Irgendwie da sein aber doch ganz weit weg in einer komplett anderen Welt – das macht ein Hörbuch mit Einem. Ich kann mich noch an so viele Momente erinnern, wo ich mit Kopfhörern auf den Ohren und einem Hörbuch auf dem iPhone durch die Gegend gelaufen, gewandert und gefahren bin. In Neuseeland habe ich beim Wandern „Mondscheintarif“ von Ildikó von Kürthy gehört, beim täglichen Gassi gehen durch Friedrichshain „Not that kind of girl“ von Lena Dunham und im Auto „Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf.

Hörbücher

Ein Hörbuch kann einfach alles mit einem machen. Zum Lachen, zum Weinen, zum Nachdenken und Vergessen bringen. Den intensivsten Moment hatte ich am 31.12.2014, als ich im Auto Richtung Berlin saß und mir „Arbeit und Struktur“ angehört habe. Ich habe geheult wie ein Schlosshund mitten auf der Autobahn, aber trotzdem war das Buch so gut. So unglaublich gut, dass ich immer noch fast jede Woche daran denke. Bücher verändern einfach unser Leben und ich würde euch gerne meine Lieblingshörbücher vorstellen, die ihr bei Deezer nachhören könnt.

Island-Roadtrip

„Mondscheintarif“ von Ildikó von Kürthy:

Um was geht es? In Mondscheintarif geht es um die emanzipierte Cora Hübsch, eine eigentlich selbstsichere Frau. Nun ist sie aber verliebt, bedient Klischees und reflektiert sich dabei immer wieder. Die ganze Geschichte spielt nur in der Zeit, in der sie vor dem Telefon sitzt und darauf wartet, dass das Objekt der Begierde anruft. Hier geht es weniger um die Story an sich, sondern um die unsagbar witzigen Dialoge.

Warum ich es so gut finde? Weil Ildikó von Kürthy für mich eine der besten Autorinnen ist. Ich liebe ihren Schreibstil, ich liebe ihren Witz. Sie könnte alles schreiben, einen Thriller, einen Krimi, ein Drama – ich würde es mir anhören, weil ich einfach ein großer Fan von ihr bin.

„Not That Kind of Girl“ von Lena Dunham:

Um was geht es? Lena Dunham spielt die umfeierte Hauptrolle der Serie „Girls“, in der sie von einer lustigen Sex-Geschichte in die nächste schlittert. Auch in diesem Buch dreht sich alles nur um das Eine. Lustige und peinliche Geschichten, clever verpackt und so gar nicht klischeehaft, denn sie ist „not that kind of girl“!

Warum ich es so gut finde? Es geht nicht nur um Sex, sondern um das Leben allgemein. Lena lässt sich und alle anderen in ihrem Leben sprechen. Ich glaube am meisten verbunden fühle ich mich mit ihrer 100-jährigen Tante namens Doad, weil sie es genauso sieht wie ich: Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen.

„Sie ist hundert und hat die Energie einer Frau Anfang achtzig. Obwohl ihr Körper bei den meisten Aktivitäten nicht mehr mitspielt, strickt sie noch, schnitzt und spielt Orgel. Sie hat die Yankee-Einstellung, die Dinge zu nehmen, wie sie kommen. Für sie ist Krebs so ähnlich wie ein Einkaufszentrum, das vor der eigenen Haustür hochgezogen wird: eine lästige Überraschung, aber was soll man machen?”

„Das Gegenteil von Einsamkeit“ von Marina Keegan:

Um was geht es? Schon die Lebensgeschichte der Autorin ist mitreißend, denn Keegan stirbt einige Tage nach ihrem Abschluss bei einem Autounfall. Was bleibt sind ihre Geschichten. Geschichten, die sehr persönlich sind und die vor brillanten Figuren nur so glänzen. Da ist die junge Frau, die nach dem Tod ihres Freundes mit der besonderen Rolle ihrer Vorgängerin, also seiner Ex-Freundin umgehen muss. Oder die alte Dame, die eine Beziehung zu einem jungen, blinden Mann aufbaut. Schöne, kleine Geschichten, die zum Nachdenken und Nachfühlen einladen.

Warum ich es so gut finde? Das Buch erzählt eine unglaublich traurige Geschichte mit einem Happy End. Marina Keegan wollte schon immer Bestsellerautorin werden. Fünf Tage nach ihrem Studienabschluss starb sie bei einem Autounfall. Ihr Freund saß am Steuer und hatte einen Sekundenschlaf, doch ihm ist nichts passiert. Anstatt ihn zu hassen, dass er ihnen ihre Tochter weggenommen hat, unterstützte Marinas Familie ihren Freund. Und sie verhelfen Marina zu dem, was sie immer sein wollte – eine Bestsellerautorin werden. Sie sammelten ihre Werke und veröffentlichten sie. So eine schöne, aber auch wahnsinnig traurige Geschichte.

„Mängelexemplar“ von Sarah Kuttner:

Um was geht es? In ihrem Hörbuch liest Sarah Kuttner die Geschichte von der liebeskranken Caro, die von normalen Liebeskummer in die Depression schlittert. Absolut niederschmetternd ist ihr Leid und absolut mitreißend ihre Höhen. Caro nimmt sich selbst und „ihren Zustand“ nicht so ernst und das macht sie absolut liebenswert. Dieses Hörbuch lässt einen über das Leben nachdenken und laut lachen.

Warum ich es so gut finde? Es ist einer jeder Hörbücher, über die man noch jahrelang nachdenkt. Wenigstens ging es mir so. Ansonsten kann man es einfach schwer beschreiben, man muss es hören.

