Was sind meine Werte? Für was möchte ich mich einsetzen? Welche Projekte möchte ich voran bringen und die Welt vielleicht ein kleines bisschen besser verlassen? Fragen, die ich mir täglich stelle. Ich beneide Jorn Wemmenhove, dass er für sich schon eine total konkrete Antwort gefunden hat. Er ist ein Vorreiter wenn es um das Thema menschenfreundliche Städte geht und einer von Timberlands HEROES der NATURE NEEDS HEROESTM Kampagne. Seine Leidenschaft ist es, Menschen – insbesondere in Städten – zu helfen, den verlorenen Bezug zur Natur wiederzufinden.  Jorn glaubt, dass Menschen Wanderer sind und Orte brauchen, um Stress abzubauen und wieder einen Bezug zur Natur herzustellen. „Grünflächen in Städten können sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit fördern.“ Der Meinung bin ich auch und habe mich sehr gefreut Jorn im Interview näher zu seiner Mission zu befragen.

Wie bist du zu deiner Arbeit gekommen? Warum tust du, was du tust?

In meinem Leben geht es – wie bei jedem anderen Menschen – um Veränderung. Es ist die einzige Konstante im Leben, aber wir empfinden Veränderung nicht als etwas Natürliches. Wir leben in ziemlich herausfordernden Zeiten. Ich dachte, es wäre besser, im „Wandel“ gut zu werden. So gründete ich im Alter von 20 Jahren die gemeinnützige Organisation El Desafio Foundation, die mit Jugendlichen arbeitet, die in Argentinien in Armut leben. Damals habe ich in der Werbebranche gearbeitet und versucht, die Meinung der Menschen zu ändern und sie dazu zu bringen, Projekte und Ideen zu kaufen. Ich wurde davon ziemlich schnell müde und beschloss, nur an Projekten zu arbeiten, die die Welt zu einem besseren Ort für alle machen.

Also begann ich, Kreativität anzuwenden, um Veränderungen zu schaffen. Dies führte zur Mitgründung von Humankind, der Agentur für urbanen Wandel, zusammen mit einem Stadtplaner namens Lior Steinberg.
Wir sind beide sehr leidenschaftlich dabei, unsere Städte menschlicher und freundlicher für uns selbst, andere und unseren Planeten zu machen. Wir helfen Kommunen, Organisationen und anderen Change Makers, die Zukunft neu zu gestalten und Visionen in Taten umzusetzen. Es ist wichtig zu zeigen, dass Veränderung möglich ist und tatsächlich oft zu mehr urbanem Glück führen kann. Mit taktischem Urbanismus machen wir die Stadt von morgen schon heute sichtbar.

Verstehst du dich als Wissenschaftler, Forscher, Designer oder vielleicht sogar als Künstler?

Ich bin ein Generalist, also bin ich ein bisschen von allem. Aber vielleicht fühle ich mich am meisten wie ein Künstler. Ein gutes Leben zu führen ist eine Kunst, oder? Aber ich bin auch ein Geschäftsmann, denn wir müssen tatsächlich den Wert dessen zeigen, was wir tun und mehr Menschen dazu bringen, sich uns anzuschließen und bessere Städte zu erschaffen.

Was ist deine Definition von einer „philanthropischen Stadt“?

Du meinst wahrscheinlich, was wir mit „netten Städten“ meinen? Unserer Meinung nach sind wir zu sehr darauf bedacht, unsere Städte intelligent, effizient und kontrolliert zu gestalten. Aber als Menschen sind wir auch spontan, etwas verrückt und das Gegenteil von Maschinen. Eine gute Stadt findet ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden scheinbaren Gegensätzen.

Im Grunde genommen, ist es sehr schwierig ein Mensch zu sein. Von uns wird erwartet, dass wir uns menschlich verhalten. Das Ergebnis dieser Schwierigkeit ist ein Planet in der Krise. Ich denke, die gegenwärtige Krise ist nicht nur eine Klimakrise, sondern eine Krise der Menschheit. Und der einzige Weg, aus dieser Welt der Extreme, der Angst und der Frustration herauszukommen, ist es, freundlich zu sein. Leider ist die Freundlichkeit aus der Mode gekommen, und es ist an der Zeit, dass wir sie wieder trendy machen.

Wie nutzt du die Öffentlichkeit und Werbung, um die für dich wichtigen Themen populärer zu machen?

