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Lilies Diary | 29. November 2017

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7 Kommentare

Lieber Boris, du hast mich gerettet!

Christine

Lieber Boris,

„Da waren wir das erste Mal am See“, schreie ich dir ins Ohr und tippe euphorisch auf mein Smartphone Display, um dir ein Foto zu zeigen. Du schaust mich an, machst ein langes Gesicht und schmeißt dich pro forma auf den Rücken, um gestreichelt zu werden. Ich mag Facebook und die Erinnerungs-Funktion bei der einem täglich ein Foto gezeigt wird, das mindestens ein Jahr alt ist. Das Foto von dir und mir auf dem Steg am Wannsee ist jetzt schon fast drei Jahre alt. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Wahnsinn, was wir schon alles erlebt haben und Wahnsinn, wie wir in den letzten drei Jahren ein Herz und eine Seele geworden sind.

Damals dachte ich noch, ich habe einen Kurzhaarhund. Du warst bist zur Haut geschoren, weil dein Fell blutig, verklebt und voller Dreck war. Ich frage mich so oft, wie dein Leben vor mir war. Was du alles erlebt hast, bevor du zu mir gekommen bist? Ich kann mich noch an unsere erste Begegnung erinnern, als ich dich das erste Mal „nur so“ mal ein Wochenende zur Pflege genommen habe und dann eigentlich schon klar war – du bist mein Hund. Du bist meine bessere Hälfte. Du bist mein bester Freund und du wirst mein Leben einmal auf den Kopf stellen.

Du kamst nicht als süßer kleiner Welpe zu mir, den man sich noch zurecht ziehen kann, sondern als liebevoller, aber trotzdem etwas bockiger, junger Hund, der so viel durchgemacht hat und sich eigentlich nur danach sehnte, ein Zuhause zu haben. Dass es dein größter Wunsch gewesen ist, merke ich erst jetzt, drei Jahre später. Jedes Mal, wenn wir zu unserer Eingangstür in den Innenhof gehen und ich dich von der Leine lasse, machst du freudige Bocksprünge und rast einmal über die Wiese. Du stehst schwanzwedelnd vor der Eingangstür und wenn sie endlich aufgeht, schmeißt du dich mit den Rücken auf den weichen Wohnzimmerteppich und weißt – du bist zu Hause. Und du darfst bleiben.

Es hat schon ziemlich lange gedauert, bis dir das klar war. Du hast das erste Jahr dem Ganzen nicht getraut. Darfst du wirklich bleiben? Musst du wieder gehen? Sind wir wirklich immer wieder für dich da oder wirst du wieder abgeschoben? Auch erst jetzt, drei Jahre später habe ich so richtig gemerkt, wie wir aneinander gewachsen sind. Wie wir uns mit Blicken und kleinen Gesten verstehen. Das du mir vertraust, wenn ich Nein sage und weißt, dass ich nur das Beste für dich will.

Manchmal bricht es mir das Herz, wenn ich daran denke, dass nicht jeder Hund so ein schönes Leben hat wie du. Mein Herz gehört einfach den Hunden und ich versuche immer wieder zu helfen, wo es möglich ist und wo ich auch ein Gefühl habe, dass die Hilfe ankommt. Beispielsweise mein Herzenprojekt in der Nähe, die Tierhilfe Prignitz. Mit Hilfe von PURINA konnten wir hier einiges bewältigen und eine große Futterspende schicken.

Purina

PURINA engagiert sich in Deutschland für verantwortungsbewusste Tierhaltung und unterstützt verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen. In einer langjährigen Partnerschaft kooperiert PURINA beispielsweise mit VITA Assistenzhunde e.V. – einem gemeinnützigen Verein, der Assistenzhunde für Menschen mit körperlicher Behinderung ausbildet, um diesen zu mehr Unabhängigkeit verhelfen. Für Kinder gibt es das Projekt „Liebe fürs Leben“ bei dem sie den richtigen Umgang mit Hund, Katze & Co lernen.

Am schönsten, mein lieber Boris, ist der Morgen, wenn ich noch im Halbschlaf bin, du irgendwie merkst, dass ich wach sein muss, aufstehst, dich schüttelst und ich deine Pfoten auf dem Parkettboden höre, die zu mir rüber laufen, an die Bettkante. Früher hast du nie bei uns im Zimmer geschlafen. Da bist du extra raus gegangen, um deine Ruhe zu haben. Doch dann wurdest du vom Wildschein angegriffen und seitdem weißt du auch, dass wir in schlechten Zeiten bei dir sind. Zwei Wochen saß in an deinem Körbchen und habe dich wieder gesund gepflegt. Zwei Wochen warst nur du wichtig und sonst nichts. In der Zeit hast du gemerkt, dass du immer zu mir kommen kannst, auch nachts wenn ich eigentlich schlafen will und auch ins Bett, wo du eigentlich nicht rein darfst. Doch du nutzt das nicht aus. Du kommst nur, wenn du wirklich Angst hast und dann darfst du auch bleiben. Und am nächsten Morgen bedankst du dich mit der doppelten morgendlichen Fußdusche. Meistens läuft das so ab: Du wackelst zu meinem Bett, ich streichle deinen Kopf, ich stehe auf, du leckst meine Füße ab, ich setzt mich auf den Boden und es wird gekrault und gekuschelt.

