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Lilies Diary | 25. September 2017

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Nashville Sehenswürdigkeiten – der perfekte Tag in „The Music City“

Marlene Mohn

Nashville ist auch als „The Music City“ bekannt. Warum? Das wird mir sofort klar, während ich durch Downtown fahre. Ich lasse die Fensterscheiben meines Mietwagens runter und während ich langsam durch den stockenden Verkehr rolle, verändert sich stetig auch die Musik. Mal kommt sie aus einer Bar, mal unplugged vom Straßenmusiker, mal ist es ein jubelnder Junggesellinnenabschied, der lautstark auf einem Bierfahrrad die 90er Jahre-Playlist mitsingt.

Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Nashville hat noch so viel mehr Facetten von Musik zu bieten. Hier sind meine Tipps für euren perfekten Tag in The Music City mit den schönsten Nashville Sehenswürdigkeiten.

I believe in Nashville Mural

Nashville Sehenswürdigkeiten – Nashville Downtown Hostel

Meine Unterkunft für den Aufenthalt in Nashville ist das Nashville Downtown Hostel, welches sich hinter den dicken Mauern eines der vielen alten Backsteinhäuser entlang des Ufers des Cumberland Rivers versteckt. In den ehemaligen Lagerhallen befinden sich heute Clubs, Restaurants und eben auch das Nashville Downtown Hostel.

Der Besitzer des Hostels, Ron Limb, ist viel gereist, hat über die Jahre in hunderten von Unterkünften übernachtet und dabei viele Erfahrungen und Ideen sammeln können. Für sein eigenes Hostel hat er all das, was für ihn eine gute Unterkunft ausmacht, hier im Nashville Downtown Hostel verwirklicht. Den Faktor „gute Lage“ erfüllt das Hostel mit Bravour, liegt es doch mitten in Downtown und ist gerade mal ein Block vom Lower Broadway, der Vergnügungsmeile Nashvilles mit zahlreichen Bars und Honkytonk-Musikclubs, entfernt.

Nashville Downtown Hostel Location

Auf zwei Stockwerken (zwei weitere werden gerade umgebaut) befinden sich 4-, 6- und 8-Bett-Zimmer, die nach Bands und Sängern der Musikgeschichte benannt sind. Die Waschräume sind auf dem Gang. Nicht ganz so prickelnd, denke ich zunächst, doch neben den altbekannten Gemeinschaftsduschen gibt es auch abschließbare Privatbäder. Die Bäder sind mit Dusche und Toilette eingerichtet und wirklich sehr sauber und modern. Die Zimmer sind mit Doppelstockbetten und Kofferablage nur sehr spartanisch möbliert, doch das ist gar nicht schlimm. In Nashville gibt es so viel zu entdecken, dass ihr sowieso nur wenig Zeit in eurem Zimmer verbringen werdet.

Downtown Hostel in Nashville

Die großzügige Lobby im Souterrain ist sehr gemütlich eingerichtet. In der vollausgestatteten Küche könnt ihr euch nach dem Aufstehen euren „complementary Coffee“ einnehmen und in den Tag starten. Wer Nashville allein besucht, findet hier auf jeden Fall Anschluss. Ganz nach der Intention des Betreibers: Come as guests, leave as friends. Einer von den buntgemischten Gästen – man muss übrigens mindestens 60 Meilen von Nashville entfernt wohnen, um hier ein Zimmer zu bekommen – sitzt immer auf einem der gemütlichen Sofas, schrammt auf einer Gitarre herum, spielt Billard oder wäscht seine Wäsche. Alles passiert hier an einem Ort. Für die Buchung des einen oder anderen Tickets für den Abend stehen auch Computer zur Verfügung. Das super nette Personal steht euch bei allen Problemen mit Rat und Tat 24 Stunden am Tag zu Seite. Dann kann es endlich losgehen. Das Hostel ist perfekter Ausgangspunkt für einen ereignisreichen Tag in „The Music City“.

Nashville Downtown Hostel | 177 1st Ave N, Nashville,
Die Preise rangieren in den Dorms je nach Wochentag zwischen 35 und 50 Dollar, für einen Private Room starten die Preise bei 112 Dollar pro Zimmer. Das Hostel bietet auch Lofts für bis zu 6 Personen. Hier könnt ihr euch die unterschiedlichen Unterkünfte anschauen. Parken im nahegelegen öffentlichen Parkhaus kostet 10 Dollar pro Nacht.

