Bitte dieses Lied beim Lesen hören!

Man sagt, alles im Leben hat einen Sinn. Bei manchen Situationen schwer vorstellbar, bei vielen ausgeschlossen, doch bei den meisten wirklich wahr. Manchmal wissen wir gar nicht wieso, weshalb und warum Sachen passiert sind, die in diesem Moment nicht positiv für uns waren. Manchmal bekommt man aber den Grund gezeigt und der hilft einen wiederum bei anderen schwierigen Situationen sich zu sagen: „Alles hat irgendeinen Sinn im Leben!“ Vielleicht begreift man ihn irgendwann, vielleicht auch nie und man muss mit der Überzeugung leben, dass es schon einen geben wird. Ich weiß noch, als ich in der 12. Klasse in der Theatergruppe nicht die Rolle bekommen haben, die ich unbedingt spielen wollte. Ich habe Rotz und Wasser geheult und war so bockig, dass ich aus der ganzen Gruppe ausgestiegen bin. Die Welt erschien mir zu diesem Zeitpunkt so ungerecht! Zur Premiere des Stücken bin ich auch nicht gegangen, sondern auf eine Party, auf dem ich einen wunderbaren Mann näher gekommen bin. Wenn ich also die Rolle bekommen hätte, wäre ich nie auf der Party gewesen und hätte den Mann nicht kennen gelernt. Den Mann kennen lernen war definitiv eine größere Bereicherung meines Lebens, als das es die Rolle im Theaterstück hätte sein können. Auch dass ich damals nach meinem Studium keinen Job in München bekommen habe, hat mich wahnsinnig gemacht und ich dachte, die Welt hat sich gegen mich verschworen. Doch hätte ich einen Job bekommen, wäre ich nie nach Berlin gegangen, hätte nie mein Buch geschrieben, das Projekt gemacht ect. Ja, vielleicht hat alles einen Sinn. Ja, bestimmt hat alles einen Sinn. Ein trauriges Beispiel hatte ich wieder letzte Woche.

Ich war 14 Jahre alt und unsterblich in diesen einen Jungen verliebt, der eine Stufe über mir war und ein bisschen wie Nick Carter aussah. Ich habe zwei Jahre lang jeden Tag meiner Pause dort verbracht, wo er entlang gelaufen ist. Wartend auf einen Heizkörper,  lesend auf einer Bank. Ich habe ihm Liebesbriefe geschrieben, Rosen zu Valentinstag geschickt und tausend sehnsüchtige Blicke zugeworfen. Er hat nie mit mir gesprochen. Aber er wusste, dass er damals mein Traummann war. Mit 16 Jahren ist er von der Schule gegangen, mit 18 haben ich ihn das letzte Mal gesehen. Er hatte eine Freundin. Mal wieder habe ich die Welt nicht verstanden, aber irgendwie habe ich mich damit abgefunden. So eine große, lange Liebe vergisst man jedoch nicht einfach so und ab und zu fragte ich mich immer noch. Wie er jetzt wohl aussieht? Ob er noch mit seiner Freundin zusammen ist? Wie sein Leben verläuft. Letzte Woche habe ich die Antwort bekommen. Er ist vor zwei Jahren gestorben. Ich war geschockt. Ja, sogar den Tränen nahe. Obwohl ich mit diesem Menschen nie geredet habe, hat er mich zwei Jahre lang geistig beschäftigt und ich konnte an nichts anderes denken. Als das Unglück passiert ist, war er immer noch mit seiner Freundin zusammen, die er damals mit 18 hatte. Ich konnte es nicht lassen darüber nachzudenken, was gewesen wäre, wenn ich sie gewesen wäre. Wenn er damals meine Liebe erwähnt hätte. Ich wäre bestimmt nicht so ein glücklicher Mensch, wie ich es jetzt bin.

