Und was ist dein Traumreiseziel? Eine einfache Frage, die so einfach gar nicht zu beantworten ist. Wie wäre es mit einer „Atlantiküberquerung auf einem Containerschiff“?

 

 

Wenn mich jemand nach meinem Traumreiseziel fragen würde, müsste ich nicht lange überlegen. Zumindest dachte ich das, wie die meisten Anderen von euch wahrscheinlich auch. Tatsächlich wurde ich neulich nach meinem Traumreiseziel gefragt und musste noch während meiner Antwort feststellen, dass das so einfach gar nicht zu beantworten ist. Was wäre für euch die Reise eures Lebens?

Bucht-Marlborough-Sounds

Mich persönlich sollte man lieber nicht als Standart nehmen. Mir schnellen einsame und sagenumwobene Landschaften wie Island mit seinen Geysiren, die schwedische Seenlandschaft rund um Bullerbü oder die grüne Weite Neuseelands in den Kopf. Schönes Wetter ist nicht unbedingt mein erster Gedanke.
Aber dann wiederrum bleibe ich an dem Wort „Traum“ hängen und ertappe mich, wie ich mich frage, ob nicht auch Antworten wie Bali, Seychellen und die Karibik adäquater wären. Eine Palme ragt über einen weißen menschenleeren Strand, die Meereswellen rauschen… Huppela? Ich hab wohl zu viel Urlaubsportal-Werbung gesehen!? Und wieder bleibe ich bei dem Wort „Traum“ hängen: Das ist ja nicht irgendein Wort… nicht irgendein Reiseziel, sondern das Non-Plus-Ultra! Das Reiseziel aller Reiseziele überhaupt, gepaart mit der Erfüllung meiner persönlichen Träume. Ich bin überfordert! Ich träume sehr viel müsst ihr wissen. Traumreiseziel… ist das Abenteuer oder Relaxen? Ganz Fremdes, Fremdes oder Nicht-so-fremdes? Anstatt mich selbst entscheiden zu müssen, habe ich mir mal die Traumreiseziele der Deutschen anhand einer Umfrage von Skyscanner angeschaut.

Christine-Neder-Reisebloggerin

Tatsächlich hat die Umfrage ergeben, dass die Traumreise der Deutschen ein Tauch-Urlaub auf einer paradiesischen Insel sei. Knapp ein Viertel (23 Prozent) der Befragten wünschten sich für ihre „Once in a lifetime“-Reise weiße Strände, kristallklares Wasser und eine spektakuläre Wasserwelt. Da stellt sich mir die Frage: Wirklich? Klar, die Bilder von Unterwasserwelten im Fernsehen sind spektakulär. Aber die Wirklichkeit kann schon ganz anders aussehen. Ich zumindest wurde bei meinem Taucherlebnis bitter enttäuscht. Ob das nun daran lag, dass wir das Angebot vom nächstbesten Straßenhändler angenommen haben oder weil wir eigentlich nur ganz oberflächlich schnorcheln waren sei dahin gestellt. Fakt ist aber, dass unser Riff ganz schön tot und die Seeigel ganz schön pieksig waren. Zudem schwomm in regelmäßigen Abständen Wasser in oder andere Taucher vor meine Tauchbrille, sodass ich dann überhaupt nichts mehr sehen konnte. Obendrein sind solche Urlaubsfotos in Tauchmontur auch eher unbrauchbar. Hier ein kurzes Beweisfoto:

Christine-Neder-Reiseblog

Auf Platz zwei der Traumreiseziele der Deutschen rankt Skyscanner eine Reise nach Down Under, um Koalas und Kängurus zu streicheln (13,9 Prozent). Diesen Traum hegen gut doppelt so viel Frauen wie Männer, versteht sich. Auch mich lockt Australien – das mit den Tieren würde ich aber doch sein lassen. Der Anblick von Kängurus hat mich schon im Zoo immer etwas enttäuscht. Die Tatsache, dass die außerdem boxen können, macht mir eher Angst. Man denke nur an die Hippos – niedlich und entzückend finden wir sie. In Wahrheit ereignen sich zum Beispiel in Afrika die meisten tödlichen Unfälle mit genau diesen niedlichen, entzückenden und schwerfälligen Tierchen, die im übrigen an Land schneller sind als wir Menschen selbst. Und wo sollte ich diese Tiere streicheln? In einem kleinen Zoo, wo das Tier danach in seine kleine Zelle zurück gesteckt wird? Nur damit ich es mal tätscheln und ein Foto knipsen kann? Da freue ich mich lieber auf eine Safari, bei der ich aus freundlicher Distanz einen kurzen Blick auf das Tier in seiner natürlichen Umgebung erhaschen kann.