Nashville Sehenswürdigkeiten: Frühstücken in Nashville

Nur wenige Gehminuten vom Hostel entfernt, könnt ihr die wichtigste Mahlzeit des Tages zu euch nehmen. In zahlreichen Cafés wird ein tolles Frühstück angeboten. Ich entscheide mich an diesem Morgen für das „Wild Eggs“. Wie der Name vermuten lässt, stehen hier allerlei Eierspeisen auf der Karte. Ich wähle meinen All-Time-Favorite Eggs Benedict. Nicht fehlen dürfen bei einem echten amerikanischen Frühstück natürlich die Pancakes mit Ahornsirup, Orange Juice und der Refill-Kaffee.

Nashville-Frühstück-WildEggs

Das Wild Eggs ist riesig und dennoch müssen einige Gäste eine Wartezeit von bis zu 20 Minuten auf sich nehmen, um einen Platz zu bekommen. Da es dem Restaurant jedoch an Personal nicht mangelt, wird man hier schnell und super freundlich bedient.

Wild Eggs | Wo? 333 Union St, Nashville

Nashville Sehenswürdigkeiten – Country Music Hall of Fame and Museum

Ordentlich gestärkt geht es zum ersten von vielen musikalischen Programmpunkten, die Nashville zu bieten hat: zur Country Music Hall of Fame. Am Tag meines Besuches begeht die „CMHOF“ ihren 50. Geburtstag. Zur Feier des Tages kostet der Eintritt, anstatt der sonst üblichen 24,95 Dollar, nur 1,50 Dollar. Dementsprechend lang ist auch die Schlange, die vor dem Koloss von einem Gebäude entsteht. Erst 2001 zogen Hall of Fame und das Museum mit all seinen Exponaten und Memorabilien ins Stadtzentrum. Erst auf den zweiten Blick ist erkennbar, dass die Fassade des riesigen Neubaus der Optik von Klaviertasten nachempfunden ist.

Nashville_Country Music Hall of Fame

Hall of Fame und Museum ehren die Geschichte der Country Music. In einem der vielen Ausstellungsräume findet ihr euch in einem Labyrinth von riesigen Aufstellern wieder, die das Leben und Wirken großer Musiklegenden erzählen. Noch bis Ende 2017 ist hier außerdem die Dauerausstellung  „Dylan, Cash, and the Nashville Cats: A New Music City“ zu sehen. Die Ausstellung ehrt mit seinen zahlreichen Archivfotos, Musik- und Videoclips eine ganz besondere Ära von Nashvilles Musikgeschichte.

Im interaktiven Bereich des Museums könnt ihr euch darin üben, mit einigen vorgefertigten Zeilen, neue Songs zu kreieren. Das ultimative Erinnerungsfoto wird im Bauch einer überdimensionalen Gitarre geschossen. Diese erfüllt nicht nur ihren Zweck als Fotokulisse, sondern dient auch als Anschauungsmaterial. Gleich daneben erklärt eine Zeichnung die „Anatomie einer Gitarre“, die direkt am Gitarren-Riesen nachvollzogen werden kann.

Neben dem Museum gibt es auch die tatsächliche Hall of Fame zu bestaunen, die in einer riesigen Rotunde Platz gefunden hat. An der Wand reihen sich die Plaketten aller geehrten Mitglieder. Wenn ihr euch traut – oder das Glück habt, ganz allein in der Rotunde zu sein – stellt euch genau in die Mitte des Rundbaus und summt einen Ton. Ihr werdet von der Akustik überrascht sein.

Nashville Country Music Hall of Fame

Country Music Hall of Fame | Wo? 222 5th Ave S, Nashville | Wann? täglich von 9-17 Uhr | Preise? 24,95 Dollar

Nashville Sehenswürdigkeiten – Historic RCA Studio B Tour

Direkt vor der Country Music Hall of Fame fährt ein Shuttlebus (stündlich zwischen 10:30 und 14:30 Uhr) zum berühmten Historic RCA Studio B in Music Row, Nashvilles Gegend mit der höchsten Dichte an Plattenlabels, Produktionsfirmen und Agenturen. Schon auf der circa 10-minütigen Fahrt berichtet Tourguide Ron von der Entstehung des berühmten Aufnahmestudios und erzählt zahlreiche Anekdoten über die Stars, die hier einst ihre Songs aufnahmen. So zum Beispiel die Geschichte der jungen Dolly Parton, die bei Ankunft zu ihrer ersten Session beim Einparken ihr Auto gegen die Wand setzte und somit schon auf dem Parkplatz des Studios ihren ersten „Hit“ landete.