„So was von da“ von Tino Hanekamp:

Um was geht es? Diese Geschichte nimmt den Hörer mit auf den Kiez. St. Pauli, Reeperbahn. Der Musikclub-Betreiber Oskar Wrobel kämpft sich auf den Seiten des Romans durch allerlei Probleme, die ihm das Leben bringt – Frauen, Schulden, böse Zuhälter und vieles mehr. Abseits von der Geschichte erfährt der Hörer viel über Musik und das Hamburger Lebensgefühl. Und wie sich die Liebe anfühlt …

Warum ich es so gut finde? Ich habe dieses Buch schon mindestens dreimal gehört. Am schönsten finde ich die Liebesgeschichte von Oskar und Mathilde. Diese Geschichte zerstört ihn und dann, dann verleiht sie ihm Flügel und es ist ein wunderbarer Beweis, dass alles, auch wenn man leidet, einen Sinn hat.

„Arbeit und Struktur“ von Wolfgang Herrndorf:

Um was geht es? 2013 starb der ausgezeichnete Autor Herrndorf und zurück bleibt dieses Buch. „Arbeit und Struktur“ ist das Internet-Tagebuch Herrendorfs, das er führte, um seine Freunde über den Verlauf seines Lebens zu informieren, denn Herrendorf hatte einen Gehirntumor. Dieses Hörbuch ist absolut ergreifend und macht den Hörer stellenweise todtraurig …

Warum ich es so gut finde? Ich hatte es ja schon in der Einleitung geschrieben. Ja, dieses Hörbuch macht todtraurig. Doch das ist gar nicht schlimm. Denn ich denke, viel zu oft beschäftigen wir uns viel zu wenig mit dem Tod. Es ist ergreifend, wie Wolfgang Herrndorf für seine Leidenschaft, das Schreiben, gelebt hat. Er war ein absolut bewundernswerter Mann, in jeder Hinsicht.

„Tschick“ von Wolfgang Herrndorf:

Um was geht es? Der preisgekrönte Roman Herrendorfs erzählt die Geschichte der jungen Außenseiter Tschick und Maik, die während ihrer Sommerferien in einem gestohlenen Auto durch Ostdeutschland fahren. Hierbei durchleben sie einige verrückte und mitreißende Geschichten, die ihre Freundschaft wachsen lassen. Dieses Hörbuch lässt Roadtrip-Feeling aufkommen.

Warum ich es so gut finde? Im Buch „Arbeit und Struktur“ schreibt Herrndorf noch während seines Gehirntumors an Tschick und gibt immer wieder Einblicke in seine Arbeit und seine Idee. Als ich Tschick gehört habe, wollte ich meinen Arsch einfach nur in einen Lada setzen und losdüsen. Es erinnert mich in einer bezaubernden Art und Weise daran, wie leicht und unbeschwert das Leben früher einmal war.

Und jetzt zum Deezer Gewinnspiel:

Das waren meine liebsten Hörbücher, die ihr euch alle bei Deezer anhören könnt.

Mit Deezer habt ihr eure Musik immer und überall dabei. Auf dem Laptop, Tablet oder dem Smartphone. Mehr als 40 Millionen Titel stehen in der Deezer Bibliothek bereit und warten nur darauf, von euch entdeckt und in individuelle Playlists sortiert zu werden. Hier kommt ihr zur Deezer Homepage und hier direkt zu den Deezer Hörbüchern.

Lust bekommen? Super, denn wir verlosen heute Premium Codes für drei Monate, damit ihr ganz ohne Werbeunterbrechungen Deezer genießen könnt. Dafür müsst ihr einfach nur in den Kommentaren schreiben, welches meiner Lieblingshörbücher ihr gerne einmal hören würdet. Zeit habt ihr bis zum 14.09.2016. Ich drücke euch die Daumen!!!

 

Dieser Post ist in Kooperation mit Deezer entstanden.

15 Kommentare

  1. Arbeit und Struktur, liebe Christine! Darauf hat mich dein Text neugierig gemacht. Damit hüpfe ich gerne in den Lostopf.
    By the way: wie geht es deiner Vor-der-Reise-Angst? Mein Angebot steht weiterhin, melde dich einfach, wenn Du künftig gerne entspannt starten möchtest. In Mannheim warst du ja gerade erst – schade, das wäre eine Gelegenheit gewesen ?
    Herzliche Grüße von Juli Scheld, Entscheidungshelfer

  2. Oh, wie toll!
    Ich würde mich sehr gerne an Herrndorf/ Arbeit und Struktur heranwagen. Dass er ein toller Autor ist, habe ich schon oft gehört – allerdings habe ich es noch nicht geschafft. Hörbücher sind echt eine tolle Möglichkeit, schnell Bücher-To Do-Listen abzuarbeiten. Das Buch von Marina Keegan habe ich mir gerade in den USA gekauft und musste beim Vorwort schon schluchzen. Man bekommt sofort einen Eindruck von einer jungen, energiegeladenen und unglaublich intensiven Autorin. Ein großer Verlust. Ich kanns nur empfehlen!

  3. Schöne Beschreibungen. Unter den gelisteten war wohl „So was von da“ mein Liebling. Das von Herrndorf hab ich noch nicht gehört/gelesen. Von daher wäre das mein erster Griff.

  4. Ich würde voll gerne Tschick hören…überlege, ob ich das in einfacher Sprache mit meinen Schülern lesen könnte. Dafür wäre es gut, es anzuhören ;-) LG

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