Es hatte also wieder einmal alles einen Sinn… Der Sinn des Lebens?

trauriges Männchen trauriges Männchen trauriges Männchen trauriges Männchen

17 Kommentare

  1. ohh..jetzt bin/war ich sogar den tränen nahe..diesen typ..so mit geistig beschäftigen und sowas..den hatte ich auch :D kann mir vorstellen wir das war..naja
    du schreibst so schön, ich freue mich jedesmal auf einen neuen post von dir :)

  2. Deine Beispiele bestätigen irgendwie meine Gedankengänge.. Das Einzige, an was ich wirklich glaube ist das Schicksal. Es gibt viele Situationen, die einen herausfordern und erst einmal total negativ erscheinen, man sich- wie du schon sagst ungerecht behandelt fühlt oder einfach denkt, alle sind gegen einen. Aber irgendwie hat doch alles einen Sinn, auch wenn man dies erst viel später bemerkt. Man kann aus jeder Situation was positives für sich mitnehmen und das finde ich wahnsinnig wichtig. Bei mir gibt es auch 2 treffende Beispiele: Ich bin vor 2 Jahren wegen meinem Exfreund nach München gezogen, habe ihn abgöttisch geliebt, mich selbst aufgegeben, um es ihm immer Recht zu machen. Nun hat er sich vor einem halben Jahr von mir getrennt. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen, ich dachte wirklich und ohne Übertreibung, das wäre das Schlimmste was mir passieren kann. Doch nun im Nachhinnein bin ich ihm mehr als dankbar, das wir nicht mehr zusammen sind.
    Oder als ich nach einer Ausbildungsstelle gesucht habe. Die erste Agentur war so toll, da wollte ich unbedingt hin. Eine Antwort blieb aus, 20 weitere Vorstellungsgespräche folgten, ohne Erfolg. Ich bin fast wahnsinnig geworden. Doch dann meldete sich nach Monaten meine Traumagentur mit MEINER Stelle. Hätte ich damals vielleicht eine Zusage für eine andere Agentur bekommen, würde ich heute nicht da arbeiten und so gluecklich sein, wo ich jetzt bin.

    Natürlich gibt es auch oft Situationen, in denen es das Schicksal wirklich nicht gut meint. Aber wie sagt man so schön, was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker. Klingt vielleicht ein wenig abgedroschen, aber das Leben geht nun einmal seine eigenen Wege.

    Bin so gespannt auf deinen nächsten Text, du machst mich damit regelrecht süchtig ;-)

  3. Auch wenn sich das etwas desillusionierend anhört. Es gibt kein Schicksal nur Zufall und Wahrscheinlichkeit und ein faszinierendes Organ, dass die Evolution zu einem exzellenten Mustererkenner geformt hat. Dieses Organ hat nur ein Problem. Es ist überangepasst und neigt dazu auch Kausalität anzunehmen, wo keine vorhanden ist und so wird aus Zufall und Wahrscheinlichkeit plötzlich Schicksal.

    Zur eigentlichen Frage zitiere ich doch auch aus einem Song:
    „Der Sinn des Lebens ist Leben, das wars.
    Der Sinn des Lebens ist Leben.
    Jeder tritt auch mal versehendlich daneben,
    Der Trick ist immer die Balance zwischen Nehmen und Geben. “
    Casper – Das Grizzly Lied

  4. hahaha shoggote, warts mal ab bis es bei dir ans sterben geht oder an andere dinge die du superhirn dir nicht erklären kannts, wenn du solche angst hast, dass du kaum noch atmen kannst! aber dumme kennen keine angst und denken so einfach, dass sie sich eben alles erklären können u.a. auch dinge für die andere menschen LANGE studieren müssen .während ich das schreibe frage ich mich, was genau deine rolle in der evolution ist. wenn wir innerhlab der theorie der adaptiven evolution bleiben, wird dein gencocktail sicher nicht mehr lange machen

    aber bis dahin hoffe ich dass du dich noch einmal so richtig fürchten musst, damit es dir in deinem bechränkten, kleingeistigen nihilismus so richtig schön ungemütlich wird!

