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Lilies Diary | 11. Oktober 2017

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3 Kommentare

Spottbillig durch Neuseeland – Let’s go Wwoofing!

Gastautoren

Wwoofing? Was ist das? Und was macht man da? Cathrin hat die Kettensäge geschwungen, Betten gemacht und Hunde spazieren geführt. Hier ihre Erfahrung mit der wohl billigsten Variante, wenn man die Welt sehen will:

Wenn ich euch sage, dass Neuseeland ein extrem teures Reiseland ist, haut es wahrscheinlich niemanden großartig aus den Socken. Wobei mir nach ein paar Monaten Asien schon fast die Zehennägel nach hinten gerollt sind als ich mich über Kosten für Unterkunft und Nahrung in Neuseeland informierte. Wer hier mit dem Backpack durch die Gegend zieht hat also entweder ordentlich was auf die Kante gelegt oder arbeitet, um vom verdienten Geld ein bisschen durch die Gegend zu ziehen. Doch was tun, wenn die Suche nach einem bezahlten Job länger dauert als ursprünglich einkalkuliert und der Geldbeutel entsetzlich leer ist?

wwoofing

Wwoofing!
Was im ersten Moment klingt wie eine dahin gestotterte Wortneuschöpfung, ist in der Realität eine ganz prima Sache, die ich während meines Aufenthalts zweimal ausprobiert habe. Vier Stunden Arbeit am Tag sollen es sein, dafür gibt es einen Schlafplatz für lau und drei deftige Mahlzeiten pro Tag. In den meisten Fällen handelt es sich um irgendwelche Farmen und Privathaushalte, auf denen gearbeitet werden kann. Die Arbeit ist dabei so vielfältig wie aufregend zugleich: Vom Hühnereintreiben über Blümchensähen bis hin zum Zaunstreichen kann hier überall Hand angelegt werden. Die Möglichkeiten sind grenzenlos. Meistens legen die Besitzer einen enormen Wert auf alles, was das Bio-Herz begehrt und pflegen auf ihren Farmen einen dementsprechenden Lifestyle. Dabei werden die Wwoofer in der Regel auch voll und ganz in die Familie mit eingebunden. Wer keine Lust auf Gartenarbeit&Co hat, findet in der Liste auch noch andere Möglichkeiten: Häufig wird Wwoofing auch in den richtig coolen Backpackerunterkünften angeboten. Da werden dann eben Betten gemacht und geguckt, dass der Laden läuft. Auf der Internetseite kann man sich für den ganzen Spaß anmelden und bezahlt eine einmalige Gebühr von 27 Euro, wodurch man Zugriff auf ein Onlineprofil bekommt und ab sofort alle gelisteten Stellen nach Orten oder Präferenz aussuchen kann. Mit einem relativ unbürokratischen Bewerbungsvorgang wird schnell mit dem Besitzer telefoniert oder gemailt und los gehts! Mein persönlicher Tipp für euch: Lehnt euch bei eurem Bewerberprofil nicht zu weit aus dem Fenster. Der Schuss kann nämlich gewaltig nach Hinten los gehen!

Und hier geht’s zu meinen Erfahrungen:
Wenngleich ich es in meinem Profil ein bisschen anders aussehen lassen hab, aber sonderlich erfahren bin ich in puncto Gartenarbeit ehrlich gesagt nicht! So wurde ich am wunderschönen Lake Taupo auf der Nordinsel von einer netten alten Dame aufgenommen und habe dort zum ersten Mal mit meinen quasi nicht vorhandenen Fähigkeiten geglänzt. Gleich am ersten Tag hatte ich Gartengeräte divers in der Hand und durfte von nun an die wildesten Dinge treiben. So habe ich innerhalb einer Woche den Holzvorrat für einen gesamten Winter mit einer Kettensäge vorbereitet, alle Hausfenster mit einer Schleifmaschine abgebeizt und diese außerdem lasiert und gestrichen. Zusätzlich durfte ich ein paar Beete mit Salaten und wilden Kräutern bepflanzen. Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit hat mich dabei recht zielsicher durchgebracht und ich finde, meine Ergebnisse haben letztendlich ordentlich was her gemacht. Wenn’s mal gerade keine Arbeit für mich gab, dann sollte ich mal eben den süßen Hund ausführen, was am wunderschönen Lake Taupo eigentlich mehr Spaß als Arbeit war. Im Gegenzug bekam ich Kost und Logie vom Feinsten: Zum ersten Mal seit Langem gab es fernab jedes 12er-Schlafsaals ein supergemütliches Zimmer mit Kingsize-Bett. Beim Thema Essen hat die gute Frau alles gegeben und hat mich frühs, mittags und abends ehrlich gesagt ins Unermessliche gemästet – alles super frisch aus dem eigenen Garten oder von umliegenden Bio-Bauernhöfen. Und zwischen den Mahlzeiten wurde mir dann meist noch ein Stück Kuchen hingestellt, ich sollte ja nicht vom Fleisch fallen bei all der aufregenden Arbeit. Weiterer Pluspunkt: In meiner Freizeit wurde ich an die schönsten Fleckchen überhaupt gefahren, unter anderem zum Relaxen am Abend in den heißesten Natur-Thermalquellen. Fazit: Wohlgenährt und kurz vorm Platzen bin ich nach 10 Tagen abgereist und habe die liebenswerte alte Frau und ihr schönes Haus sofort vermisst! Ich komme wieder!

