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Lilies Diary | 23. September 2017

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7 Kommentare

Ein Sommer am Meer – Unsere Auszeit in Portugal

Christine

Da sitze ich nun, am Esstisch, in unserem vorübergehenden, neuen Zuhause und kann das Meer sehen. Genau so habe ich mir das vorgestellt. An dem Tisch will ich sitzen und mein neues Buch schreiben, einfach die Zeit vergessen und die Aussicht genießen und ganz oft mit Freunden dasitzen und den Moment genießen. 3.000 km und 5 Tage sind wir fast einmal durch ganz Europa gefahren um nun hier drei Monate eine Auszeit zu nehmen. Ich gebe zu, vor der Reise musste noch an 100 Sachen gedacht werden: mit Boris zum Tierarzt, Blumensitter finden, B&B Hotels für die Hinreise buchen und natürlich packen. Was ich hier in Portugal will? Eine Auszeit vom Reisen, vom immer Kreativ sein, vom 1.000 Sachen gleichzeitig machen und immer da sein. Ich will jetzt aber mal weg sein. Weit weg. Und unglaublich, ich bin da – weit weg.

Portugal

Letztes Jahr

Letztes Jahr. 2016. Viele Menschen können ihr Leben anhand von Jahreszahlen Revue passieren lassen. Ich nicht. Keine Ahnung was 2015 war. Keine Ahnung, wann ich mein Abitur gemacht habe. Keine Ahnung welche entscheidenden Ereignisse in welchem Jahr waren. Ich glaube jedoch 2016 kann ich mir merken. 2016 war das Jahr, in dem ich aufgewacht bin. Ein lieber Mensch ist gegangen. Für immer und hat ein großes Stück meiner Unbekümmertheit und Leichtigkeit mitgenommen. 2016 hat mir die Augen geöffnet, wie schnell alles vorbei sein kann, wie oft wir sagen „ich würde gerne noch“ und nichts passiert. 2016 hat mich verändert. Es gibt kein später mehr. Jetzt oder nie. So sollten wir leben.

Vor 12 Monaten

Jede große Tat beginnt mit einem Gedanken. Ein Funke, der überspringt. Ein Geistesblitz. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich mit Paul auf der Dachterrasse von der Surfers Lodge in Peniche saß. Wir waren für eine Woche Surfen in Portugal. Ich wollte ihm den Sport zeigen, der mein Herz im Sturm erobert hat. Es war ein wunderschöner Abend. Ich saß mit einem Glas Wein müde und erschöpft vom Surfen über den Dächern von Baleal, als die Sonne den Himmel langsam rot färbte.

Surfboard-Wedding

„Warum wohnst du denn eigentlich in Berlin?“, fragte mich Paul.
„Mh, na eigentlich wohne ich wegen dir da.“ antwortete ich ihm.

Berlin war ein Kompromiss. Na ja, nicht wirklich. Eigentlich wollte ich immer wieder nach München zurück kommen, aber ich habe es nicht geschafft. Für mich als Selbstständige ist Berlin einfach beruflich tausend Mal besser. Dann hat Paul ein Jobangebot aus der Hauptstadt bekommen und ist zu mir gezogen.

„Na ja, und ich wohne eigentlich wegen dir in Berlin.“ merkt Paul an.
Wir könnten jetzt darüber streiten, wer wegen wem wohin gezogen ist. Aber darum geht es gar nicht. Ich weiß, was er sagen will. Warum wohnen wir nicht hier? Am Meer? Es war immer mein Traum einen Sommer am Meer zu verbringen. Ich wollte wissen, ob das Meer nur zwei Wochen im Jahr glücklich macht, wenn man Urlaub hat, oder immer. Und dann habe ich mich an meinen Vorsatz erinnert: Jetzt oder nie. Ist das realistisch? Kann ich einen Sommer am Meer verbringen?
Ja! Warum nicht? Ich kann von überall aus arbeiten und ich habe schon lange das Gefühl einmal wieder länger an einem Ort bleiben zu wollen. Die letzten 4 Jahre war ich nie länger als 4 Wochen am Stück an einem Ort. Irgendwie irre. Und langsam merke ich es. Ich bin müde. Müde vom Reisen. Mein Kopf ist voll. Ich brauche eine Auszeit.

