„Was?“ wird sich der ein oder andere jetzt sicher aus den unterschiedlichsten Gründen denken. Ich gebe zu, das Land hat es gerade nicht einfach. Terroranschläge, Flüchtlinge und zuletzt auch noch der Fall zwischen Jan Böhmermann und Erdogan haben die Türkei auf die Titelseiten der deutschen Zeitungen gebracht.
Auch für mich ist es schwierig dieses Thema anzupacken, doch manchmal sind Herrausforderungen gut. Im März war ich auf der ITB und es lag deutlich in der Luft, dass dieses Jahr Länder wie die Türkei und Griechenland nicht auf der Wunschliste für Urlaubsziele stehen.

Tui-Türkei

Viele Gründe dafür:
Die Angst vor Terroranschlägen
Die Konfrontation mit der Flüchtlingssituation
Der Missmut über die Vorgehensweisen von Erdogan im Fall der Meinungsfreiheit

Ich kann dazu nur sagen:
Ich möchte keine Angst vor dem Reisen haben. Ja, es gab Anschläge in der Türkei. Es gab aber auch den Anschlag in Paris und deswegen habe ich noch nicht gehört, dass jetzt keiner mehr Urlaub an der Atlantikküste macht. Ich laufe nicht naiv durch die Gegend, ob ich nach Istanbul reise, würde ich mir laut Empfehlung des Auswärtigen Amts wahrscheinlich doch dreimal überlegen, aber Regionen wie Side und Daylan, die ich besuchen möchte, sind keine Gefahrenzonen.

Viele möchten das Land meiden, da sie dort auf das Elend der Flüchtlinge stoßen könnten. Es heißt ja so schön, aus den Augen, aus dem Sinn. Viele wollen im Urlaub keine Probleme, kein Elend und einfach ihre Ruhe. Kann ich verstehen. Aber ich kann einfach nicht ausblenden, was Sache ist und in der Welt passiert. Ob ich mich in der Türkei an den Strand lege oder in Thailand. Das Problem ist da und nur weil ich es meide und 3.000km entfernt bin, verschwindet es nicht.

Ich war und werde nie ein politischer Blog. Das heißt nicht, dass ich keine Meinung habe. Ich weiß nur, dass das ein Fass ohne Boden ist. Ich finde die Vorgehensweise von Erdogan gegenüber Jan Böhmermann nicht vertretbar, aber deswegen ein ganzes Land bestrafen, sehe ich auch nicht. Es ist nun mal so, dass ich die Hälfte des Welt, ach was schreibe ich da, über die Hälfte der Welt nicht bereisen dürfte, wenn ich etwas gegen die politische Einstellung und Gesetzeslage hätte. Bestraft werden von solchen Aktion immer erst die kleinen und schwachen. Die Bauern, Ladenbesitzer und Dienstleister vor Ort.

Ich fahre für eine Woche mit L’TUR in die Region Side und Daylan. Nicht, um faul am Strand zu liegen. Ich möchte Interviews führen mit Menschen vor Ort, die einen ganz anderen Blick auf die Situation haben. Ich möchte einen Weg finden, sicher durch das Land zu reisen. Ich möchte natürlich auch die Schönheit dieses Landes entdecken, aber vor allem auch – eure Fragen beantworten!

Was beschäftigt euch? Was würdet ihr gerne wissen? Was ist eure Meinung dazu? Bitte schreibt sie in den Kommentaren. Ich freue mich mit euch darüber zu reden.

Christine-Neder-Türkei

6 Kommentare

  1. Türkei als Reiseland zu boykottieren wäre besser !!! Kommt nicht von mir sondern von den Kurden die verfolgt und getötet werden. Ansonsten hast n tollen Blog ;-)

    1. Ich hatte es ja auch schon geschrieben, es gibt in jedem Land Sachen, die man persönlich nicht gut findet. Sei es Menschenrecht, Politik oder auch Tierrecht.

  2. Touristmus bringt zu ein Land freiheit und tolerans. Man kann dass sehr gut beobachten in der Türkei eine Israili und Irana im gleichen schwimmenpool friedlich sind, oder?
    Türke oder Kurde egel welche stamm kammt geben freundliche servise zu turisten in diesem Land? Denken Sie bitte wenn keine turisten gibt wie viel leute wird arbeitlos?

  3. Ausgerechnet den Tourismus zu boykottieren ist natürlich eine verlockend einfache Lösung. Aber viele Arbeitnehmer in der Tourismusbranche stammen aus Ostanatolien und unterstützen mit ihrem Gehalt oft eine Grossfamilie. Mit einem Boykott des Tourismus schadet man den Menschen, denen man vermeintlich helfen möchte.

  4. Je nachdem, welche Maßstäbe man ansetzt, kann man so ziemlich jedes Land boykottieren. Sogar das eigene. Und was macht man dann? Boykott finde ich gerne beim Thema Reisen leicht albern. Entweder ich mag ein Land mit allen Vor-und Nachteilen (denn die gibt es immer) oder eben nicht. Und dann fahre ich eben nicht hin, bevor ich mich im Land selbst unnötig aufrege. Reisen soll ja auch Spaß machen.
    Und ich gebe ehrlich zu: Ich wollte immer mal nach Istanbul. Aber das habe ich erstmal verschoben.
    Gute Reise und viele Eindrücke,
    Tatiana

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