Weil ich noch ein anderes Wwoofing-Programm ausprobieren wollte, habe ich mich auf der Südinsel zur Arbeit in einem Hostel entschieden. Auch das war prinzipiell eine schöne Erfahrung, zumal das Hostel in der kleinen Hippie-Kommune Takaka mitten am Strand war und außerdem ein Yoga und Meditationscenter dazugehörten. Die Arbeit hat sich dabei primär ums Bettenmachen und Sauberhalten der gesamten Anlage konzentriert. Eine günstige Woche war es allemal, wenngleich ich hier den Eindruck hatte, dass der Besitzer das Konzept „extrem billige Arbeitskraft“ ein bisschen ausnutzt. So hat sich die gestellte Unterkunft als ein fensterloses Bunkerzimmer herausgestellt und die Sache mit dem Essen war eher semi gut organisiert. In dieser Woche habe ich 7 Tage lang Hühnchencurry gegessen, was mir ehrlich gesagt bereits nach Tag 2 extrem aus dem Hals hing. Das war dann letztendlich auch meine letzte Wwoofing-Erfahrung, weil ich mir dachte, dass ich fortan mit einem bezahlten Job wohl besser aufgestellt bin und mich lieber selbst versorgen möchte. Fazit: Zum Geld sparen hat’s gereicht, wenngleich ich mir einen netteren Besitzer, ein schöneres Zimmer und vielfältigeres Essen gewünscht hätte. Und vielleicht ein Klo im Haus und keine Kompostiertoilette im Wald. Im Nachhinein eine irgendwie seltsame Erfahrung mit einem extrem komischen Ende – auf meinem eigenen Blog habe ich dazu noch eine nette Geschichte geschrieben „Kackbraun„.

Einschätzung: Wwoofing eignet sich für jeden, der die ganze Zeit auf Achse ist und zwischendrin sein Geld zusammenhalten muss! Absolut zum Sparen geeignet, auch in vielen anderen Ländern dieser wunderschönen Welt!


Lust auf Neuseeland bekommen? Schau mal hier vorbei:

Neuseeland Südinsel: 10 Tipps für einen winterlichen Roadtrip

Neuseeland Nordinsel – Roadtrip durch Wellington, Auckland und Co

7 Tipps für den Urlaub in Neuseeland – Roadtrip Teil 2

Wer sich in Neuseeland nicht lebendig fühlt, ist tot!


Cathrin Cats Cosmos

Lust auf Neuseeland bekommen? Auf meinem eigenen Blog www.cats-cosmos.de gibt´s noch weitere Geschichten, die ich während meinem 3-wöchigen Aufenthalt zusammengestöpselt habe. Von einem leckeren Kochrezept über eine wilde Geschichte bis hin zur ausführlichen Dschungeltour gibt’s dort viele Randinfos für alle, die noch mehr wissen wollen!

Kommentare

  1. Franziska

    nette geschichte :)
    wie lang warst du denn in NZ? Macht wwoofing deiner meinung nach sinn wenn man nur 3 Wochen in NZ unterwegs ist?

    danke schon mal für deine hilfe :)

  2. Marlène

    Hi:)
    Bin gerade in Neuseeland am wwoofen und auf den Artikel gestoßen! Mache super Erfahrungen mit meinen Hosts!
    Kannst du mir eventuell sagen, wie die liebenswerte alte Dame heißt? Klingt so verlockend für mich, auch zu ihr zu gehen;)

    Ganz liebe Grüsse!

    • Larissa

      Hallo Marlene. Ich bin zwar sicher das du nicht mehr hier auf den Blog nachsehen wirst. Aber vielleicht habe ich Glück. Könntest du mir deine Erfahrungen erzählen bzw die Namen der Orte? Ich werde nächstes Jahr nach NZ fliegen und wollte dort ausschließlich woofen.

      Ich würde auch gerne wissen wie die Dame hieß :)

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