Zebra-in-Namaqualand National Park

Platz drei der Traumreiseziel der Deutschen geht an eine Autotour von Alaska über den Pan-Amerika-Highway bis ins Feuerland nach Argentinien (8,7 Prozent). Eher so der Männertraum, aber trotzdem voll mein Ding! In Amerika habe ich mal so einen Roadtrip gemacht. Mit den richtigen Connections geht das sogar ganz gut, ohne sich teuer ein Auto mieten zu müssen. Viele ältere Leute ziehen dort mit den Temperaturen alle halbe Jahre um – im Sommer entfliehen sie zum Beispiel der unerträglichen Hitze Arizonas auf eine idyllische Ranch in Wyoming, im Winter geht es wieder zurück. Während die Herrschaften bequem fliegen, dürfen Leute wie du und ich ihr Auto für einen kleinen Roadtrip borgen und zu ihnen nach Hause kutschieren. Zwei Fliegen mit einer Klatsche voller Abenteuer, Adrenalin und hollywoodreifer Ausblicke.

Christine-Neder-ROadtrip

Wir halten fest, die Traumreiseziele der deutschen sind überwiegend abenteuerlich, aktiv und unternehmungslustig. Da wäre noch der Gang über die Chinesische Mauer für 7,4 Prozent als „Once in a lifetime“-Reise. Das lustige an so einer Reise ist, dass man am Ende des Tages häufig mit zig ziemlich gleich aussehenden Bildern auf der Kamera zurück kommt, dessen Motiv man in einem guten Postershop hätte viel schöner bekommen können. Vom Eifelturm zum Beispiel habe ich bei meinem Besuch schnell aufgehört Bilder zu machen – an meinen Elliott Erwitt kommt eh keines ran. Statt dessen tut es auch mal gut, die Kamera einfach wegzulegen und den Moment mit eigenen Augen statt immer durch die Linse wahrzunehmen. Erstaunlicherweise erinnert man sich dann auch viel intensiver an den Moment.

Traumreiseziel der Deutschen

Ich frage mich, wer auf die Idee „Atlantiküberquerung auf einem Containerschiff“ gekommen ist. Jene Person würde ich gerne fragen, ob Sie sich ihre Traumreise undercover oder als Crew-Mitglied vorstellt? Schon oft habe ich darüber nachgedacht, wie aufregend es wohl wäre, sich, auf einem Schiff versteckt, irgendwohin zu schmuggeln. Ein Freund und Kapitän hat mir dann aber schnell den, im wahrsten Sinne des Wortes, Wind aus den Segeln genommen: Es sei heute so gut wie unmöglich und würde schon beim alleinigen „aufs Schiff kommen“ scheitern.

Das mit dem Nordkap (5,05 Prozent) und der Antarktis (4,6 Prozent) wäre wohl noch was für mich. Allerdings würde ich dann noch eine Schlittenfahrt mit dem Husky hinzufügen.

„Am Äquator stehen“ (1,4 Prozent) finde ich irgendwie so, wie am südlichsten Punkt von XX (fügen Sie hier einen beliebigen Kontinent ein) stehen. Plötzlich steht man da und fragt sich, was daran jetzt genau anders ist, als wenn man 100 Meter weiter links/rechts/oben/unten stünde.

Und damit bleiben meine Traumreiseziele ins Grüne unter den von Skyscanner 9,65 Prozent prognostizierten „anderen Reisen“, die die Deutschen als Traumreiseziele angegeben haben.

