Es fängt meistens sechs Tage vorher an. Die ersten Symptome sind 100 000 Ameisen im Bauch, die wild umher wusseln und ein angenehmes, warmes Kribbeln erzeugen. Dazu macht sich eine abartig gute Laune breit. Wie aus dem Nichts muss ich einfach grinsen, vom linken bis zum rechten Ohr, und bekomme die Mundwinkel gar nicht mehr runter. Dann steh ich da, wie ein Honigkuchenpferd, und alle um mich herum fragen sich: „Was ist denn mit der los? Hat die sich was eingeworfen?“

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Nein, hat sie nicht, aber man fühlt sich ein bisschen high und alles ist vernebelt von den vielen Endorphinen, die durch den Körper strömen. Zweifelslos ist es eine Sucht. Man ist abhängig von diesem Gefühl. Das Gefühl der Freiheit und Neugier, zu wissen man darf bald weg und sieht so viele neue Sachen. Fremde Menschen, andere Gebäude, andere Kulturen, traumhafte Strände, exotische Pflanzen … Nichts ist bekannt, alles ist neu und aufregend. Genau dann, wenn tausend neue Eindrücke auf mich zukommen, schaffe ich es abzuschalten und zu leben.

Ich stehe immer noch da, die Mundwinkel kleben am Ohrläppchen, die Augen strahlen, im Brustkörper ist ein wohlig, warmes Gefühl, das bis zum Gehirn hochzieht. Noch sechs Tage werde ich mich so fühlen. Wie unter einer Käseglocke. Jeden Tag werden die Ameisen wilder, Hummeln im Arsch kommen dazu, der Brustkorb wird heißer und die Endorphine rauschen schneller. Bis es dann endlich los geht. Der eine fühlt gar nichts, dem anderen juckt es im großen Zeh und bei mir dreht alles durch.
„Was grinst du denn so blöd?“
„Ich grinse gar nicht blöd. Ich freue mich nur.“
„Auf was denn?“
„Ich verreise in einer Woche.“
Es ist kein Alkohol, es sind keine Zigaretten, kein Kaffee am Morgen oder irgendwelche chemischen Drogen. Es ist die Vorfreude aufs Reisen, die unbestimmte Sehnsucht, mich in ein Auto oder Flugzeug zu setzten und loszufahren. Wohin? Egal. Einfach weg!

PS: Das kennt ihr auch? Morgen schreibe ich über therapeutische Maßnahmen gegen diese Sucht.

10 Kommentare

  1. Ich bin ein Fan deiner Seite und deiner Texte! Leider wird mein Lesevergnügen immer wieder durch kleine Rechtschreibfehler und grammatikalische Ungenauigkeiten in deinen ansonsten sehr lesenswerten Beiträgen getrübt. Vor der Veröffentlichung eines Beitrags noch einmal in Ruhe drüber zu lesen, würde deine jetzt schon tolle Homepage perfekt machen. Ich wirke jetzt sicher wie ein doofer Nörgler. Ich hoffe dennoch, dass du meine Anmerkung als die konstruktive Kritik verstehst, die sie sein soll. Ansonsten bitte weiter so!

    1. Lieber Konstantin, das tut mir so leid :( Ich nenne es betriebsblind … Ich lasse die Texte sogar immer noch von jemanden anderes lesen. Du wirkst nicht als Nörgler, du gibst mir mal wieder den Ansporn das noch besser zu machen. Danke!

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