Nashville Historic Studio B Tour mit Tourguide Ron

Im Studio angekommen führt Ron die Touristengruppe durch die Flure, die von oben bis unten behangen mit Fotografien, Schallplatten und anderen Erinnerungsstücken an die alten Zeiten sind. Rons Enthusiasmus macht diese Tour zu einem besonderen Erlebnis. Er arbeitet unter der Woche eigentlich etwas ganz anderes und bringt am Wochenende aus voller Leidenschaft den Menschen den Grund näher, warum Nashville auch als The Music City bekannt ist.

Das Highlight der Tour kommt zum Schluss: der Aufnahmeraum. Hier wurde Musikgeschichte geschrieben. Tausende Nummer 1 Hits wurden hier aufgenommen, so auch der Großteil von Elvis‘ Musikrepertoire. Der 106 qm große Raum hat eine ganz spezielle Akustik. Noch immer markiert ein blaues Kreuz auf dem Boden den „Sweet Spot“ des Raumes, auf dem die Sänger einst standen und live, gemeinsam mit allen Musikern, ihre Songs aufnahmen.

Langsam müssen wir uns beeilen, denn das Studio wird auch heute noch als solches genutzt. Nur um die Mittagszeit bleibt ein kurzes Zeitfenster für die Touren. Mit dem Bus geht es wieder zurück zur Country Music Hall of Fame (CMHOF).

RCA Studio B Tour | Wo? 222 5th Ave S, Nashville | Wann? Stündlich zwischen 10:30 und 14:30 Uhr | Preise? Im Platinum Ticket für die CMHOF für 35,95 Dollar ist die RCA Studio B Tour inklusive

Nashville Sehenswürdigkeiten – Hatch Show Print

Wenn ihr ein schönes Mitbringsel oder Souvenir aus Nashville sucht, seid ihr hier an der richtigen Adresse. Direkt im Gebäude der CMHOF befindet sich die historische Plakatdruckerei Hatch Show Print, gegründet 1879. Seit jeher werden die Plakate und Werbezettel vieler Musikveranstaltungen der Stadt hier gedruckt. Auch heute noch. Eine Vielzahl von Grafikdesign-Studenten aus aller Welt bewerben sich jährlich auf einen der wenigen, unbezahlten Praktikumsplätze, die Hatch Show Print anbietet. Hier lernen die Praktikanten die Grundlagen des Drucks mit Holzlettern. Weg vom Computer und back to the roots.

In Touren durch die Werkstatt werden den Besuchern die 130 Jahre alten Druckmaschinen und Drucktechniken näher gebracht. In den 18 Dollar Eintritt ist ein Poster inklusive. Nebenan im Shop gibt es zahlreiche weitere Posterdrucke, gerahmt oder ungerahmt, zu kaufen. Außerdem sind Postkarten, Tassen und T-Shirts mit den Prints erhältlich.

Nashville Hatch Show Print

Hatch Show Print Tour | Wo? 222 5th Ave S, Nashville | Wann? Täglich 12:30, 14:00 und 15:30 Uhr | Preise? 18 Dollar

Nashville Sehenswürdigkeiten – Johnny Cash Museum

Das Poster schnell gerollt und im Rucksack verstaut, trennen mich nur fünf Gehminuten vom Johnny Cash Museum. Das Museum in der 3rd Avenue ist recht klein, aber mit viel Liebe geführt. Im Museums Café direkt neben dem obligatorischen Giftshop stärke ich mich mit einem Milchkaffee und einem Cookie, dann begebe ich mich in hinein – ins Leben des J.R. Cash.

Nasvhille Johnny Cash Museum

J.R., das ist tatsächlich der eigentliche Vorname des „Man in Black“, den er in John ändern musste, als die Air Force bei seinem Eintritt die Initialen J.R. nicht als Namen akzeptierte. Das Museum startet mit einer beeindruckenden Zeittafel mit Portraits, angefangen von den 50er Jahren bis hin zu den 2000er Jahren, und wartet anschließend mit der größten Sammlung an Erinnerungsstücken und Exponaten seines bewegten Lebens auf.

