Vielleicht lag es an der Hitze? Und dem Eis? Und den vielen schönen Rundbögen und Säulen an den Häuserfassaden? Ich fühlte mich mitten im Schwarzwald, als wäre ich in Rom. Ich war zwar noch nie in Rom, aber genauso stelle ich es mir vor – in klein, ruhig und beschaulich. So falsch lag ich mit meinem Eindruck gar nicht. Die Römer waren vor 2.000 Jahren wirklich schon einmal hier in Baden-Baden und haben das heilsame Thermalwasser entdeckt. Wer bei Baden-Baden nur an russische Touristen im Casino denkt, der irrt sich also gewaltig. Ich war schon zweimal da, doch nie hatte ich Zeit, die Stadt und ihre Schönheiten zu erkunden. Aber der erste Eindruck bestätigt sich auch beim zweiten und beim dritten Mal – es ist einfach nur schön. Verschlafen schön. Schön, gemütlich und immer wieder für eine Überraschung gut. Ich habe in der Innenstadt eine der besten Hummusplatten gegessen, wurde mit Wasser geheilt und saß auf einem Felsen, der mir die Sprache verschlagen hat. Hier kommen meine Baden-Baden Reisetipps für ein paar wunderschöne Tage im Klein-Rom des Schwarzwalds.

Baden-Baden-Altstadt

Baden-Baden Reisetipps: Fast über den Wolken – die Battertfelsen

„Alter Schlossweg 10“ das ist die Adresse, die ihr ins Navi eingeben müsst, um an diesen absolut zauberhaften Ort zu kommen. Oder, wenn ihr gut zu Fuß seid, dann könnt ihr auch von der Innenstadt in ca. einer Stunde nach oben laufen. Ihr startet den Ausflug erst einmal mit der Besichtigung des Alten Schlosses.

Altes-Schloss-Baden-Baden

Keine Angst, einen teuren Eintrittspreis gibt es hier nicht. Das Tor steht offen und das Schloss ist schon wirklich sehr alt, so dass es schon kein Dach mehr hat und eigentlich eher eine Ruine ist. Aber eine sehr, sehr schöne Ruine und ich kann nicht leugnen, dass es eine ganz besondere Kraft ausstrahlt, wenn man ganz alleine inmitten der zerfallenen Wände steht. Folgt dem Weg durch das Alte Schloss, einem kleinen Trampelpfad und dann kommt ihr auf den Battertfelsen Rundweg, der oben entlang führt. Es gibt auch noch einen anderen Weg, der unten an den Felsen entlang geht und vor allem bei Kletterern sehr beliebt ist. Der obere Rundweg geht idyllisch durch den Wald und hat immer wieder kleine Abzweigungen zu gigantischen Aussichtspunkten.

Baden-Baden

Die ganze Runde dauert ungefähr zwei Stunden. Verpasst auf keinen Fall die Battert-Felsenbrücke. Einfach grandios! Von dort oben genießt man einen Panoramablick über Baden-Baden, den Schwarzwald und die Rheinebene. Das ist wirklich faszinierend, wie man auf einer Seite die Weinberge des Reblands den Hang bis zum Rhein herunter wachsen sieht und auf der anderen Seite den tiefsten Schwarzwald mit seinen kleinen Villen im Wald. Ich hätte ewig dort oben sitzen bleiben können …

Christine-Neder

Das Naturschutzgebiet Battert hat wirklich eine außergewöhnliche Felsenwelt, die man so richtig gut aus der Ferne vom Hausberg sehen kann. Wer möchte, kann hier einfach nur in Ruhe die Natur bewundern, aber auch Wanderer, Spaziergänger und Sportkletterer kommen voll auf ihre Kosten.

