Wenn das Wasser türkisblau und der Strand schneeweiß ist, kann man sich eigentlich ganz gepflegt den ganzen Tag in die Sonne knallen und rein gar nichts tun. Dafür ist Urlaub ja da. Dennoch gibt es einige Menschen, denen das schlicht und ergreifend zu langweilig ist. Diese Menschen können sich genau einen halben Tag nichtsnutzig im Sand suhlen, dann haben sie die Schnauze voll – Langeweile kommt auf. Wie wärs mit einem Tauchschein? Wenn der Spot passt, eignet sich das als grandiose Beschäftigung für mindestens 3 Tage – und ganz besonders Südostasien hat ein paar wunderschöne Ecken zu bieten!

Pulau Weh Inseln
Tauchschein in Südostasien – Wie geht das?

Wenn ich ganz ehrlich bin, hat mich der Gedanke an einen Tauchschein am Anfang nicht sonderlich überzeugt. Tauchen? Mit Sauerstoffflasche? 16 Meter tief? Ich? Da platzt mir doch der Kopf, ich krieg ja schon Druck auf den Ohren wenn ich die Treppen zu schnell runterlaufe! – so mein Gedankengang. Wie läuft das Ganze ab? Auf diesen ganzen kleinen Bilderbuchinseln schießen die Tauschschulen nur so aus dem Boden, am Besten einfach einmal den Strand ablaufen und dort niederlassen, wo man sich am wohlsten fühlt. Der Preis ist in Asien fast immer der gleiche: Für ca 230 Euro kann man den ersten Schein, Padi Open Water, in drei bis fünf Tagen locker durchziehen. Zunächst ein bisschen Theorie, dazu gibt es ein schlaues Büchlein und ein paar Demonstrationsvideos – und schon geht’s los: Equipment zusammenbauen und ab ins seichte Wasser! Tauchen_EquipmentDort werden ein paar Übungen gemacht und sämtliche Extremsituationen durchgespielt. Was passiert, wenn ich meine Taucherbrille verliere? Oder wenn mein Sauerstofftank leer ist? Oder wenn mir mein Mundstück abhanden kommt? All diese unschönen Eventualitäten werden dort durchgeprobt, bis sich jeder sicher fühlt und dann geht’s runter auf den Meeresboden! In einer Gruppe von maximal fünf Leuten werden ab sofort Tag für Tag verschiedene Tauchgänge absolviert, meist geht es nicht tiefer als 16 Meter. Gespickt wird das Ganze durch ein bisschen Theorie am Nachmittag. Am letzten Tag gibt’s eine kleine Prüfung, die man locker überstehen kann, wenn man in den vergangenen drei Tagen anständig aufgepasst hat und in der Freizeit auch mal einen Blick in das Buch geworfen hat. Und schon kann man sich stolzer Besitzer des Padi Open Waters nennen! Ab sofort ist man mit einem kleinen Kärtchen ausgestattet, das überall in der Welt anerkannt wird – damit ist man dazu befugt, das Equipment auszuleihen und bei sämtlichen Tauchgängen mitzumachen. Ein Tauchgang kostet dann jeweils um die 25 Euro. Theoretisch kann man noch 4 weitere Kurse machen, bis man irgendwann Tauchlehrer ist – für den kurzen Spaß im Urlaub reicht der erste Kurs aber auf jeden Fall!

Tauchschein in Südostasien – Und wo geht das?
Tauschschein in Perhentian Islands (Malaysia)

Nach drei schlaflosen Angst-Nächten hatte ich mich dazu entschieden, meinen Schein auf den Perhentian Islands in Malaysia zu machen. Eine fabelhafte Idee! Mitten im südchinesischen Meer liegen diese geheimnisvollen Inseln, die ich vorher noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Durchgezogen habe ich das Ganze in der Tauchschule „Angel Divers“, da mir der Rasta-Mann extrem sympathisch war und ich mich sofort wohl gefühlt hab. Das erste Mal unter Wasser „atmen“ hat mich extrem viel Überwindung gekostet – wenn ich ehrlich bin, hab ich mich saudoof angestellt. Angekommen am Meeresboden wurde ich allerdings für meinen Mut belohnt: In meinen ganzen Leben habe ich noch nie so einen Haufen knallbunter Fische mit riesengroßen Korallen gesehen. Ganz besonderes Schmankerl: Im südchinesischen Meer gibt es Walhaie und ich verspreche euch, dass ihr es niemals vergessen werdet, wenn ein 15 Meter langes Riesentier an euch vorbeischwimmt! Da steht die Zeit für einen Moment still.

