Die Tage zwischen den Jahren sollen ja angeblich besinnlich sein. Man blickt zurück auf sein Jahr, vielleicht zieht der ein oder andere ein Resümee und macht hoffentlich ganz viele Pläne für das neue Jahr! Was ich dieses Jahr ganz besonders schön fand, die viele Post, die ich von euch, liebe Leser, bekommen habe! Manchmal bin ich gar nicht mehr hinterher gekommen und es hat einige Tage, manchmal auch Wochen gedauert, bis ich geantwortet habe, doch ihr müsst mir glauben, ich habe mir ganz viel Mühe gegeben und hoffentlich niemanden vergessen. Ich habe auch eine neue Youtube-Rubrik gegründet, in der ich alle eure Fragen einmal im Monat beantworten werde.

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Doch manche Mails haben einfach Themen, die ich nicht so nebenbei in einem Video behandeln kann. Zum Beispiel die Frage, wie man raus aus dem Hamsterrad des Alltags kommt und sich selbstständig macht. Ich weiß, ich hatte viel Glück, dass ich so ein Leben führen darf, wie ich es gerade tue. Ich bin frei, kann mir meine Zeit einteilen, habe keine egozentrischen Chefs oder nervigen Mitarbeiter, alles Faktoren, die vielen das Leben zur Hölle machen. Ich möchte euch jetzt nicht sagen, schmeißt alles hin und werdet Blogger oder geht auf Weltreise. Ich möchte euch ein paar Tipps geben, wie ihr vielleicht ein bisschen mehr Freude und Freiheit in euer Leben bekommt, glücklicher werdet und in kleinen Schritten ans Ziel kommt – selbstständig werden.
Selbstständig werden: Bin ich glücklich?

Ganz ehrlich, wie oft stellt ihr euch die Frage? Nur einmal im Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr? Das ist zu wenig! Ich stelle sie mir jeden Morgen, wenn ich die Augen aufmache. Dann blinzle ich kurz, schaue an die Decke und frage mich: Bist du glücklich, Christine? Wenn die Antwort ja ist, na dann herzlichen Glückwunsch, raus aus dem Bett und der Tag kann beginnen. Wenn sie nein lautet, dann liegen bleiben, einmal tief einatmen und in sich hinein hören. Ja, auch ich habe Tage, an denen ich die Frage verneine und dann frage ich mich weiter: Warum bin ich nicht glücklich? Was macht mir schlechte Laune? Was stört mich? Worauf habe ich keine Lust heute? Manchmal sind es nur einzelne Termine, auf die ich keine Lust habe, doch manchmal habe ich auch Phasen, in denen ich tagelang schlechte Laune habe. Zum Beispiel als ich von den Malediven kam. Schuld daran war ein ordentlicher Vitamin D Mangel, die Erkenntnis, dass ein Mensch in meinem Umfeld mir nicht gut tut und die Einsicht, dass ich zu viel arbeite. Der erste Weg raus aus dem Hamsterrad ist die Erkenntnis. Man muss wissen, was einen stört, sonst kann man es nicht ändern.

Selbstständig werden: Der alte Job

Es ist leider wirklich so, dass die meisten unglücklich in ihrem Beruf sind, dass es jeden Tag eine Qual für sie ist, aufzustehen und den Weg ins Büro anzutreten. Auch ich habe solche Zeiten gehabt. Und ich war wahrscheinlich, wie die meisten von euch, auch zu feige das Ganze zu beenden. Ich wurde glücklicherweise zu meinem Glück gezwungen aber gleichzeitig ins kalte Wasser geschmissen. Meine erste Festanstellung in einem Start up wurde mir nach drei Monaten gekündigt, weil “ich zu viel Christine Neder war”. Ich habe den Satz bis heute nicht so richtig begriffen. Wahrscheinlich weil ich gerade das 90 Nächte Buch geschrieben habe und meinen Blog nebenbei hatte. Ich hatte jedoch das Glück, dass ich schon lange ein neues Projekt im Kopf hatte “40 Festivals in 40 Wochen” und noch frei für das Start up weiter arbeiten konnte. Alle, die früh aufwachen und merken, dass da ein Widerstand ist aufzustehen und sich auf den Weg zur Arbeit zu machen, denen empfehle ich auch da mal genau in Worte zu fassen, was sie stört. Ist es der Chef? Sind es die Arbeitskollegen oder ist es die Arbeit an sich? Will man etwas ganz Neues, anderes machen?