Aussicht-Baden-Baden

Baden-Baden Reisetipps: Baden in Baden-Baden

Oh wie dämlich hört sich das jetzt an, aber wenn ihr in Baden-Baden seid, dann müsst ihr wenigstens einmal baden gehen und euch erholen. Carpe diem – nutze den Tag! Und genieße ihn! Das wussten bereits die alten Römer bei ihren ausgiebigen Bädern im gesunden Thermalwasser. Ich folge ihren Beispielen und gönn mir ein paar Stunden in den Baden-Badener Thermen. Es gibt sogar zwei zur Auswahl. In der Caracalla Therme solltet ihr eure Badesachen und ein Handtuch mitbringen. Ihr könnt es aber auch ausleihen (6 Euro plus 10 Euro Pfand). Das Friedrichsbad ist im Renaissancestil aufgebaut und gilt als eines der schönsten Thermalbäder Europas, doch ist leider ein textilfreies Bad. Der römisch-irische Badetempel sieht wirklich zauberhaft aus, aber leider bin ich zu prüde dafür. Normalerweise durchläuft man bei einem Besuch des Friedrichsbads 17 unterschiedliche Stationen. Vom Baden bis Seifenbürstenmassage und Dampfsauna. Der Körper wird erst einmal richtig erwärmt, dann langsam wieder abgekühlt und zum Schluss ruht man im Bademantel. Danach ist man fix und fertig, aber sehr glücklich. Ich war im Caracalla Bad und es war auch eine absolute Wohltat. 10 Minuten im Heißwasserbecken und meine ganzen Muskelverspannungen haben sich gelöst. Danach ein Sprung in das Kaltwasserbecken und ihr fühlt euch wach und frisch. Besonders gefallen hat mir die Solekammer, die unterschiedlichen Massagedüsen im Becken, von denen man sich von Fußsohle bis Rücken massieren lassen kann, und die Rotlichtlampen, unter denen man ein schönes Nickerchen machen kann. Und bitte nicht vergessen, ihr schwimmt und badet hier in Thermalwasser, das aus ca. 1.400 m Tiefe kommt und eines der mineralienreichsten Wasser in Baden-Württemberg ist.

Theme-Baden-Baden

Also, taucht in die heilsamen Quellen aus den Tiefen der Erde, entspannt dem Alltag und bringt Körper, Geist und Seele wieder in Balance und Harmonie – einer meiner liebsten Baden-Baden Reisetipps. Es funktioniert, glaubt mir!

Hier kommt mein kleines Stimmungsvideo:

 

Baden-Baden Reisetipps: Mit der Bahn auf den Hausberg

Eine Stadt mit Hausberg, das ist schon was Feines. Ehrlich gesagt, ist es genau das, was Baden-Baden so besonders macht – die vielen kleinen Berge rundum, von denen man jedes Mal einen anderen fantastischen Ausblick hat. Mit der MerkurBergbahn kommt ihr von der Talstation zum Merkurgipfel hoch.

Aussicht-Hausberg-Baden-Baden

Am besten danach gleich erst Mal in den Biergarten einkehren zur Vesper. Ganz auf der Spitze des Berges, aber nur noch einen Katzensprung vom Gipfelrestaurant entfernt, steht ein Aussichtsturm – der Merkurturm. Ein Fahrstuhl bringt mich direkt und kostenlos auf die 23 Meter hohe Aussichtsplattform, von der aus es noch mal einen einmaligen Rundblick über Baden-Baden, das Murgtal, die Rheinebene und die Vogesen gibt. Von hier sieht man auch die Battertfelsen und das Alte Schloss in ihrer ganzen Pracht. Es ist auch möglich, vom Merkurberg zu den Battertfelsen zu laufen. Oder zur Talstation runter. Genießt die Zeit dort oben. Es ist wirklich herrlich und kaum zu glauben, dass man so ein Panorama in nur ein paar Minuten von der Innenstadt entfernt hat.

Aussicht-Batternfelsen

Da drüben saß ich auch schon.

Hausberg-Baden-Baden

Auf dem Weg in die Stadt zurück, empfehle ich euch noch einen kleinen Stopp bei dem Paradies Baden-Baden zu machen – eine Wohnanlage der Extraklasse. Über drei Straßenzüge der Wohnanlage liegt eine zentrale Wassertreppe. Ganz oben befindet sich die Brunnengrotte. Von der fließt das Wasser bei einem Höhenunterschied von 40 Metern durch die Wohnungsanlage nach unten.

