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Lilies Diary | 24. Juni 2017

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Ein Wochenende in der Thüringer Rhön – langweilig wird es nicht!

Christine

Land der offenen Ferne wird die Thüringer Rhön auch genannt. Vor meinem Besuch konnte ich nur erahnen, was das bedeutet. Es ist der Blick über die endlos lange Hügellandschaft, welcher die Region so besonders macht. Aber nicht nur das. Unter dem Sternenhimmel schlafen, den tiefsten See Thüringens im Morgengrauen umlaufen und einmal so richtig Cowboy spielen. Es habe selten ein Wochenende so abwechslungsreich verbracht.

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Erlebniswelt Rhönwald und ARCHE Rhön

In der Thüringer Rhön angekommen, muss ich natürlich erst einmal eine dieser wunderschönen Fernsichten genießen. Einen besonderen Blick habe ich ganz oben auf der Arche Rhön, einem sehr modernen Gebäude, das sogar einen Architekturpreis gewonnen hat und mitten in der Erlebniswelt-Rhönwald steht. Das zwei Hektar große Areal ist das Herz des UNESCO Biosphärenreservat. Hier kann man die Natur entdecken und so viel lernen. Beispielsweise wie ein Fuchs riecht, wie es sich anfühlt über Holzspäne zu gehen oder, wie sich eine Fledermaus in der Dunkelheit versteckt. Auf dem Gelände ragt die Arche am Hang wie ein Schiff über das Tal empor. Den schönsten Ausblick gibt es hier im dritten Stock.

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Unten in der Arche befindet sich eine tolle Ausstellung, die sich unterhaltsam und spaßig mit einem sehr, sehr ernsten Thema auseinandersetzt – dem Naturschutz und welche Tiere die Menschen in der Rhön schützen müssen. Für das leibliche Wohl ist auf dem Gelände auch gesorgt. Der Imbiss „Zum Kleinen Wetzstein“ versorgt Groß und Klein mit allerhand Köstlichkeiten. Noch viel cooler ist aber der Picknickkorbverleih. Mein Tipp: Besorgt euch einen gefüllten Picknickkorb mit Decke am Imbiss und sucht euch auf den vielen Entdeckerwanderwegen, die von der Arche aus starten, euren Lieblingsplatz.

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Arche Rhön: Weidberg, 98634 Kaltenwestheim; Öffnungszeiten: 10 – 17 Uhr (am Wochenende bis 18 Uhr)

Zur kurzen Einstimmung mein Video von der Thüringer Rhön

Mittagessen im Thüringer Rhönhaus

Völlig ankommen und den Alltag vergessen? Das geht ganz wunderbar im Thüringer Rhönhaus. Familie Lümpert sorgt hier für das Wohl des Gastes. Mit einer kleinen Anmeldung vorab, gab es für mich sogar köstlichen veganen Apfel- und Pflaumenkuchen. Und mit köstlich, meine ich wirklich köstlich! Neben Kuchen gibt es natürlich auch hausgemachte Rhöner Spezialitäten. Natürlich bin ich kein Freund vom Fleischverzehr. Aber trotzdem rechne ich es jedem Gastwirt an, wenn er eine Gans für 22 Euro auf der Karte stehen hat, die drei Dörfer weiter gelebt hat, als eine für 14 Euro aus Polen. Küchenchefin Jenny ist die Regionalität sehr wichtig. Sogar der Honig wird selbst gemacht und auch der Apfelsaft. Wer in der Rhön unterwegs ist und wirklich gut essen möchte, der sollte darauf achten, dass das Restaurant drei Silberdisteln hat, eine Auszeichnung für Betriebe, die 80% ihrer Lebensmittel aus der Region beziehen.

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Thüringer Rhönhaus: Thüringer Rhönhausstr. 1, 98634 Oberweid am Ellenbogen; Öffnungszeiten hier

Besuch Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön mit Klostergarten

Wer noch mehr über das Biosphärenreservat Rhön lernen möchte, der sollte dem Verwaltungsgebäude, einem wunderschönen Kloster in Zella, einen Besuch abstatten und sich den Begrüßungsfilm anschauen. Wenn ihr Glückt habt, dann ist auch gerade eine Ausstellung im Haus. Was ihr jedoch auf keinen Fall vergessen dürft – den Klostergarten. Ich habe in letzter Zeit, vor allem in den Bergen, immer öfter das Wort „Kraftort“ gehört.