Peniche-Küste

Vor 10 Monaten

Ich mach das. Ich verbringe den Sommer am Meer. Seit vier Wochen bin ich fast täglich auf irgendwelchen Buchungsplattformen für Ferienhäuser unterwegs und schaue mir Häuser an. Drei Kriterien müssen sie erfüllen.

  1. Hunde müssen erlaubt sein, denn Boris kommt mit.
  2. Ich brauche passables Internet
  3. Ich will ans Meer! Direkt ans Meer. Ich will früh aufstehen und das Meer sehen.

Seit 4 Wochen denke ich mir jeden Tag. Zu teuer. Zu hässlich. Nicht am Meer. Dann gehe ich noch mal auf Facebook. Ich hatte einen Aufruf gemacht, ob jemand eine Wohnung in Portugal kennt. Ich gehe noch mal alle Links durch und bleibe beim Ocean Beach House hängen. Sieht ja eigentlich mega schön aus. Ich sehe nur keinen Meerblick. Ich schreibe dem Besitzer eine kurze Mail. Frag ob ich noch weitere Fotos sehen kann, ob das Haus noch frei ist in meinem Zeitraum und ob ich früh das Meer sehe. Es kommen weitere Fotos, es ist wirklich traumhaft, es hat Meerblick und ist noch frei. Ich buche und freue mich wie eine Schneekönig und schicke den Link vom Haus an alle Freunde und lade sie ein.

Vor 9 Monaten

Was mache ich denn jetzt eigentlich 3 Monate in Portugal? Ich kann da ja nicht nur sinnlos rumhängen. Was auf jeden Fall klar ist, ich will Surfen lernen. Ich weiß noch, als ich das erste Mal mit dem Brett ins Meer gegangen bin. Es war Zauberei. Ich habe mich verliebt. In die Wellen. Das Meer. Mein Board. Es gibt wenige Momente in denen ich wirklich schaffe an nichts zu denken. Surfen ist einer davon. Deswegen liebe ich es so.

Christine-Neder-Surfer-Lodge

Es gibt da aber noch so einen Traum, der seit ein paar Jahren in mir schlummert. Ich möchte wieder ein Buch schreiben. Die ganze Zeit habe ich es mit einem Roman versucht. Ich habe Seminare besucht, mich auf die Insel Juist abgesetzt um zu schreiben aber dann doch festgestellt, dass ich noch nicht bereit dafür bin. Ich habe so viele Gedanken und Ideen im hier und jetzt, dass es mir schwer fällt etwas zu „erfinden“. 2016 war so ein intensives Jahr, dass ich gerne über all die Erkenntnisse ein Buch schreiben möchte. „Ein Sommer am Meer“ soll es heißen und erzählen über Freiheit und Freundschaft. Es kam erst die letzten Jahre, dass ich mir so wirklich Gedanken über das Thema Freundschaft gemacht habe. Dass ich einmal alle aussortiert habe, die mir nicht gut getan haben und mich auch immer wieder frage, was erwarte ich von Freunden?

Ich habe so viele Gedanken, die ich aufschreiben möchte und so viele Freunde eingeladen, die hoffentlich noch mehr Geschichten für mich parat haben. Ein Buch schreiben und surfen. Ja, das will ich machen.

Vor 3 Monate

Es geht bald los. Wahnsinn. Was mit einer fixen Idee angefangen hat, beginnt in ein paar Wochen. Paul ist mittlerweile Selbstständig. Ich denke, dass ich das Haus am Meer gebucht habe und auch ohne ihn gefahren wäre, hat ihn angespornt es endlich zu wagen und sein eigenes Ding zu machen. Es wird Zeit sich um ein paar Dinge zu kümmern, die man so machen sollte, wenn man länger ins Ausland geht.