Es ist so schön jeden Morgen jemanden zu haben, der gut gelaunt ist. Dem es egal ist, was heute für unschöne Dinge auf der Liste stehen, dem es egal ist, wie das Wetter ist. Der sich einfach nur freut, dass man da ist. Und dann weichst du eigentlich auch nicht mehr von meiner Seite. Wenn ich in der Küche bin, sitzt du neben mir und hoffst, dass etwas runterfällt, wenn ich im Wohnzimmer sitze, liegst du auf deinem Sofa und wenn ich am Schreibtisch sitze, liegst du unter meinem Tisch oder du begleitest mich mit ins Büro.

Ich schaue dich oft heimlich an, wenn du schläfst, und bin fasziniert, wie ähnlich wir uns doch in so vielen Eigenschaften sind. Du bist ehrlich zu jedem Hund. Du gehst freundlich auf ihn zu, merkst dann aber ziemlich schnell, ob er dir taugt oder nicht. So richtig gute Freunde, mit denen du gerne spielst, findest du selten. Du hast einen unerbittlichen Optimismus und denkst sogar, du kannst Bäume hochklettern, um ein Eichhörnchen zu fangen. Du hast so ein gutes Herz, bist neugierig und willst alles wissen, auch wenn du eigentlich ziemlich ängstlich bist. Manchmal bist du auch neidisch auf die Knochen der anderen Hunde, aber du würdest sie ihnen nie wegnehmen. Du vertraust lieber darauf, auch bald wieder einen zubekommen.

Ich weiß nicht, ob ich dir das schon mal gesagt habe, lieber Boris. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass du mich gerettet hast. Ich glaube, ohne dich wäre ich untergegangen in Arbeit und Banalitäten. Bevor ich dich kennengelernt habe, wusste ich schon nicht mehr, was ein gesundes Maß an Arbeit ist. Ich habe die kleinen Freuden des Lebens nicht mehr gesehen. Ich bin mit einem Tunnelblick durch den Tag gerast und dann kamst du und alles wurde anders.

Ich habe wieder gelernt, was es heißt, sich Zeit zu nehmen. Ich habe wieder gesehen, wie Kleinigkeiten einen glücklich machen. Der Duft vom Moos im Wald, ein Spaziergang über das Feld, ein kurzes Gespräch mit einem völlig Fremden und bedingungslose Liebe. Das tust du. Mich bedingungslos lieben. Für das, was ich bin. Ohne Kompromisse. Und dafür liebe ich dich.

 


Dieser Post ist in Kooperation mit PURINA entstanden!

Kommentare

  1. Janine Pröhl

    Hallo. Ein sehr schöner Beitrag. Mein Mann und ich hatten auch einen Hund..
    Bis Montag… Am Montag haben wir ihn gehen lassen. Jimmy saß in einer Tötungsstation auf Mallorca und wurde von einer Tierschutzorganisation gerettet. Wir haben ihn bekommen, da war er bereits 10 Jahre alt und hatte gesundheitliche Probleme. Jimmy hat unser Leben komplett geändert. Wir sind froh über die 4 wunderschönen Jahre, die er uns geschenkt hat und wir sind froh, dass wir ihm Liebe schenken konnten. Auch Jimmy ist erst nach 1 bis 2 Jahren so richtig bei uns angekommen. Ist immer schon freudig zur Eingangstür gerannt (so gut er es noch konnte :)). Daheim war er einfach glücklich aber wir haben gemerkt, dass auch er lange nicht wusste, ob er hier bleiben darf und er hat auch fast 2 Jahre gebraucht, bis er wusste, dass wir ihm nichts Böses wollen und ihn lieben. Er scheint nicht sehr schöne Zeiten auf Mallorca gehabt zu haben… Letzte Woche haben wir die Diagnose Krebs erhalten und haben ihn am Montag gehen lassen, da er nicht mehr kämpfen konnte und wollte. Er fehlt uns schrecklich und daran merkt man einfach, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund eine ganz besondere ist. Genieße die Zeit mit deinem Vierbeiner. Viele Grüße aus Ba-Wü

    • Christine

      Liebe Janine, das tut mir so leid. Da bekomme ich ganz feuchte Augen.

  2. Illy

    Liebe Christine, toller Text den du mal wieder geschrieben hast. Da sieht man mal was einem Tiere so alles geben und der Boris ist echt ein Süßer. Alles Liebe euch beiden :) ♡ LG Illy

  3. Holger

    Wow, so schön geschrieben – und die schönen Bilder – super! Danke!

  4. Jürgen Träger

    auch ich hatte das Glück mit meiner Windy (Sibirien Husky) 16 Jahre meines Lebens mit Ihr zu teilen.
    Es waren die schönsten meines Lebens.
    Nach einem Schlaganfall meiner Windy habe ich über Wochen Ihre Hinterbeine halten müssen, bin Tag und Nacht mit Ihr in unserem Garten herum gelaufen, da sie kein Essen und kein Wasser mehr zu sich genommen hat.
    Es wurde nur noch Schnee geschleckt.
    Nach 5 Wochen hatte Sie sich so weit erholt und Ihre Laufspur durch den Garten wie eine Rakete durchzogen.
    Jedes mal wenn Sie mich mit Ihren blauen Augen ansah, wusste ich das es richtig war Sie nicht sofort gehen zu lassen.
    Ein Jahr später war es dann doch soweit.
    Gibt es was schöneres als einen Hund als Freund zu haben.
    Wie sagt doch ein Gedicht: Ein Hund ist dir im Sturme treu, ein Mensch nicht mal im Winde.

    • Christine

      Eine traurige aber schöne Geschichte…

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