viel Glück. Beispielsweise unser Sommer in Portugal. Ich habe die ganze portugiesische Küste von Porto bis Faro nach Häusern abgesucht und ich bin genau in Aljezur gelandet, den für mich schönsten Ort der Welt. Und zufällig ist unser Vermieter Architekt und kann uns vielleicht helfen, den Traum vom eigenen Zuhause in Portugal zu erfüllen. Schon irre – viele Zufälle.

Die erste Wohnung, die wir eigentlich kaufen wollten, war dann leider schon weg. Ich habe mich kurz darüber geärgert und dann wurde mir ziemlich schnell bewusst – das ist ein Zeichen. „What goes around, comes around.“ – so kommt es mir auch manchmal bei der Einstellung zum Leben vor. Natürlich ist man nicht immer nonstop happy und es gibt Situationen, in denen man auch verzweifelt. Mit Yoga habe ich eine Form gefunden, Probleme zu verarbeiten. Günstiger und schneller als ein Psychologe und für mich sehr effektiv. Natürlich neben dem Schreiben. Funktioniert bestimmt auch nicht für jeden, ich kann immer nur von meinen Erfolgen berichten.

Das Café am Rande der Welt – 5. Eigenverantwortung und Minimalismus

Zwei wichtige Aspekte aus dem Buch “Das Café am Rande der Welt” sind Eigenverantwortung und Minimalismus. Mit dem Thema Minimalismus beschäftige ich mich seit letztem Jahr. Bis jetzt habe ich immer nur den Ansatzpunkt gesehen, dass weniger besitzen heiß, sich um weniger Dinge kümmern, weniger Entscheidungen treffen zu müssen und so Zeit zu sparen. Doch um uns all die Dinge leisten zu können, müssen wir auch arbeiten.

Mir macht mein Beruf Spaß, deswegen ist es für mich keine „Qual“ wie für manch andere. Doch wenn ich einen Beruf ausübe, den ich nicht mag, versuche ich mich oft mit Dingen zu belohnen, um einen Ausgleich zu schaffen. Nach einer überstandenen Woche ein neues Kleidungsstück oder Dekozeug für die Wohnung. Warum nicht einmal den Ansatz wählen, weniger zu kaufen, weniger Geld auszugeben und dann als Schlussfolgerung irgendwann weniger Arbeiten zu müssen, um mehr Zeit zu haben für das, was man liebt, den Zweck der Existenz.

Und wenn ihr jetzt denkt: „Wie soll das gehen? Das schaff ich nie!“ – Blödsinn! Ich möchte euch noch etwas mit an die Hand geben – „Trotz allem, was uns beigebracht wird und was wir glauben sollen, trotz allem, was wir in der Werbung hören oder was wir empfinden, wenn wir in der Arbeit gestresst sind – wir alle kontrollieren jeden Moment unseres Lebens selbst!“ (Aus dem Buch „Das Café am Rande der Welt“)

Das Café am Rande der Welt – 6. Gleichmut entdecken

Gleichmut hört sich jetzt erst einmal etwas negativ an. Passiv und mit einem egoistischem Touch. Doch manchmal ist genau der Gleichmut und die Erkenntnis, wie klein und nichtig wir auf der Welt sind, der Schlüssel zum Glück. Gleichmut hat eigentlich nur wieder etwas mit „Dinge loslassen“ zu tun. Gefühle loszulassen. Ärger loslassen, Trauer loslassen, Negatives loslassen und all dem gleichmütig gegenüber stehen. Ich habe mich neulich mit einem Bekannten getroffen, der mich total mit einer Geschichte begeistert hat: Er war zehn Tage im Schweigekloster und eines der wichtigsten Sachen, die er dort gelernt hat – Gleichmut.

Das Café am Rande der Welt

Das fällt mir unglaublich schwer, da ich ein sehr, nennen wir es mal impulsiver, Mensch bin. Und ich möchte auch meine Höhen und Glücksgefühle im vollen Umfang erleben. Doch bei negativen Stimmungen würde mir ein bisschen Gleichmut nicht schaden.

Das Café am Rande der Welt – 7. Was ist nun der Zweck deiner Existenz?