Die Ausstellungsstücke hangeln sich von Cashs Kindheit über seine Zeit in der Air Force bis hin zu seinen frühen Karrierejahren. Natürlich spielte auch die Carter Family eine große Rolle in Johnnys Leben und somit auch in seinem Museum. Die Carter Family gehörte seit den 30er Jahren zu den ersten kommerziell erfolgreichen Country Stars. Auch der kleine J.R. hörte in seiner Kindheit die Songs der Musikerfamilie, nicht wissend, dass er Carter-Tochter June irgendwann einmal heiraten würde.

Nashville Johnny Cash Musuem Innen

„Let me tell you a story“, spricht mich unvermittelt ein älterer, kleiner Herr mit Cowboyhut und Strickjacke an und ich bin ganz Ohr, „I was there that night …“. Während ich im Johnny Cash Museum stehe, zwischen all den Bühnenoutfits, Schallplatten und eingerahmten Dokumenten, die das Leben des Sängers widerspiegeln, bekomme ich nun eine der wichtigsten Episoden seines Lebens aus erster Hand erzählt: den Heiratsantrag.

Wer das Biopic „Walk the Line“ gesehen hat, wird sich an genau diese Szene im Film erinnern. Johnny Cash hatte June Carter mehrmals einen Antrag gemacht, doch sie hatte diesen immer wieder abgelehnt. Eines Abends im Februar 1968 in Ontario, Kanada, machte Johnny Cash ihr erneut einen Antrag – live auf der Bühne. Im Publikum zwischen 7.000 anderen Zuschauern, der damals 31-jährige Jim Clark, der nun vor mir steht und mir erzählt, was passierte, nachdem June endlich „Ja“ gesagt hatte. An dieser Stelle ist im Film nämlich ein Schnitt. „Minutenlang wurde nur gejubelt“, erzählt mir Jim Clark, heute 80 Jahre alt und gerade anlässlich seines Geburtstags mit seiner ganzen Familie auf USA-Reise, „danach spielten sie den Song einfach weiter.“

Nach diesem charmanten Gespräch beobachte ich das etwas seltsame Highlight der Ausstellung: Ein Greenscreen, auf dem ihr euch mit Johnny Cash fotografieren lassen könnt. Eine ganze Weile schaue ich zu, wie sich Familien mit Kinderwagen rund um einen imaginären Johnny Cash drapieren lassen, um anschließend das geschossene Foto als Souvenir mit nach Hause zu nehmen. Die Ausstellung schließt mit dem Video von Cash’s letzter Single „Hurt“ in Dauerschleife und fasst mit seinen Aufnahmen das Leben des Johnny Cash perfekt zusammen. Mit der Melodie im Ohr mache ich mich auf dem Weg zu meinem nächsten Programmpunkt – einem späten Mittagessen im Stadtteil Hillsboro.

Johnny Cash Museum | Wo? 119 3rd Ave S, Nashville | Wann? täglich von 8-19 Uhr | Preise? Eintritt: 16 Dollar

Nashville Sehenswürdigkeiten –  Mittagessen im hippen Stadtteil Hillsboro Village

Während am Vormittag Downtown einen ganz guten Eindruck zu geben scheint, wie Nashville so ist, zeigt es sich in Hillsboro Village von einer ganz anderen Seite. Hier gibt es zahlreiche Restaurants, Bars und Vintage Shops. Aufgrund der Nähe zum Vanderbilt University Campus sieht man hier vor allem Studenten und weniger Touristen.

Nashville Hillsboro

Die Auswahl für ein spätes Mittagessen ist hier groß. Die Pancake Pantry verspricht die besten Pancakes seit mehreren Generationen. Im Fido gibt es sehr guten Kaffee, kleine Snacks und Mittagsmenüs, und all das sogar vegetarisch. Ich entscheide mich für das Double Dogs und erfreue mich an einem riesigen Sandwich, bevor ich noch ein wenig durch die Shops bummeln gehe.

