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Lilies Diary | 29. März 2015

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6 Kommentare

Es ist wie immer und doch wie nie

Christine

Es fĂŒhlt sich gut an, wenn in einer Zeit, in der jede Woche etwas neues passiert, es doch immer noch Orte gibt, an denen alles gleich bleibt. Orte, an die man kommt und sich zu Hause fĂŒhlt. Das kann auch ein Hotelzimmer in London sein. Eine Geschichte zum Lesen und Hören. Bitte dieses Lied Gus Gus Why?

Christine-Neder

Der Geruch von Fisch und Frittierfett liegt in der Luft.

Die gleiche warmen Prise weht einen um die Nase, wenn man die Treppe zur Underground runterlĂ€uft. „Mind the Gap“, ertönt aus dem Lautsprecher. Wenn ich mich nicht irre, spielen sogar die gleichen Straßenmusiker an der Ecke. Melancholische Muntermonika-Musik. Alles ist genauso wie vor fĂŒnf Jahren, als ich drei Monate in London gelebt habe. Es war eine unglaubliche Zeit. Ich so jung und die Stadt so groß. Es war meine erste große Reise und ganz allein. Ich weiß noch wie ich geheult habe im Zug, als er losgefahren ist, ich das letzte Mal gewunken habe und dann wusste, dass ich die nĂ€chsten drei Monate alleine bin. Alleine in London. Seit fĂŒnf Jahren war ich nicht mehr hier. Ich habe es vermisst oder viel mehr das GefĂŒhl, dass ich beim letzten Mal hatte und das wieder kam. NatĂŒrlich bin ich fĂŒr ein Festival in London, dem Ascot Race mit Contiki. Ich habe die letzten Woche erfahren, dass Festivals unglaublich emotional sind durch die Musik, Stimmung und AtmosphĂ€re. Und dem Alkohol natĂŒrlich.  Aber nicht nur Musik vermittelt ein bestimmtes GefĂŒhl oder Filme, auch StĂ€dte. Jede Stadt in die ich das zweite Mal komme, hat ein bisschen was vom letzten Mal fĂŒr mich aufgehoben. Kaum fahre ich mit dem Bus in den Victoria Coach Station, erinnert mich alles an damals.

Jetzt sitze ich in meinem Hotelzimmer in London. Ganz ruhig. Ganz friedlich. Zum ersten Mal seit langem fĂŒhle ich so was wie Ruhe. Mein Herz rast nicht mehr. Normalerweise schmeiße ich gleich nach der Ankunft den Koffer in die Ecke, schnappe mir meine Kamera, verlasse das Hotel und ziehe los, um die Stadt zu erkunden und zu entdecken. Aber heute und hier, da leg ich mich einfach hin und schaue Fernseh. Das ist das schöne, wenn man das GefĂŒhl hat, nach Hause zu kommen. Man hat alles erlebt, was man erleben will und hat endlich Zeit zum Leben.

Kommentare

  1. Gut geschrieben.

    vielleicht hast Du ja noch Zeit fĂŒr die Aste Nagusia
    http://www.astenagusia.com/

    Da geht es etwas fröhlicher zu als in dem Lied. Vom Hotelzimmer das Treiben beobachten und das Feuerwerk hat auch was.

    • christineneder

      Danke fĂŒr den Tipp, ich schaue es mir an :)

  2. MyDreams

    Wieder mal toll geschrieben … und so wunderbar ehrlich, besonders der letzte Satz. Wie wahr!

    • christineneder

      Danke!

  3. Wir lieben dein Leben.

    • christineneder

      Och danke :)

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