Wasserparadies-Baden-Baden

Also wer in diesen Häuser wohnt, dem kann ich nur sagen – herzlichen Glückwunsch. Entlang dieser Achse stehen wunderschöne Villen, die alle noch einen herrlichen Ausblick auf das Stadtzentrum haben. Nein, ich bin nicht neidisch…

Paradies-Wasser

Baden-Baden Reisetipps: Flanieren und Imponieren

Mitten durch Baden-Baden verläuft die Lichtentaler Allee. Es ist eine einzigartige Gartenanlage, die früher vom europäischen Adel, von Künstlern und Diplomaten als Flaniermeile genutzt wurde. Heute läuft die Oos, ein kleiner Fluss, durch den Park, überall sind Sitzbänke und kleine Schmiedeeisenbrücken. Und 300 verschiedene Baum- und Straucharten, wie beispielsweise 30 Mammutbäume, die zu den ältesten in Deutschland gehören. Direkt im oder an der Lichtentaler Allee befindet sich auch das Stadtmuseum, das Museum Frieder Burda und die staatliche Kunsthalle.

Baden Baden Reisetipps

Am nördlichen Ende der Lichtentaler Allee fängt auch direkt die autofreie Innenstadt an, durch die ihr unbedingt schlendern müsst. Wenn ihr interessante Gestalten sehen und dazu ein kleines Törtchen vernaschen wollt – geht in das Café König.

Café-König-Baden-BAden

Süße Köstlichkeiten und schräge Leute stehen hier auf der Speisekarte. Ich habe bei Fresh Choice eine meiner bisher besten Hummusplatten mit Pitabrot gegessen und dann fing es auch an, dass ich mich plötzlich wie in Rom fühlte mit dem warmen Wetter, den passenden Gebäuden und der fast unerträglichen Hitze. Es war Urlaubsfeeling pur, dass ich so sonst aus keiner anderen Stadt kenne. Hier habe ich wirklich einmal kurz vergessen, dass ich eigentlich immer noch in Deutschland bin. Wenn ihr ein veganes Restaurant sucht oder wenigstens ein veganes Gericht auf der Karte, kann ich euch Leo’s Bar & Restaurant in der Luisenstraße empfehlen. Das ist übrigens die neue Imponiermeile in der gerne mal der Motor so richtig zum Heulen gebracht wird, wenn man mit dem Jaguar oder Porsche vorbei fährt.

Baden-Baden Reisetipps: Das Kurhaus mit Casino

Nach Las Vegas war mein Bild von Spielbanken und Casions wirklich zerstört. Bis dato war ein Casino für mich ein lauter Schuppen mit viel Bling-Bling. Doch mit dem Casino in Baden-Baden kann man das auf keinen Fall vergleichen. Wer sich für Einzelheiten interessiert und mehr ins Detail gehen will, der sollte bei der täglichen Führung am Morgen teilnehmen. Wer einfach nur die Stimmung und das Flair genießen will, der kann einfach abends reingehen. Aber bitte beachtet – gültigen Reisepass oder Personalausweis mitnehmen und angemessene Garderobe anziehen. Ja und da lag mein Fehler. Ich habe vergessen, etwas ordentliches einzupacken. Also natürlich laufe ich tagsüber schon ordentlich rum, aber mein besticktes Hippiekleid erschien mir nicht angemessen. Einen schwarzen langen Rock hatte ich zwar dabei und auch ein schwarzes Oberteil, aber der Rock war völlig zerknittert und dazu hätte ich Birkenstocks getragen. Mir wurde zwar gesagt, dass ich vielleicht reinkommen könnte, aber dann im Casino neben Anzug und Abendkleid in Birkenstocks zu stehen, war mir zu peinlich. Ich habe mir aber ganz viel über das Casino erzählen lassen und viele Bilder gesehen. Es hat nichts mit Las Vegas zu tun. Es ist eigentlich genau das Gegenteil – schön, ästhetisch und einzigartig. Angeblich fühlt man sich wie in einem französischen Schloss. Rote Wände, gigantische Kronleuchter und die unterschiedlichsten Roulette- und Pokertische. Tja, und da das Casino also immer noch ein Mysterium für mich ist und ich nicht drin war, muss ich auf jeden Fall noch mal wieder kommen für neue Baden-Baden Reisetipps.

Bis bald, Baden-Baden!

Hotel-Baden-Baden

Hoteltipp:

Es hat mein Herz im Sturm erobert. Wer sich wirklich königlich, ach was sag ich, kaiserlich fühlen möchte, der sollte eine Nacht im Hotel Belle Epoque Baden-Baden verbringen.

Hotel-Belle-Epoque

Dieser Post ist in Kooperation mit Baden-Baden Kur & Tourismus und Urlaubsland Baden-Württemberg entstanden.

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