Nashville Hillsboro Sandwich im Double Dogs

Double Dogs und viele weitere Restaurants, Cafés und Shops | Wo? 21st Avenue South, Nashville

Nashville Sehenswürdigkeiten – Der Parthenon

Ein Stück Antike in The Music City gibt es im Centennial Park zu bestaunen. Hier steht seit 1897 der maßstabsgetreue Nachbau des griechischen Parthenon-Tempels und lockt als Fotomotiv und natürlich auch mit seinem Museum für Kunstgeschichte die Touristen an. Im Sommer finden hier Freilichttheateraufführungen statt mit dem Parthenon als imposanter Kulisse.

Nashville Parthenon

Abseits des Trubels der Stadt kann man sich hier im Park wunderbar auf die Wiese legen und entspannen. Besonders am späten Nachmittag herrscht hier eine sehr friedliche Atmosphäre. Der Centennial Park ist auch bei den Nashvillians sehr beliebt. Viele Jogger haben sich die Route durch den Park ausgesucht und auch die Hundebesitzer wählen diesen idyllischen Ort für die Gassirunde. Das Parthenon ist circa 15 Autominuten von Downtown und circa 10 Minuten von Hillsboro entfernt.

Am  21. August 2017 erleben einige Teile der USA eine totale Sonnenfinsternis. Auch Nashville liegt auf dem Pfad der totalen Verdunkelung und feiert das Naturspektakel mit einem entspannten Stadtfest im Centennial Park. Das Fest startet um 11 Uhr. 13:27 Uhr wird es dann für wenige Minuten dunkel.

Parthenon Museum | Wo? 2600 West End Avenue, Nashville | Wann? Di – Sa 9 bis 16:30 und So 12:30 bis 16:30 | Preise? 6 Dollar (der Park ist kostenfrei begehbar)

Nashville Sehenswürdigkeiten – John Seigenthaler Pedestrian Bridge

Den Sonnenuntergang genießt ihr am besten auf der John Seigenthaler Pedestrian Bridge, ehemals Shelby Street Bridge, die über den Cumberland River führt. Autos sind hier verboten. Von hier aus habt ihr einen tollen Ausblick auf die Skyline, hinter der langsam die Abendsonne versinkt. An diesem Abend nutzen einige junge Paare, die sich für ihren Abschlussball in Schale geworfen haben, die Skyline im wunderschönen Abendrot als Kulisse für ihre Erinnerungsfotos.

Nashville Skyline von der Brücke im Sonnenuntergang

Nashville Sehenswürdigkeiten – Hot Chicken zum Abendessen

Ein Muss in Nashville sind Hot Chicken. Sehr beliebt ist das Hattie B’s Hot Chicken in Midtown. Die meterlange Schlange vor dem grauen Backsteingebäude spricht zumindest Bände. Eine weitere Empfehlung einer Nashvillian ist das Prince’s Hot Chicken Shack. Mit dem Auto sind es von Downtown aus circa 15 Minuten. Etwas näher befindet sich das Party Fowl, für das ich mich letztendlich entscheide. Ein ziemlich cooler Laden mit bunt bemalten Europaletten, Gitarren und beleuchteten Schildern an den Wänden.

Nashville Hot Chicken Restaurant Party Fowl

Ich bestelle das Nashville Hot Chicken, das in verschiedenen Schärfegraden angeboten wird: southern fried, mild, medium, hot und poltergeist. Ich entscheide mich für mild und giere dennoch recht bald nach meinem Cola-Refill. Dazu gibt es Chips und Coleslaw. Für Vegetarier und Veganer stehen auch einige Alternativen auf der Speisekarte: Kichererbsen-Hummus (Chick Pea Hummus – sogar hier tauchen irgendwie die Chicken auf), Reisbällchen mit einer weißen BBQ Sauce, frittierte Zwiebelringe und einiges mehr.

Hot Chjicken im Party Fowl, Nashville

Nashville Sehenswürdigkeiten – Ein musikalischer Abend

Für den perfekten Ausklang eures abwechslungsreichen Tages in Nashville möchte ich euch zwei besonders wichtige musikalische Institutionen Nashvilles vorstellen. Während Ersteres als musikalisches Feuerwerk beschrieben werden kann, ist das Andere ein gemütliches Lagerfeuer. Beide dieser abendfüllenden Veranstaltungen sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Besonders bei Fans der Serie „Nashville“ werden die Namen Grand Ole Opry und Bluebird Cafe bereits Szenen vor dem inneren Auge wecken.