  1. Mit dem Hund zum Tierarzt
    Er hat noch mal alle Impfungen bekommen und ein Mittel gegen Zecken, die im Süden von Europa leider gefährlicher sind.
  2. Versucht die Wohnung zur vermieten
    Das ist leider ein Versuch geblieben. Obwohl ich extra eine bezahlte Anzeige bei Immobilienscout geschaltet habe, hat sich niemand gefunden. Pech.
  3. Zusatzversicherung für das Ausland abgeschlossen
    Ja, was ich auch nicht wusste, dass eine Zusatzversicherung fürs Ausland nur ca. 60 Tage gültig ist. Deswegen musste ich da noch extra etwas abschließen.
  4. Die Route planen
    Ich gebe zu, mit diesem Punkt war ich erst völlig überfordert. Es gibt gefühlt 100 Routen nach Portugal. Zum Schluss haben wir unseren Roadtrip entlang der B&B Hotels in Europa geplant.

Die Route:

In den Hotels gab es kostenloses WLAN, sodass ich gut arbeiten konnte, sie lagen ziemlich direkt an der Autobahn, so dass wir nicht große Umwege machen mussten und wenn man ganz spät ankommt muss man sich auch keine Sorgen machen, es gibt nämlich einen Check-In-Automaten an dem jeder Gast eine 6-stelligen Zugangscode für die Zimmertür bekommt und so rein und raus kann, wann er will.

B&B Erlangen

3 Tage vorher

Packen für 3 Monate. Ganz schön aufregend, denn die wichtigen Dinge sollte man auf keinen Fall vergessen. Ansonsten habe ich wirklich versucht nicht zu viel mitzunehmen. Unser Haus hat eine Waschmaschine und ich gehe mal davon aus, dass es immer 25 Grad hat und Sonnenschein, so dass ich immer im Kleid rumhüpfen kann. Ich habe als erstes alles was ich denke möchte ich mitnehmen auf den Boden gelegt. Dann habe ich alles noch einmal angeschaut und aussortiert und bevor ich alles in den Koffer gelegt habe auch noch mal ein paar Teile raus genommen.

Hier erkläre ich noch einmal mehr zu unserer Reisevorbereitung:

Und dann ging sie los, die Reise.

Ich habe mir das seit Monaten vorgestellt. Wie wird das wohl alles sein. Und jetzt bin ich wirklich da. Morgen geht es zur ersten Surfstunde und ein paar neue Ideen für das Buch kamen auch. Im Kalender steht schon wer uns wann besuchen wird und ich freue mich. Mein Sommer am Meer.

Boris

Dieser Post ist in Kooperation mit den B&B Hotels entstanden.

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Kommentare

  1. Miri

    Ich wünsche euch einen unvergesslichen Sommer am Meer. Genieße das Surfen, das Meer und die Freiheit :)

    • Christine

      DANKESCHÖÖÖÖÖNNNN!!!!

  2. So, so , so toll, dass du das jetzt wirklich gemacht hast! Ich wünsche euch eine ganz tolle Zeit, würde mich über Updates zu deinem Buch freuen und kann nur sagen, auch wenn ich es dir von ganzem Herzen gönne: Mein Neid sei dir dennoch gewiss ;-)

    • Christine

      Oh nein, nicht neidisch sein ;) Ja das Buch kommt nächste Woche dran. Diese Woche muss ich noch bisschen Sachen abarbeiten

  3. Anke

    Du hast es wirklich gemacht- den ganzen Sommer am Meer- voll geil – Wünsche die eine tolle Auszeit, dass alles so verläuft, wie du es dir wünscht . Du bist ein sehr lieber Mensch, hast Boris nicht einfach in den Frachtraum geschickt und bist geflogen.

  4. Eine Wahnsinns-Geschichte – wer träumt nicht von einem Sommer am Meer! Ganz tolle Bilder! Ich freue mich schon auf weitere Geschichten und wünsche Dir ganz viel Erfolg mit deinem Buch! Liebe Grüße, Brigitte

    • Christine

      Danke, danke, dankeeeee

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