  5. @Lilly
    Menschen die von Hass auf sich und die Welt zerfressen sind und dann ihren Selbsthass auf andere Menschen projizieren sind eines der wenigen Dinge vor denen ich wirklich Angst habe.

    Gevatter Tod hatte ich schon ein paar Mal das Vergnügen mit, teils weil er Freunde viel zu früh zu sich gerufen hat und teils weil er mir selbst schon ins Gesicht gegrinst hat und ich das Glück hatte zu überleben.

    Manche Menschen werfen solche Ereignisse vollkommen aus der Bahn, andere reifen und wachsen an diesen. Ich hoffe für dich, dass du wieder zu dir selbst findest und du dein dunkles Tal aus eigener Kraft oder mit fremder Hilfe wieder verlassen kannst und du zu zweiterer Kategorie gehörst.

    Bis dahin
    „An jene, die am Leben geblieben sind,
    um Trauer zu tragen.
    So wahr wir verschieden sind,
    ich möchte euch sagen,
    dass ich weiß, wie ihr euch fühlt.
    Da wird der Boden unter Einem einfach weggespült,
    wenn etwas Großes wie der Tod
    sich durch das Leben wühlt
    und dennoch dauert es Tage,
    bis man irgendwas fühlt,
    bis man verletzt am Boden liegt.

    Was soll dich jetzt noch berühren?
    Du hast verloren, was du liebst
    und diese Leere lässt dich spüren,
    dass du lebst.
    Wie grotesk.
    Wie verzehrt sich Liebe in Schmerz,
    zerfetzt dich und bricht dir das Herz.

    Und du zitterst und frierst und
    dir ist kühl von innen
    und du kriegst das Gefühl,
    nie wieder lieben zu können.
    Auf diese Ohnmacht folgt Wut,
    die kaum Grenzen kennt.
    Das ist die Liebe,
    die in deinem Herzen brennt.
    Und obwohl du sie kennst, die Zeit
    und ihre Regeln,
    steht das dem Leid dem Moment
    nicht entgegen.
    Also lässt du es zu,
    und es dringt in dich ein.
    Du wehrst dich nicht mehr,
    du lässt es herein.

    Und dann begreifst du,
    wenn du daran nicht zerbrichst,
    dann reifst du.
    Und dann entdeckst du,
    wenn du das überstehst,
    dann wächst du.

    Thomas D – An alle Hinterbliebenen
    http://www.youtube.com/watch?v=_kOyV93rPsM

  6. Ich denke, jeder Mensch braucht das Bewusstsein, dass sein Leben in eine höhere Sinngebung eingebettet ist. Alles andere wird dem Menschen und seinen Bedürfnissen nicht gerecht und erzeugt deshalb Angst. Wir sind einfach nicht dafür gemacht, in völliger „Alleinzuständigkeit“ und Eigenverantwortlichkeit – ohne eine höhere Instanz – für uns zu sorgen. Wer wirklich ehrlich ist und sich selbst beobachtet merkt, dass er irgendetwas Übergeordnetes braucht, was ihn entlastet und damit nicht zuletzt auch wertschätzt. Da muss es jemanden geben… Wie kann man sich nur mit einem Glauben an seelenloses Schicksal zufrieden geben? Das tun eigentlich nur solche, die sich ohne Nachdenken von allem und jeden unabhängig erklären müssen – koste es, was es wolle! Was für ein Blödsinn. Ich jedenfalls möchte auf ein Gegenüber nicht verzichten.

  7. mir geht es wunderbar und ich liebe das leben, sehr sehr sehr! aber es macht für mich sinn und den lasse ich mir nicht nehmen, schon gar nicht von pseudowissenschaftlich belegten dogmen! dein absolutheitsanspruch ist das was mich befremdet. Was immer du von MIR – einer abtrakten Fremden – denkst und wie du mich beschimpfst allerdings – ist mir gleich!

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