Selbstständig werden: Neue Wege gehen

Ja, man will etwas ganz anderes machen und jetzt? In der Ruhe liegt die Kraft. Ich würde jedem empfehlen seine Leidenschaft erst einmal ein paar Monate als Hobby auszuleben um zu überprüfen, ob es wirklich was für euch ist und die Begeisterung auch länger anhält. Ich möchte euch nichts unterstellen, aber auch ich habe manchmal Phasen in denen ich denke, ich will jetzt unbedingt noch mal was ganz anderes machen, doch in ein paar Wochen ist dann die Begeisterung wieder weg und es war nur ein Floh im Kopf. Viele von euch haben vielleicht auch den Wunsch Blogger zu werden. Dann bitte fangt es an, weil ihr eine Leidenschaft habt, mit der ihr euch jeden Tag beschäftigen wollt aber nicht, weil ihr damit euer Geld verdienen wollt. Ich weiß, dass ist gerade Mode geworden, einen Blog anzufangen, um damit Geld verdienen zu wollen. Aber ich finde, dass ist nicht der richtige Weg.

Selbstständig werden: Zeit gewinnen

Ihr wisst, wo der Weg hingehen soll, traut euch aber nicht zu kündigen? Verstehe ich. Auch ich bin eigentlich der größte Sicherheitsfanatiker. Ich weiß nie, was im nächsten Monat auf mein Konto eingeht, welche Jobs kommen und ob Jobs kommen. Eins kann ich euch sagen: Wer Freiheit will, muss mutig sein. Wer Freiheit will, arbeitet am Anfang vielleicht 18 Stunden, anstatt 8. Wer Freiheit will kennt erst einmal keine Freizeit, keinen Feierabend, kein Wochenende. Ich war mutig, aber nicht unvorsichtig. Jedem, der sich selbständig machen will, dem empfehle ich sich als erstes einen finanziellen Puffer anzulegen. Vielleicht könnt ihr auch erst einmal von einer fünf Tagewoche auf eine vier Tagewoche wechseln um mehr Zeit für euer Projekt zu haben, aber auch noch ein regelmäßiges Einkommen. Ihr solltet euch auch unbedingt informieren, welche und ob es eventuell Fördergelder gibt, die ihr in Anspruch nehmen könnt. Ich habe es nie gebraucht, aber ich hatte auch immer die Gewissheit, dass mich meine Eltern auffangen, falls alles schief geht.

Selbstständig werden: Sparsam leben

Wer wenig Geld zum Leben braucht, hat klar einen Vorteil beim experimentierfreudig sein. Ich bin unglaublich sparsam, deswegen konnte ich auch das Jahr in dem ich 40 Festivals in 40 Wochen besucht habe, gut überstehen. Wenn ihr plant euch beruflich zu verändern und vielleicht nicht wisst, wie es sich finanziell entwickelt, versucht eure laufenden Kosten gering zu halten. Zieht vielleicht noch mal um, in eine kleinere Wohnung. Ändert euren Lebensstil und spart so Geld, das ihr erst einmal nicht verdienen müsst.

Selbstständig werden: Das Umfeld

Ich glaube je älter man wird, desto wählerischer wir man mit seinem Umfeld, denn man merkt, wie wichtig sie für das Wohlbefinden ist. Wenigstens geht es mir so. Ich weiß nicht, ob ich zu anspruchsvoll bin, aber ich wünsche mir schon einige Sachen von Freunden. Aber nichts, was ich nicht auch geben würde. Ich möchte mich auf sie verlassen können auf sie. Ich möchte nicht, dass ich eine Parttime-Freundin bin, die man eben nur anruft, wenn man Probleme hat. Ich möchte nicht das Gefühl bekommen ausgenutzt zu werden, weil man mich für irgendwelche Zwecke benötigt. Ich will einfach nur eine ganz normale Freundschaft, die leider immer schwerer wird. Eine Freundschaft muss man pflegen, man muss sich Zeit nehmen, man muss auch mal Zuhören lernen. Man muss den anderen kennenlernen wollen! Ich kenne Menschen jahrelang und sie wissen nichts von mir, weil sie mich einfach nie was persönliches gefragt haben. Oft habe ich mich in einer Freundschaft nur als seelischer Mülleimer gefühlt und wurde ausgelaugt zurück gelassen, als es dem anderen besser ging. Das will ich nicht mehr und das macht auch nicht glücklich. Was das jetzt mit selbständig werden zu tun hat? Wer eine sichere Basis hat, wer Freunde hat, die zu einem stehen, der kann alles schaffen!