Nashville Sehenswürdigkeiten: Ein Abend in der Grand Ole Opry

Etwas weiter außerhalb, circa 25 Minuten mit dem Auto von Downtown Nashville entfernt, liegt der Opryland-Komplex. Er besteht aus dem Grand Ole Opry House, dem Opry Mills Shopping-Center, dem Opryland Hotel mit sagenhaften 2800 Zimmern und dem „General Jackson Showboat“, einem Raddampfer, auf dem gefeiert und gegessen werden kann.

Nashville Grand Ole Opry House

Jeden Dienstag-, Mittwoch-, Freitag- und Samstagabend geht in der Grand Ole Opry der rote Vorhang für die circa zweieinhalb-stündige Live-Show auf. Insgesamt zwölf Acts der Country-Szene – der Bekanntheitsgrad variiert – stehen hier auf der Bühne. Das Programm ist sehr abwechslungsreich und reicht vom jungen, aufstrebenden Country-Girl über den Schauspieler und Sänger Charles Eston (aus der Serie Nashville) bis zu Jeannie Seely, die an diesem Jahr ihr 50. Bühnenjubiläum in der Opry begeht.

Die Grand Ole Opry startete 1925 als Live-Radio Show im Ryman Auditorium in Nashville, das auch heute noch – nicht zuletzt wegen seiner ausgezeichneten Akustik – zu einem der wichtigsten Veranstaltungsstätten der Stadt gehört. Die Bedeutung der Radioshow wurde immer größer und größer und so war es bereits in den 40er Jahren höchstes Ziel für einen Country-Sänger, einmal in der Grand Ole Opry aufzutreten. Wegen des Platzmangels zog die Show 1974 ins extra erschaffene Opryland um. Die Wintersaison findet auch heute noch im Ryman Auditorium statt.

Im neuen Gebäude finden 4.400 Zuschauer Platz, die zumeist aus Touristen bestehen. Dennoch: Die Anziehungskraft und der Kultstatus der auch heute noch live ausgestrahlten Show ist ungebrochen. Wie sich das bei einer Radioshow gehört, wird zwischendurch Werbung geschaltet, um den einzelnen Sponsoren der Show zu danken. Diesen Part übernimmt ein Sprecher, der am Rand der Bühne an einem Pult steht. Mit einer unfassbar tiefen, weichen Radiostimme liest er routiniert den Werbetext vor (mittlerweile schon seit 22 Jahren), während auf der Bühne hinter ihm die Bühnenarbeiter die Instrumente für den nächsten Künstler aufbauen.

Charles Eston in der Grand Ole Opry in Nashville

Das Highlight für die meisten jungen Frauen im Saal an diesem Abend: Country-Sänger und Schauspieler Charles Eston, derzeit erfolgreich mit der Serie NASHVILLE

Unter diesem Link kannst du den Opry Sender WSM streamen, vielleicht hast du Glück und die Opry Show ist gerade in vollem Gange.

Grand Ole Opry Show | Wo? 2804 Opryland Dr, Nashville | Wann? Di, Mi, Fr & Sa 19:00 Uhr Preis? je nach Sitzplatz-Kategorie zwischen 40 und 70 Dollar.

Nashville Sehenswürdigkeiten: Grand Ole Opry Backstage Tour

Um so wirklich, wirklich zu verstehen, warum gestandene Country-Sänger fast in Tränen ausbrechen, wenn sie eingeladen werden, Mitglied der Grand Ole Opry zu werden, solltet ihr im Anschluss an die Show, die Backstage Tour mitmachen. In einer Gruppe von circa 20 weiteren Interessierten geht es hinter die Kulissen der Grand Ole Opry. Dabei erzählt der Tourguide, in meinem Fall eine sehr quirlige 21-Jährige, die erst seit einem halben Jahr in Nashville wohnt und sich damit ihren Kindheitstraum erfüllt hat, allerhand Anekdoten aus über 90 Jahren Grand Ole Opry-Geschichte. Es geht unter anderem durch die Lagerhallen, wo Requisiten und Instrumente lagern. Außerdem könnt ihr einen Blick in die 18 Garderoben werfen, die allesamt nach einem anderen Motto eingerichtet sind. Die Türen der Garderoben stehen hier jedoch fast immer offen. Laut unserem Tourguide geht es hinter den Kulissen der Opry so familiär zu, dass sich die Künstler am liebsten im Greenroom aufhalten, miteinander quatschen und austauschen.