Und irgendwie lässt mich das Gefühl nicht los, dass auch ihr alle noch ganz andere Traumreiseziele habt, als da angegeben wurde.  Es würde mich ja brennend interessieren, welche das sind.

16 Kommentare

  1. Moin Christine,

    was mich am meisten reizen würde, wäre eine Weltreise von Cafè zu Cafè und von Restaurant zu Restaurant – also die großen und kleinen Städte der Welt abklappern, so wenig fliegen wie möglich und von Stadt zu Stadt mit dem Auto, um am jeweiligen Ziel vormittags in einem Cafè zu sitzen und die Menschen zu beobachten, nachmittags nochmal in einem anderen Cafè und abends einen Besuch in einem der guten Restaurants ein ortsübliches Gericht zu sich nehmen.

    Auf diese Weise könnte man über Wochen und Monate Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen einzelnen Orten herausfinden, zwischen den Kaffee- und Esspausen ganz viel rumlaufen und von Stadt zu Stadt die Gegend erfahren. Und der Vorteil ist: Du kannst die Reise theoretisch über Jahre und alle Kontinente machen, ohne dich zu wiederholen…und du musst nch nicht mal weit fahren, sondern kannst im Nachbarort damit beginnen!

    Schönen Gruß aus Hang Over!
    Don Krypton

  2. Huhu,

    ich würd‘ ja gern, aber man zwingt mich mit Geld zur Arbeit! Man erpresst mich förmlich, morgens ins Büro zu kommen und meine brillianten Ideen statt für mein eigenes Wohlbefinden für den Nutzen der Gesellschaft einzusetzen! Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich in einigen Jahren deutlich mehr Zeit auf der Straße und in Cafès verbringen werde…so in etwa 20 Jahren…*krächtz*…!

    Komme mir jetzt keiner mit sowas wie „Du musst dein Leben JETZT leben!“ und so ’nem Käse…ich muss JETZT noch bis Drei arbeiten…!

  3. Liebe Miss,

    mein Traum von Urlaub, da ziemlich verträumt und unerreichbar: Eine Tour durch die bekanntesten Pariser Patisserien, und zwar um 6 Uhr morgens. Wenn draußen noch alles schläft und die Zuckerkünstler mit Schokolade zeichnen. Macarons hübsch in Auslagen legen und sich die Süssliebhaber schon mal die Nase am Schaufenster platt sehen.

    Ich habe allerdings auch nichts gegen Urlaub, in welchem mal andere für mich kochen, wo ich nichts tun kann, außer zu entspannen, zum SPA zu watscheln und mir ein hübsches Kleid für den Abend auszuwählen. Zack.

    Liebe Grüße!
    Jeanny

  4. Meine Traumreise ist irgendwann mal mit der transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Peking zu fahren. Zwischendurch ein, zwei Stopps in Russland (z.B. am Baikalsee), und auf jeden Fall eine Woche in der Mongolei verbringen. Ich will diese ewige Steppenlandschaft unbedingt mal sehen!
    Ansonsten werde ich in den nächsten Jahren mit ner Bekannten mit nem Auto durch Osteuropa bis nach Istanbul fahren, mit Sicherheit auch ganz nett. ;)

  5. Dann meld ich mich, sehr gern ;) Und falls dir noch jemand bei irgendnem Roadtrip fehlt, sag Bescheid, bin für sowas immer zu haben. Vor nem Monat erst mit ner Freundin mit dem Auto nach Portugal gefahren, das war auch toll!

  6. Wir waren schnell, zwei Tage :D Ein bisschen mehr Zeit einplanen ist aber sicher nicht verkehrt, kann man noch mehr die Landschaft und das gute Essen genießen.

  7. Oh ja das liebe Reisen =) Im Raum Europa hab ich alles durch, Zeit für mich langesam mal weiter zu kommen… Thailand/Vietnam steht auf alle Fälle nächstes Frühjahr an (vermutlich April). Das steht einfach schon zu lange auf der Liste, die schier endlos ist. Auch spannend fand ich diesen Blog über Trekking in Marokko, vielleicht dann 2015 ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*