Selbstständig werden: Scheißt auf die anderen

Es ist euer Leben. Ihr habt nur eins und die Zeit geht rasend schnell vorbei. Ihr seid unglücklich? Dann ändert es und hört dabei nicht zu viel auf die anderen, die euch einreden ihr solltet froh sein, dass ihr überhaupt einen Job habt. Was bringt ein Job ohne Freude? Geld. Aber Geld allein macht nicht glücklich. Es sind die Momente, in denen man etwas Eigenes erschafft. In denen man in einer Leidenschaft aufgeht. Ich habe in meinem Leben viele Menschen in meinem näheren Umfeld gehabt, die unzufrieden mit ihrem Job waren. Ja, deren Job sie sogar krank gemacht hat. Richtig krank. Ich glaube, ihnen habe ich zu verdanken, dass ich vieles anders mache. Wenn man so etwas miterlebt, dann denkt man anders. Dann weiß man, was aus einem wird, wenn man einen Job hat, der einen zermürbt. Noch heute frage ich mich bei jedem Projekt: Macht mir das Spaß? Will ich das? Und wenn es nichts für mich ist, dann leuten meistens schon meine inneren Alarmglocken und ich merke, dass ich das Projekt nicht annehmen kann, oder wieder absagen muss. Das wichtigste im Leben ist nicht einen Job zu haben. Das wichtigste ist glücklich zu sein. Und wenn ihr es noch nicht seid – zu werden!

Selbstständig werden: Selbstbewusst sein

Wer selbstständig werden will, muss auch selbstbewusst sein. Ihr müsst hinter eurer Entscheidung und eurer Arbeit stehen. Meistens ist es so, dass wenn man etwas Neues anfängt, die anderen einen erst einmal misstrauisch anschauen. Ich weiß noch ganz genau, wie mich meine Familie und meine Freunde angeschaut haben, als ich ihnen mein Projekt von den “90 Nächten, 90 Betten” erzählt habe. Ich glaube sie wollten mich am liebsten direkt in die Klapse einweisen. Aber egal, was sie gesagt haben, ich stand hinter meine Idee. Ich habe daran geglaubt und war überzeugt, dass das der richtige Weg ist. Und es war die beste Entscheidung meines Lebens! Ich stehe nicht auf Leute, die jeden Scheiss als Gold verkaufen. Ich bin auch nicht gut darin mich zu “verkaufen” und am lautesten HIER zu schreien. Ich glaube, ich bin ganz bodenständig geblieben, kritisch mit mir selbst, aber trotzdem davon überzeugt, dass das,was ich mache, gut ist.

Das waren meine Tipps. Ich hoffe ich konnte euch helfen, inspirieren, anregen und vielleicht auch ein bisschen die Augen öffnen. Selbstständig sein ist für mich das aller beste. Doch es ist nicht für jeden ideal. Wenn ihr noch mehr Fragen habt, hinterlasst ein Kommentar! Zum Schluss möchte ich euch noch eine Sache mit auf den Weg geben. Menschen sind oft unglücklich in ihrem Beruf wegen Kunden. Kunden, die sie anschreien, unfair und gemein sind. Diese Kunden könntet auch ihr sein. Also denkt doch das nächste Mal ein bisschen nach, wenn ihr an einer Hotline seid oder an der Kasse steht, ob ihr wirklich so grummelig sein müsst, oder lieber ein Lächeln schenkt. Das kann manchmal so viel Wert sein.

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