Schlussendlich führt die Tour auch auf die Bühne, auf der bis vor eine guten Stunde noch die Musiker standen. Von hier aus könnt ihr den Blick auf die 4.400 nun leeren Sitze schweifen lassen und einmal auf dem „Circle“ stehen. Der Circle ist für die Opry nahezu heilig. Es ist ein Stück aus der Mitte der alten Opry-Bühne im Ryman. Viele Musiker werden ganz ehrfürchtig, wenn sie einmal in ihrem Leben auch auf den Brettern stehen dürfen, auf denen so viele berühmte Countrymusiker vor ihnen standen und Musikgeschichte schrieben.

The Circle in der Grand Ole Opry in Nashville

Grand Ole Opry Backstage Tour | Wo? 2804 Opryland Dr, Nashville | Wann? Di,Mi, Fr &Sa nach der Show und auch tagsüber zwischen 9 und 16 Uhr Preis? 22 Dollar

Nashville Sehenswürdigkeiten: Ein Abend im The Bluebird Cafe

Die Grand Ole Opry ist ein Country-Spektakel auf der großen Bühne. Wenn euch der Sinn eher nach einem Abend in intimer Runde steht, ist ein Besuch im The Bluebird Cafe genau das Richtige für euch. Denn hier erlebt ihr die Musik hautnah und handgemacht. Im Vorfeld könnt ihr versuchen, euch die Karten für die Show, die zweimal täglich stattfindet online zu sichern. Die Tickets für die nur 90 Sitzplätze sind jedoch heißbegehrt. Das Bluebird befindet sich ganz untypisch, etwas außerhalb des Zentrums, zwischen einer Reinigung und einem Barbershop.

Bluebird Cafe in Nashville

Als ich circa eine halbe Stunde vor Einlass – ohne Ticket – ankomme, haben sich am Eingang bereits Schlangen gebildet. Eine auf der linken Seite (die Ticketinhaber) und eine auf der rechten Seite (die ihr Glück trotzdem versuchen wollen). Nach und nach werden die Besucher mit Ticket reingelassen. Von drinnen hört man bereits ein Klavier klimpern und Stimmen, die sich warm machen. Einige Personen auf der rechten Seite geben schon auf und verlassen die Schlange. Ich bleibe eisern stehen, obwohl meine Hoffnung auch langsam schwindet. Aber das Warten lohnt sich und ich ergattere den letzten freien Platz. Das Konzert hat schon begonnen, also schleiche ich mich ganz leise hinein.

Der Begriff „Konzert“ ist in diesem Fall maßlos übertrieben und gerade deshalb so besonders. Vier Singer-Songwriter sitzen sich auf Barhockern gegenüber, mit der Gitarre im Arm und einem Mikrofon vor dem Mund. Jeder von ihnen spielt ein paar Songs, erzählt die Entstehungsgeschichte dazu und auch die ein oder andere lustige Anekdote. Es ist ein Treffen von Gleichgesinnten, die über Musik quatschen und ein bisschen musizieren. Als Zuschauer sitzt man drumherum, mit einem Glas Wein in der Hand und lauscht den Anekdoten und Melodien. Highlight ist als Sängerin Sinclair ihren Song „World is ours“ performed und am Ende alle anderen mit Gitarre und Keyboard minutenlang mitjammen.

Auch wenn ich keinen der Sänger kannte war es ein wirklich ein toller Abend. Eher hat der Besuch im The Bluebird Cafe meinen Horizont für Musik erweitert. Tolle Musik braucht keinen großen Namen. Das Bluebird ist ein Sprungbrett für Musiker und Songwriter. Hier entstehen Karrieren, denn im Publikum sitzt immer der ein oder andere Talentscout – auf der Suche nach dem nächsten Star. Auf diese Weise und genau an diesem Ort wurde übrigens Taylor Swift entdeckt.