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Kraftorte sind Plätze, an denen man sich unglaublich wohl fühlt. Am liebsten möchte man für immer verweilen, weil eine ganz besondere Stimmung und Atmosphäre in der Luft liegt. So ein Ort ist der Klostergarten. Familie Schramm, die ein paar Häuser weiter wohnt, kümmert sich schon seit Jahren um den Garten. Es wachsen und gedeihen die schönsten Blumen und allerhand Kräuter. Richtig toll finde ich auch die vielen kleinen Tafeln im Garten, die Zitate von Goethe zeigen. Zweimal im Jahr gibt es im Klostergarten eine Kräutertour, die ich jedem nur empfehlen kann.

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Zitate von Goethe

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Abendessen in der Geisschänke in Geisa

In der Geisschänke in Geisa wird alles frisch zubereitet. Eine Mikrowelle gibt es hier nicht, dafür regionale Küche und das Bewusstsein für gesundes Essen. Der Koch hat sogar eine Weiterbildung gemacht, um auch für seine vegetarischen Gäste zauberhafte Gerichte zubereiten zu können. Anschließend übernachte ich im Schloss Geisa.

Point Alpha: Führung „Weg der Hoffnung“

Ich hatte Gänsehaut. Und nicht nur das. Ab und zu hatte ich auch einen Kloß im Hals. Point Alpha ist ein unvergessliches Zeitzeugnis. Mitten in der Rhön hing vier Jahrzehnte lang der Eiserene Vorhang. Hier bei Point Alpha stand der observation point „Alpha“ der US-Army. Ich kann in den Turm hochgehen und kann die Angst der Soldaten förmlich spüren. Denn Eines war sicher. Säe die Situation eskaliert, hätte hier niemand überlebt. Deswegen hat man den Soldaten diese Angst auch nur vier Wochen angetan. Die Bürger wussten von nichts. Sie fühlten sich sicher.

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In der Gedenkstätte gibt es mehrere Möglichkeiten nachzuempfinden, wie es damals war. Im „Haus auf der Grenze“ erzählen 20 Zeitzeugen ihre Geschichte. Nie werden sie den Tag vergessen, als die Mauer viel und sich plötzlich wildfremde Menschen in den Armen lagen und weinten. Irgendwie erschreckend, aber auch aufrüttelnd war der Moment, als ich vor den Mienen stand, die Jahr für Jahr verbessert wurden, um noch mehr Menschen in die Luft zu sprengen, die versuchten zu fliehen.

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Im „Haus auf der Grenze“ bekommt ihr Einblick in die Entwicklung der Grenze, vom einfachen Stacheldrahtzaun bis hin zur Selbstschießanlage. In manchen Gebieten gab es doppelte Zäune zwischen denen abgerichtete Hunde entlangliefen. Nachdem die Mauer gefallen war, mussten 800 Hunde eingeschläfert werden, da aus ihnen blutrünstige Bestien geworden waren. Das sind wirklich krasse Geschichten. Die von den gefälschten Totenscheinen will ich euch gar nicht erst erzählen. Die müsst ihr selbst rausfinden. Nach dem Besuch vom „Haus auf der Grenze“ könnt ihr auf dem Todesstreifen zum US Camp Point Alpha laufen oder den Weg der Hoffnung Richtung Wiesenfelder Turm gehen. Auf dieser Strecke stehen beeindruckende Skulpturen, die alle eine kleine Geschichte zu erzählen haben. Ich kann euch vom ganzen Herzen empfehlen eine Führung mitzumachen, denn es gibt so viel zu erfahren!

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Point Alpha: Gedenkstätte Point Alpha, Platz der Deutschen Einheit 1, 36419 Geisa; Telefon: 06651/919030

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Mittagessen in Heile Schern und Besuch des Spaßmuseums für Erwachsene

Neben der Gaststätte Heile Schern, befindet sich das wohl einzige Spaßmuseum für Erwachsene. Ein Sammelsurium von Sprüchen und alten Gegenständen.

