Das letzte Mal – Oktoberfest 2013 – Flirt-Tipps und Abschiedsschmerz

Ich kann es noch gar nicht so wirklich realisieren, dass ich es wirklich geschafft habe. Sieben Mal hab ich dieses Jahr das Oktoberfest 2013 besucht. Nach einem erschreckenden ersten Mal mit bestechlichen Securitys und Handarbeit in der Lederhose, konnte es nur noch bergauf gehen. Zwei Tage haben wir für die RTL Rubrik Lilies Diary gedreht. Ich habe einen Tag mit der singenden Klofrau Diana verbracht und den anderen Tag geschaut, wie weit ich auf dem Oktoberfest 2013 ohne Geld komme. Der vorletzte Besuch auf der Wiesn war etwas zäh, aber das letzte Mal der krönende Abschluss.

Christine-NEder-Oktoberfest-2013

Es gibt einfach nichts schöneres für mich, als Menschen zu beobachten. Ich glaube, das ist der einzige Grund, warum ich so auf das Oktoberfest stehe. Das Bier und das Schunkeln läuft nebenbei. Ich finde es einfach faszinierend mich mit fremden Menschen an einen Tisch zu setzen und sie zu beobachten. Natürlich diskret. Nach drei Stunden weiß man wer mit wem und wo und doch lieber nicht, welches Paar sich heute ein Bett teilt, wer etwas zu viel getrunken hat und wenn es gut läuft auch noch die Lebensgeschichte. Mal ganz ehrlich, wo sonst, (außer Festivals) kommen die unterschiedlichsten Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten zusammen an einen Tisch und haben irre viel Spaß? Ich muss dazu sagen, völlig aus dem Häuschen war ich, als mein gegenüber, junger Typ um die 20 mit vielen Festivalbändchen um den Arm, wusste, dass ich das Buch mit den 90 Nächten und den 40 Festivals geschrieben habe. Ja, das hat mich irgendwie total gefreut, denn anscheinend hat es ihm gefallen.

Ein weiterer Punkt, den ich immer wieder gerne genauer unter die Lupe nehme – wie Männer versuchen Frauen anzugraben. Nach sieben Mal Oktoberfest 2013 kann ich hier mein Top 3 Flirt-Tipps veröffentlichen.
1. Grober verbaler Angriff
Zu der Dame der Wahl hingehen und sie fragen: „Hallo, du hast doch sicher Lust auf eine fränkische Bratwurst. Eine richtig grobe.“

Kaum zu glauben, aber dieser Spruch ist wirklich erfolgreich. Liebe Damen, was ist da los????

2. Grobe Grabsch-Attacke
Frau steht auf der Bierbank. Mann steht hinter ihr, auf der Nebenbank. Mann schubst Frau, sie kippt fast um und fällt quer über den ganzen Tisch, aber er hält sie „zufällig“ noch rechtzeitig an beiden Brüsten fest, so dass sie nicht umfällt.

3.Wahre Liebeserklärung
Der Herr packt die Dame, nimmt sie in den Arm und wenn die Blaskapelle „Sweet home Alabama“ singt, spielt er Luftgitarre auf ihr.

Was auch immer klappt und idiotensicher ist – einfach genug Bier ausgeben, bis sie blind und willenlos ist.

Oh man, es ist immer wieder ein Spaß. Aber irgendwie war es dieses Jahr auch traurig für mich. Es war ein Abschied. Momentan wohne ich in München und in Berlin, habe sozusagen zwei Wohnsitze, muss mich aber nun entscheiden, wo ich hingehören möchte. Ich pack das nicht mehr, mit dem hin- und herfahren. Aber diese Entscheidung ist so schwer. Das ist genauso, als würde man mich vor die Wahl stellen, ob ich mir lieber einen Arm oder ein Bein abschneiden möchte. In Berlin läuft alles, ich habe noch Freunde aus meinem „90 Nächte, 90 Betten“-Projekt, 100x so viele Bekannte und es passiert einfach immer etwas, was mich weiter bringt. Außerdem darf man den Punkt nicht vernachlässigen, das in Berlin einfach alles einfacher ist, weil es weniger kostet. Die Lebensqualität ist dadurch größer, aber die steigert sich auch bei mir, wenn ich die Berge sehe, bei München. In München habe ich schon zweimal gelebt, hier ist meine bayerische Wurzel, hier sind Freunde, die mich immer mit offenen Armen empfangen, schon jahrelang.

Ich habe mich eigentlich schon für Berlin entschieden, doch dann laufe ich über das Oktoberfest 2013, boxe auf dem Teufelsrad, laufe danach nachts durch die Stadt, setzt mich auf eine Parkbank und habe so einen schlimmen Trennungsschmerz. München sagt der Bauch, Berlin der Kopf. Mein Herz möchte einfach mal irgendwo zuhause sein. Oh Gott, ich hasse diese Momente, in denen ich solche Entscheidungen treffen muss. Ich kann mich ja nicht mal entscheiden, was ich zu Mittag essen soll. Wie soll ich dann einen Wohnort aussuchen? Jedes Ende ist ja angeblich auch ein neuer Anfang. Ich werde einfach wieder Tourist, Tourist in München. Ich sage München kurz Tschüss, aber nicht für immer. Es ist ein Kompromiss. Zwei Jahre Berlin und dann, dann nur noch Bauchgefühl!

Oder was meint ihr? München oder Berlin?

Und was ist euer Oktoberfest 2013 Lieblings-Flirtspruch? ;)

18 Kommentare

  1. Ich bin Berliner, von daher erübrigt sich ein Kommentar… Du weißt ja wahrscheinlich ziemlich genau was wir von denen da unten halten ;)
    Btw: ziemlich gewagte Frage ^^

  2. Mein Bauchgefühl würde sich auch für Berlin entscheiden. Mehr Freunde weltoffen und einfach immer was los. Und wenn der Trennungsschmerz von München zu groß wird einfach hinfahren und nach 2 Jahren überdenken wo du dann doch mehr bist. Letzten Endes bist Du ja eh mehr unterwegs als daheim. :)

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