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Tauchschein in Koh Tao (Thailand)

Von den gefühlten 30 Inseln, die zu Thailand gehören, wird Koh Tao schon immer als das Tauchermekka bezeichnet – zu recht! Da das auch sehr viele Touristen wissen, ist dieses Schmuckstück leider nicht mehr ganz so unberührt wie die exotischen Perhentians – gerne latschen die Naturfeinde mit ihren Flossen auf den Korallen rum, was man hier und dort auch manchmal erkennen kann. Einige Korallen sind nämlich schlicht und ergreifend abgestorben. Trotzdem hatte ich auch hier eine unvergessliche Erfahrung. In Koh Tao durfte ich übrigens feststellen, dass es gar nicht so eng gesehen wird welchen Tauschschein man nun hat: Obwohl ich mit meinem Open Water nur 16 Meter tief gehen darf, sind wir hier ohne jegliche Vorwarnung sofort auf 22 Meter runter. Das hat mich relativ unvorbereitet getroffen, ein bisschen gruselig und dunkel wird es dann nämlich irgendwann schon, je weiter nach unten man kommt. Vorteil Koh Tao: Falls die Liebsten dabei sind und keine Lust auf Tauchen haben, gibt es auf der Insel genügend schicke Spots, die man mit dem Roller erkunden kann.

Koh Tao Unterwasser

Bunte Unterwasserwelt von Koh Tao.

Koh Tao

Tauchschein in Pulau Weh, Sumatra (Indonesien)

Das ist jetzt wieder sehr exotisch, aber definitiv einer der besten Spots, an denen ich je war! Auf dieser kleinen Insel tummeln sich kaum Touristen, die Natur ist sowohl an Land als auch im Wasser quasi unberührt. Was ich hier ganz besonders aufregend fand, ist die Tatsache, dass man nicht mal mit dem Boot raus fahren muss: Flossen drauf, rein ins Wasser und lostauchen! Die wunderschönen Korallen und bunten Fische schwimmen hier nämlich direkt vor der Tür! Hier gibt es keine toten Korallen, hier gibt es einfach nur „bunt und schön“. Vorteil Pulau Weh: Falls die Begleitung auch hier keine Lust auf einen aufregenden Tauchschein hat, tut es auch ein Schnorchel, es gibt immer irgendwo ein Eckchen, in dem man auf Erkundungstour gehen kann!

Tauchschein

Glasklares Wasser auf Pulau Weh!

Pulau Weh 3

 

5 Kommentare

  1. Einfach traumhaft! Ich würde wahnsinnig gerne meinen Tauchschein machen. War bisher nur zweimal Schnuppertauchen – davon einmal im Meer. Einfach wunderbar! LG Franzi

  2. Meine Empfehlung: Bali!

    Im Nordosten der Insel gibt es einige Taucschulen, bei denen man seinen Tauchschein machen kann. Wir waren damals im Tauch Terminal Resort, wo man zunächst im Pool übt und dann direkt an den Strand kann. Nur wenige Meter von der Küste entfernt liegt sogar ein altes Wrack – super Kulisse! ;)

  3. Ah, tolle Bilder!
    Auf meinem ersten Tauchgang in Malaysia habe ich doch prompt meinen ersten Hai gesehen!
    Ein wunderbares Erlebnis! :)
    Es hat aber schon seine Gründe wieso egal ob PADI, SSI oder CMAS das Tiefenlimit bei OWD 18 Metern liegt. Stichwort Tiefenrausch. Um tiefer zu gehen braucht es ein höheres Ausbildungsniveau.

    Übrigens kann auch das Tauchen in heimischen Seen, zum Beispiel der Schweiz, schön sein! Da kann man sogar eine Seekuh antreffen! Wie so ein Tag im heimischen See bei 6 Grad Wassertemperatur aussieht und ein Foto von der Seekuh findest du hier: http://stadtlandmeer.ch/ein-tag-im-see-kaltwassertauchen/

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