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Röhner Spaßmuseum: Zum Geisaer Berg 1, 36419 Spahl; Telefon: 03 69 67 / 5 10 88

Stadtführung durch Geisa

Die Stadt Geisa liegt mitten im Herzen Deutschlands in einer herrlichen Landschaft. Vom Kirchturm aus habt ihr die beste Aussicht. Wer die Stadt entdecken möchte, der sollte unbedingt eine Stadtführung buchen. Ich sehe ein altes Zentgericht, lerne, dass der Jakobsweg an Geisa vorbei läuft und spaziere durch wunderschöne, kleine Gässchen. Ein Highlight ist die Besteigung des Kirchturms und der Blick von dort oben.

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Aussicht vom Kirchturm

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Westernreiten auf der Stockborn Ranch

Es muss nicht Texas sein, es geht auch die Rhön. Familie Heidinger hat sich hier einen kleinen Traum erfüllt und eine Ranch übernommen. Wie sagt man so schön „Das Glück dieser Erde, liegt auf dem Rücken der Pferde!“ Dem kann ich nur zustimmen. Hier kann jeder das Reiten lernen. „Learning by doing“ ist hier das Prinzip und so können meistens auch schon Anfänger am ersten Tag in das wunderschöne Gelände reiten. Fortgeschrittene, wie ich, können dem Sonnenuntergang auf einem echten Morgan Horse entgegen galoppieren. Es war einfach unglaublich schön so entspannt durch die Natur zu reiten. Wer möchte kann entweder ein Wochenende oder eine ganze Woche auf der Ranch verbringen.

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Stockborn Ranch: Freizeit- und Westernreiten, Hauptstraße 9, 36457 Bernshausen; 03696482345

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Schlafen im Rhöner Sternenwagen

Ich habe mich schon tagelang darauf gefreut. Wenn man mir wirklich einen Gefallen tun möchte, dann organisiert man mir eine außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit. Die gibt es in Bernshausen, neben der Westernranch und dem Landhotel „Zur Grünen Kutte“. Familie Heidinger wollte neben ihrem Hotel und der Ranch noch eine Übernachtungsmöglichkeit schaffen, die man so schnell nicht vergisst. In ihrem Sternenwagen können Gäste unter den Sternen schlafen.

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Das Panoramafenster gibt freie Sicht auf den Himmel. Den Beweis dafür, dass die Rhön der perfekte Ort ist, um Sterne zu beobachten, liefere ich euch gleich. Ich war die erste, die im Sternenwagen schlafen durfte und es war grandios. Schon von außen ist er ein absoluter Hingucker. Drei Wochen lang hat ein Künstler ihn bemalt. Innen ist er wie ein kleines Wohnmobil eingerichtet, mit Kochnische, Dusche, Toilette und natürlich einem Bett unter dem Panoramafenster. Momentan steht der Wagen noch im Garten, aber irgendwann soll er auf der Weide neben den Pferden stehen, sodass man noch mehr ab vom Schuss ist und die Zeit genießen kann.

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Landhotel „Zur Grünen Kutte“ mit ihrem Sternenwagen: Hauptstraße 9, 36457 Urnshausen; Telefon: 036964 82346

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Wanderung zum Erdfallsee „Bernshäuser Kutte“

Ich wache in meinem Sternenwagen auf, der Hahn kräht, die Pferde grasen und der Nebel hängt noch tief im Tal über den Feldern. Ein traumhafter Morgen.

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Ich dachte, es kann nicht besser werden, aber in Bernshausen gibt es noch eine ganz besondere Sehenswürdigkeit – den tiefsten See in Thüringen. Er hat einige Namen: Erdfallsee, Berghäuser Kutte oder Grüne Kutte. Nur zehn Minuten vom Dorf entfernt liegt also dieser ganz besondere See. Lasst euch nicht vom ersten Wasserloch verunsichern. Das ist nur der „Vorsee“. Die „Bernshäuser Kutte“ ist fünf Hektar groß und 45 Meter tief. Er ist ein sogenannten Einsturzsee, der durch unterirdische Salzauslaugungen irgendwann einstürzte und sich mit Wasser füllte. Wer absolute Ruhe und die unberührte Natur mag, der ist hier genau richtig!