Diese Frage kann ich für euch nicht beantworten. Aber ich denke, ich bin meinem ein großes Stück näher gekommen. Das Buch “Das Café am Rande der Welt” hat mir einen bestimmten Aspekt meines Lebens, den ich sehr gerne mag, aber mir nicht zutraue, unter der Nase gerieben: Menschen zu helfen ihren Zweck zu finden. Oder zumindest eine Richtung oder einen Weg.

So wie ich seit über fünf Jahren Menschen auf die Reise durch die Welt mitnehme, möchte ich so gerne Menschen auch bei der Reise zu sich selbst und zu ihrem Zweck der Existenz helfen. Das würde mich erfüllen. Das macht mir glücklich und ich denke, da ich selbst schon auf einen sehr gutem Weg bin, kann ich mir das auch zutrauen.

Das Buch “Das Café am Rande der Welt” von John Strelecky hat mich so neugierig gemacht auf mehr. Im Januar werde ich ein Seminar von ihm besuchen im Hamburg. Wenn ihr wollt, berichte ich davon, schreibt mir einfach ein Kommentar!

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Kommentare

  1. Eric Bahr

    Liebe Christine,
    wieder mal ein sehr schöner Text. Ich habe letztes Jahr angefangen mit dem loslassen. Es tut echt gut.
    LG Eric

  2. Busse

    Liebe Christine,
    Es wäre toll wenn du vom Seminar berichten würdest!liebe grüße, tanja

  3. Hannelore Bayer

    Christine du kannst weiterlesen. Wiedersehen im Café am Rand der Welt, vielleicht findest du noch etwas Interessantes.

  4. Das Buch hört sich richtig gut an und ist gerade eben auf meine Leseliste gewandert – Danke dafür! Vor allem der Punkt, dass glückliche Menschen Glück haben, kann ich mir tatsächlich sogar sehr gut vorstellen. Ich denke, man weiß dann auch “kleine Dinge” mehr zu schätzen wenn man glücklich ist und empfindet manches daher viel intensiver als jemand, der immer nur gefrustet durch die Welt läuft.

    • Christine

      Hast du auch eine Buchempfehlung zu dem Thema?

      • Da muss ich tatsächlich passen. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mich so richtig geflasht hat oder mir aufgrund seiner Story so in Erinnerung geblieben ist… traurig, oder? :/

        • Christine

          Dann lese das doch einfach. Vielleicht packt es dich ;)

  5. Steffi

    Liebe Christine,

    vielen Dank für diesen wunderschönen Blogpost! Ich selbst habe das Buch jetzt schon zwei Mal gelesen und bin genauso begeistert wie du. Berichte doch gerne von deinem Seminar, das würde mich total interessieren. Alle Punkte, die du genannt hast, sind so einfach und liegen auf der Hand, doch genau diese Punkte sind es, die uns Menschen in einer Zeit von Social Media und Schnelllebigkeit am Schwersten fallen. Deshalb finde ich es umso schöner, dass du uns mit deinem Post noch einmal daran erinnerst. :-)

    Viele Grüße,
    Steffi

    • Christine

      Ich schreibe bald drüber :)

  6. Man sollte alle Bücher von John Strelecky lesen, genießen und dann versuchen sein leben zu hinterfragen. Am schönsten ist es wenn man diese Bücher mit seinem Partner / Partnerin gemeinsam liest. Für mich persönlich war es sein Buch “Safari des Lebens” wo ich mich so tief wieder gefunden habe und Gänsehaut bekommen habe. Da ich es auch so bei meinem 2. Besuch in Afrika erlebt habe.

    Grüsse sendet Daniela

    • Christine

      Werde ich alle lesen!

  7. Cornelia

    Toller Artikel liebe Christine,ich danke dir herzlich dafür! …ich liebe es deine Geschichten über das Leben zu lesen…sie erinnern mich immer wieder daran mir bewusst zu machen, was MIR in MEINEM Leben wichtig ist! Herzliche Grüße aus Österreich!

    • Christine

      Sehr gerne :)

  8. Michaela

    DANKE für diesen super tollen Buchtipp, Christine – ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal ein Buch so “verschlungen” habe :-) – eine heitere Geschichte mit Tiefgang! So wie auch vieler deiner Artikel, regt das Buch zum “Aufräumen” im ICH und Umfeld an…- oft hapert es dann halt bei der Umsetzung ;-)

    Gerne mehr so tolle Buchtipps :-) – liebe Grüße aus Österreich, Michaela

    • Christine

      Ok wird folgen :)

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