Bluebird Cafe | Wo? 4104 Hillsboro Pike, Nashville | Wann? täglich um 18:30 und 21:30 Uhr | Preise? 12-15 Dollar, mit zusätzlich 10 Dollar Mindestverzehr

Nashville Sehenswürdigkeiten – Lower Broadway

Der Lower Broadway ist die Partymeile von Nashville. Noch nie habe ich so viele Junggesellenabschiede gesehen. Hier ist, besonders am Wochenende, auch tagsüber schon eine Menge los. Von überall dröhnt Musik, meistens live. Hier leben und lieben die Menschen die Musik.

Nashville Lower Broadway Honky Tonks

Wenn ihr nach diesem spannenden Tag noch Elan habt (und ich muss zugeben, den habe ich nicht), könnt ihr hier noch so richtig die Sau raus lassen. Mein Tipp: Lasst euch einfach von der Musik treiben und zieht von Bar zu Bar und durch die Honky Tonks. Besonders beliebt und deshalb auch sehr gut besucht ist Tootsie’s Orchid Lounge mit Dachterasse und damit einem Blick über den gesamten Broadway. In Robert’s Western World könnt ihr nicht nur Bier, sondern auch echte Nasvhille-Boots kaufen. Am Ende dieses Tages kommt euch die fußläufige Nähe zum Hostel auf jeden Fall zu Gute.

Nashville Lower Broadway Honky Tonks

Ich habe in Nashville unfassbar viel gesehen und erlebt, doch The Music City hat noch einiges mehr zu bieten. Für noch mehr Action kannst du Nashville während des CMA Music Festivals im Juni oder während der Tennessee State Fair im September besuchen.

Wenn ihr Nashville seid, empfehle ich euch unbedingt auch dem drei Stunden entfernten Memphis einen Besuch abzustatten. Meine Tipps für euren Memphis Aufenthalt findet ihr hier: Walking in Memphis – Dein Guide zu den Memphis Sehenswürdigkeiten

Habt ihr noch weitere Tipps für einen erlebnisreichen Tag in Nashville? Schreibt sie unten in die Kommentare.

Dieser Post entstand in Kooperation mit Tennessee Tourism
Besucht für weitere Infos auch die Facebook Seite

Noch mehr Fotos für noch mehr Nashville-Feeling und ein paar Special Tipps für Nashville Sehenswürdigkeiten:

Nashville_Wandmalerei

Nashvilles Straßenbild hat einige Murals, also urbane Wandmalereien, zu bieten. Eines der beliebtesten ist das „I believe in Nashville“ Mural. Es ist mehrmals in der Stadt vertreten. Einmal hier: 12th Avenue South neben Edley’s BBQ und Draper, wo es erst im März 2017 wegen Vandalismus erneuert werden musste und hier, wo ich es besucht habe, in der 1402 Clinton Street. Wenn ihr denkt, jetzt habt ihr euch furchtbar verfahren, dann seid ihr richtig.

Dragon Mural in Nashville

Das Dragon Mural befindet sich in Hillsboro Village, 21st Avenue Ecke Belcourt

Nasvhille Mural Legends

Eine weitere Nashville Sehenswürdigkeit: Das Street Art Werk „Legends Corner“ direkt neben dem Ryman Auditorium (siehe unten).

Ryman Auditorium in Nashville

Hardrock Cafe am Boradway in Nashville

Strassenmusiker in Nashville

Einer von sooo vielen Straßenmusikern in Nashville, die alle mehr oder weniger auf ihren Durchbruch hoffen. Später sah ich ihn mit seiner Gitarre in der Lobby des Nashville Downtown Hostels sitzen.

Nashville Lower Broadway Honky Tonk

Die Honky Tonks des Broadways am Tag

Nashville Historic RCA Studio B Tour

Der Shuttlebus zum RCA Studio B, einer der Nashville Sehenswürdigkeiten

Nashville Country Music Hall of Fame

Gold- und Platin-Schallplatten so weit das Auge reicht an der Wand der Eingangshalle der Country Music Hall of Fame in Nashville

Nashville Grand Ole Opry House

Blick von der Bühne der Grand Ole Opry in den nun leeren Zuschauerraum. Nur eine Stunde zuvor wurde hier noch wild applaudiert.

Nashville Sehenswürdigkeiten

 

Kommentare

  1. Thank you so much for the feature! You captured the spirit of Nashville so well in your writing and photos and we’re glad you stayed with us. Much love from Music City! Danke.

    • Marlene Mohn

      You are so welcome. Thank you for being such a great host.

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