Bernshäuser Kutte: 36452 Dermbach / Rhön

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Wanderung zum „Ibengarten“ auf dem Rhönpaulusweg in Glattbach

Durch die Landschaft wandern, die Natur genießen und dabei auch noch etwas erleben und lernen – das alles bietet der Entdeckerpfad „Hohe Rhön“. Der Weg ist 18 Kilometer lang und hat  verschiedene Stationen zu bieten. Es gibt vier Hauptthemen, die Wanderer entdecken können: Rhönwasser, Rhöngeister, Rhönwald und Rhöngeschichte. Empfehlen kann ich euch den Erlebnisweg im Ibengarten bei Glattbach. Hier lauft ich durch einen der ältesten Naturschutzgebiete Thüringens mit über 800 Jahre alten Eiben. Außerdem lernt ihr alles über den Rhönpaulus, ein sehr bekannter Zeitgenosse. Er wird auch der „Robin Hood“ der Rhön genannt und lebte einst in einer Höhle im Ibengarten. Am Wegrand tauchen immer wieder Tafeln mit Informationen und Geschichten auf und ganz am Ende, bei der Höhle des Rhönpaulus findet ihr sogar einen Schatz.

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Erlebnisweg „Rhönpaulus-Wald Ibengarten

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Mittagessen im Restaurant „Zur Klause“

In der Gaststätte „Zur Klause“ führt Wirt und Chefkoch Maik Baumbach die älteste Gaststätte mit Schankrecht seit 1860. Und mit veganer Speisekarte. Das hätte ich echt nicht erwartet und bin positiv überrascht! Es war spitze!

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Fahrt zum Gläserberg Aussichtspunkt

Wer die schönste Bank in der ganzen Rhön sucht, der ist hier richtig. Am Hang des Gläserberg stehen zwei wunderschöne Panoramaliegen. Wer eine der begehrten Liegen ergattert, der möchte nicht mehr aufstehen, denn die Aussicht ist einfach wunderbar. Auf dem Berg steht eine kleine Hütte zur Einkehr, die aber leider meistens nur am Sonntag geöffnet ist.

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Bergstübchen Hohe Geba und Sternenbeobachtung

Nicht nur am Tag begeistert die Rhön als Land der offenen Ferne, sondern auch in der Nacht mit ihren sternenreichen Nächten. Die Rhön gehört seit 2014 zum internationalen Sternenpark. Doch was ist so ein Sternenpark? Durch die Industrialisierung und Entstehung von Ballungsräumen gibt es kaum noch Orte in Europa, an denen es eine natürliche Dunkelheit gibt. Das künstliche Licht zerstört die Dunkelheit und die Sicht auf die Sterne, aber auch die Lebensqualität von Mensch und Tier wird beeinträchtigt. Im Sternenpark setzen sich viele Gemeinden gegen die Lichtverschmutzung ein, achten darauf, dass Straßenlaternen nach unten leuchten, bauen Bewegungsmelder ein und verwenden nur warmes Licht. Der Sternenpark Rhön gehört somit laut National Geographic zu den acht besten Plätzen auf der Welt, um sich die Sterne anzuschauen. Ich mache mit Andrea eine kleine Sternguckerwanderung und bin wirklich beeindruckt. Je länger ich im Dunklen stehe, desto deutlicher kann ich all die Sterne und Galaxien am Himmel sehen. Die Milchstraße ist direkt über mir. Andrea zeigt mit der kleinen Wagen und den großen Bär und zum krönenden Abschluss sehe ich noch eine Sternschnuppe. Wie die entsteht, bekomme ich natürlich auch erklärt.

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Anschließend krieche ich wieder unter die warme Bettdecke in meinem Sternenwagen und schau mir weiter alles an, was ich gerade schon entdeckt habe, bis mir irgendwann die Augen zufallen.

Hohe Geba: Gebt als Ziel die Werner-Wachenbrunner Straße 34 in 98617 Rhönblick / Geba in das Navigationsgerät ein. Dies ist die Kreuzung von der ihr beschildert bis auf die Hohe Geba und zum Bergstübchen geführt werdet. Weiter Infos zum Sternenpark Rhön und zu meinem Artikel „Dem Himmel so nah„.

Thüringer Rhön

Dieser Post ist in Kooperation mit Thüringen entstanden.

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