Die Blätter rauschen hören, das Harz der Bäume riechen, den Sonnenschein im Gesicht spüren: Im Wald unterwegs zu sein ist für mich das Allergrößte und eine willkommene Abwechslung vom Alltag in der Stadt. Also habe ich an einem sonnigen Sonntag mal wieder die Wanderschuhe eingepackt und bin rausgefahren ins Grüne. Das Ziel der Fahrt: Der Nationalpark Eifel. Wart ihr schon mal dort? Der Nationalpark ist der einzige in Nordrhein-Westfalen und erstreckt sich seit 2004 auf einer Fläche von mehr als 10.000 Hektar.

Nationalpark Eifel-buchenwald

Für meine Waldwanderung habe ich mir eine Strecke rund um den Höhenzug Kermeter im Norden des Nationalparks ausgesucht. Ein guter Startpunkt ist der Parkplatz Kermeter zwischen Schleiden-Gemünd und Heimbach-Schwammenauel. Von Köln aus beträgt die Entfernung rund 70 Kilometer und man ist mit dem Auto in gut einer Stunde da. Insofern ist das Waldgebiet ideal zum Wandern und Spazierengehen für alle Rheinländer, weil es gut zu erreichen ist. Schon während der Fahrt zum Ausgangspunkt des Nationalpark Eifel könnt ihr den Trubel der Stadt hinter euch lassen: Es geht vorbei an blühenden Rapsfeldern, Weiden, auf denen friedlich Kühe grasen, und durch kleine Dörfer mit Fachwerkhäusern und Bauernhöfen – Idylle pur.

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Vom Parkplatz Kermeter aus führt der von Gräsern gesäumte Weg durch Rotbuchenwälder, hier und da stehen auch einige Fichten. Orientieren könnt ihr euch ganz einfach an Wegekreuzen aus Holz, die nicht nur die Richtung anzeigen, sondern auch die Entfernung bis zum nächsten Ziel. Das 6,2 Kilometer lange Wegenetz des Nationalpark Eifel ist barrierefrei gestaltet, die Ränder der Wege sind zum Beispiel mit dicken Holzstämmen eingefasst und die Schautafeln enthalten Braille-Schrift, so dass sich der Naturerlebnisraum Kermeter auch für Rollstuhlfahrer, Gehörlose und Blinde zum Wandern eignet.

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Nationalpark Eifel: Pause auf den Sinnesliegen

Unterwegs gibt es viel zu entdecken, zum Beispiel krabbeln auf dem Waldboden kleine Mistkäfer, die im Sonnenschein richtig schön glänzen. Am Wegesrand wachsen Sauerklee und Waldmeister. Beide Pflanzen könnt ihr essen. Ich kannte Waldmeister bislang nur als Geschmacksrichtung von Brausepulver und hatte noch nie echten probiert. Ich war überrascht, wie lecker das Kraut schmeckt und der typische Geschmack ist wirklich unverkennbar.
Wenn ihr auf eurer Waldwanderung durch den Nationalpark Eifel eine Pause einlegen möchtet, könnt ihr auf einer der so genannten Sinnesliegen Platz nehmen. Das sind große ergonomisch geformte Liegen aus Holz, auf denen man es sich richtig gemütlich machen und einfach für einige Minuten in die Baumkronen schauen und das Zwitschern der Vögel genießen kann.

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Ein Highlight des Nationalpark Eifel: der Ausblick auf den Rurstausee vom Felsvorsprung Hirschley

Nationalpark Eifel: ein gigantischer Ausblick

Das Highlight der Route ist der Ausblick vom Felsvorsprung Hirschley. Von da oben habt ihr eine fantastische Sicht auf die Seenlandschaft der Rurtalsperre. Der Stausee ist in punkto Wasservolumen der zweitgrößte in Deutschland nach dem Bleilochstausee in Thüringen. Auf dem See fahren Segelboote und Ausflugsschiffe. Mein Tipp: Nach der Wanderung kann man auf der Terrasse eines Restaurants im Örtchen Schwammenauel direkt am Ufer des Sees Kaffee trinken, Kuchen essen und dabei entspannt die glitzernde Wasseroberfläche beobachten. Alternativ könnt ihr euch ein Ruderboot ausleihen und den See so noch besser erkunden.

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Ruderboote, Kajaks und Segelboote liegen am Ufer des Rurstausees in Schwammenauel.

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Auf dem Naturerkundungspfad Wilder Weg geht es über umgestürzte Bäume.

Der Naturerkundgspfad „Wilder Weg“ im Nationalpark Eifel

Kurz bevor ihr auf eurer Wanderung zurück zum Parkplatz Kermeter kommt, könnt ihr entscheiden, ob ihr nach links auf den 1,6 Kilometer langen Naturerkundungspfad „Wilder Weg“ abbiegen wollt. Ich kann den Wilden Weg nur empfehlen, der kleine Umweg lohnt sich auf jeden Fall. Der Pfad führt durch eine große Lichtung im Wald, auf der viele durch Sturm umgestürzte Bäume liegen. Die sind so präpariert worden, dass der Weg darüber führt. Das ist eine schöne Abwechslung und das Balancieren macht richtig Spaß.

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Erklärtafel mit geschnitzten Pilzen im Nationalpark Eifel

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In der Innenseite dieses Baumstamms erfahren die Besucher, was für Gänge Käfer in Holz bohren.

Die letzten 210 Meter der Strecke führen über einen Holzsteg, an dessen interaktiven Stationen ihr Wissenswertes über den Wald und die biologische Vielfalt der Wildnis erfahrt. Zum Beispiel kann man durch einen riesigen Baumstamm laufen, dessen Innenwände die Spuren der Gänge verschiedener Käferarten zeigen. Schön finde ich auch die Erklärtafel mit überdimensional großen, geschnitzten Pilzen. Danach geht es nach einigen Metern über den Holzsteg zurück zum Ausgangspunkt. Irgendwie ist die Zeit schnell umgegangen. Mir hat die Wanderung jedenfalls so viel Spaß gemacht, dass ich bald noch mal eine andere Strecke im Nationalpark Eifel erkunden möchte. Mehr Informationen findet ihr auf der Webseite des Nationalparks.


 DIE GASTAUTORIN

Köln im Frühling - Katharina

Hallo, ich bin Katharina. Ich lebe und arbeite als Journalistin in Köln. Geboren bin ich in Schwelm, einer kleinen Stadt an der Grenze zwischen Westfalen und dem Rheinland. Obwohl ich Nordrhein-Westfalen und speziell Köln als meine Heimat betrachte, habe ich permanent Fernweh. Zwei Dinge liebe ich nämlich ganz besonders: Draußensein und Entdecken.

Beim Reisen kann ich beides verbinden. Für mich gibt es nichts Schöneres, als meinen Rucksack zu packen, ein Flugzeug zu betreten oder mich in ein Auto zu setzen und an einem unbekannten Ort wieder auszusteigen. Andere Kulturen kennen lernen, neue Landschaften entdecken, fremden Menschen begegnen: Beim Reisen stille ich meine Neugier und male meine innere Weltkarte bunt. Wenn ich gerade nicht reisen kann, dann male ich eben meinen inneren Stadtplan von Köln bunt. Draußensein und Entdecken kann man zum Glück schließlich überall.

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