Wegen der Kampagne darf ich Interviews machen, wie z.B. dieses hier mit dir. Vielen Dank! Es ist mir wichtig, unsere Ideen mit anderen teilen zu können, zu diskutieren, Lösungen zu finden. Werbung hilft mir dabei definitiv. Ich denke, das ist eine großartige Sache, die Marken tun können, wenn sie den Change Makern dabei helfen wollen, Dinge auf der ganzen Welt zu verändern. Natürlich auf ehrliche Weise.

Wie siehst du die Zukunft der Städte?

Ich bin ein sehr positiver Mensch, aber ich sehe auch die Bedrohungen. Und ich spreche nicht nur von den offensichtlichen Auswirkungen der Klimakrise. Ich mache mir Sorgen um den Diskurs um die Städte – die Idee der Smart City. Es ist die Stadt, die effizient und kontrollierbar ist, wie ich bereits erwähnt habe. Wir haben jetzt die Möglichkeit, unsere Städte entweder radikal zu überdenken oder ein noch größeres Chaos zu verursachen. Wenn wir denken, dass wir alles mit Technologie lösen können, liegen wir falsch. Zuerst brauchen wir die menschliche Vision und nur dann kann uns die Technologie helfen, diese Vision zu verwirklichen. Aber es weht ein Wind des Wandels, also glaube ich, dass wir menschliche und freundliche Städte schaffen werden, die grün, sozial und aufregend sind.

Welche Städte sind Pioniere in Bezug auf Lebensqualität und Green Urbanism?

Ich hatte das Glück, in einem Land mit vielen großen Städten, den Niederlanden, geboren zu werden. Natürlich haben unsere Städte nicht das Ausmaß der großen Metropolen. Wo eine kleine Stadt kleine Herausforderungen hat, hat eine große Stadt oft große Herausforderungen. Der Maßstab ist wichtig, aber ich glaube, dass auch große Städte Erstaunliches leisten können, es ist nur eine etwas größere Herausforderung.

New York inspirierte die Welt der aktiven Mobilität, indem es den Times Square für Autos schloss und für Menschen öffnete. Ebenso wie Paris, das einen großen öffentlichen Raum entlang der Seine geschaffen hat. Aber auch in Deutschland und Spanien kenne ich einige super interessante Projekte, die die Zukunft der Nachbarschaft zeigen. Ich habe großen Respekt vor jeder Stadt und den Menschen, die an diesen komplexen Übergängen arbeiten, die nicht durch den Wandel gelähmt, sondern von ihm begeistert werden. Was eine Pionierstadt mit hoher Lebensqualität ist, ist auch sehr persönlich.

Was sind die wichtigsten Themen im Hinblick auf den taktischen Urbanismus?

Eine der großartigsten Möglichkeiten, unsere Städte grüner zu machen, ist die Veränderung der Art und Weise, wie wir uns in den Städten bewegen. Wir müssen unser Mobilitätssystem überdenken und Radfahrer und Fußgänger an die erste Stelle setzen. Die Städte müssen die Straßen für Autos schließen und wir sehen eine große Nachfrage, um taktischen Urbanismus zu diesem Thema zu nutzen, zum Beispiel um Straßen kleiner zu machen, oder Popup-Parks auf Straßenparkplätzenzu schaffen. Taktischer Urbanismus ist eine großartige Möglichkeit zu zeigen, dass Veränderung möglich ist und einen direkten positiven Einfluss hat.

Lieber Jorn, vielen Dank für das interessante Interview! Timberland® unterstützt Helden wie Jorn die etwas verändern wollen. Sie nutzen ihre Talente und fühlen sich verpflichtet eine bessere Zukunft für die Natur und die Menschen, die daran leben, zu schaffen. Die Lifestyle-Outdoor Brand unterstützt bereits seit 1992 soziale und umweltbezogene Projekte und hat sich weitere große Ziele gesetzt: 50% der Energie bis 2020 aus erneuerbaren Quellen beziehen sowie 50 Millionen Bäume bis 2025 pflanzen. Timberland® möchte die Welt ein bisschen grüner machen und auch andere dazu inspirieren mitzumachen. Das möchte ich auch und deswegen gibt es hier auf dem Blog und meinem YouTube-Kanal immer wieder Inhalt zum Thema Nachhaltigkeit. Zu welchem nachhaltigen Thema würdet ihr denn gerne mehr erfahren? Schreibt es mir in die Kommentare. Ich würde mich sehr freuen!

3 Kommentare

  1. Hallo Christine,
    vielen Dank für dieses sehr interessante Interview.
    Städte lebenswerter und grün zu machen ist ein gutes Ziel. Ich persönlich glaube Städte müssen zugleich funktional und menschlich sein – eine sicher nicht ganz leichte Aufgabe.

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