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Lilies Diary | 08. November 2017

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9 Kommentare

Ein Tag auf dem Strawberry Festival in Plant City

Christine

 

Robin füllt noch einmal frisches Wasser in den Käfigtrog. Heftiges Aneinanderreiben, Drängeln und grelles Quietschen. Jeder will noch einmal saufen, bevor es gleich um alles geht – den Oreon Keks

Schweinerennen

7:45 in Plant City Florida. Man frühstückt und zwar richtig amerikanisch. Kaffee aus Plastikbechern, Toast auf Plastiktellern, schneiden und essen mit Plastikbesteck. Und in richtiger Gesellschaft. Das Red Rose Inn & Suites liegt direkt am Highway und wirbt mit günstigen Übernachtungen mit Frühstück. Perfekt für Truckerfahrer um sich ein paar Stunden aufs Ohr zu legen. Und ich spreche hier von richtigen Truckerfahrern –  Vokuhilaansatz, T-Shirts mit Bandlogos oder ärmellose Jeanshemden. Ich falle unangenehm auf mit meinen Shorts. Vielleicht etwas zu kurz für den Frühstücksraum und für Amerika. Vielleicht hätte ich mich dem Flair des Hotels etwas anpassen sollen und im schwarzen Abendkleid zum Frühstück flanieren sollen. Das Red Rose ist nämlich… seht es selbst…

Red-Rose-Inn-Plant-City

Res-Rose-Plant-City

Ich mache mich auf dem Weg zum Strawberry Festival. Ich muss zum ersten Mal das Navi nicht einstellen. Alles schreit hier nach Erdbeeren und weißt einem den Weg zum Ziel. Die Einwohner von Plant City sind geschäftstüchtig. Für fünf Doller verpachten sie ihre Vorgärten an Autofahrer als Parkplatz. Gutes Geld und benötigter Parkraum, denn alle kommen hier mit dem Auto an. Oder mit Reisebussen aus den Staaten. Circa eine Millionen Menschen kommen während des 7-tägigen Festivals nach Plant City. Schon 1930 traf sich die Farmer-Gemeinschaft der Region, um die gute Erdbeerernte zu feiern. Nach einer sechsjährigen Pause während des zweiten Weltkrieg, wurde das Festival 1948 vom Plant City Lions Club wiederbelebt und findet seitdem regelmäßig statt. Es ist ein Stück Amerika. Es zeigt die Bedeutung und Historie der Erdbeere für Plant City, welches die Winter-Erdbeerstadt Floridas ist und  jährlich 10 000 Hektar mit Erdbeeren bepflanzt.

Erdbeerfeld

Meine erste Runde über das Festivalgelände erschlägt mich. Farben, Lichter, Geräusche. Überall Imbissbuden, Fahrgeschäfte, Bühnen mit Countrymusik oder Kochvorführungen mit Stahlpfannen. Riesen Hallen mit Messeständen von Verkäufern – Wirlpools werden angepriesen, weiße Zähne versprochen, Wanduhren verscherbelt und Erdbeeren gegessen. Als Salat mit Schlagsahne oder glitzern als Ohrring. Die Erdbeere ist allgegenwärtig aber trotzdem gibt es so viel mehr, was das Strawberry Festival ausmacht. Neben Livemusik hört man immer wieder Tiergeräusche. Das Muhen einer Kuh, das Schreien eines Hahnes oder das Quieken eines Schweins. Zuchtvereine zeigen ihre Prachtstücke auf 50 Meter langen Gängen. Jugendliche führen ihre dressierten Schweine dem Richter vor. Ob Hase oder Huhn, Kuh oder Schwein, es gibt überall ein schönstes Tier und  ein gehorsamstes Tier und das wird gesucht.

Messestand

Bullenreiten

Erdbeerkuchen

Erdbeerbowle

Es gibt auch die Schönste – die Strawberry Königin Chelsea. Sie und ihre Gefolgschaft, der „Court“, nahmen sich für ein Interview Zeit. Pressetermin. Eine der wichtigsten Aufgabe der Königin, als Repräsentation des Strawberry Festivals. Fünf wunderschöne Frauen mit strahlenden und roten Erdbeermündern sitzen neben mir. Natürlich sind die Lippen rot. Aber nicht nur wegen der Erdbeere, sondern auch weil Rot die Zähne weißer scheinen lässt. Und ein schönes Lächeln, das braucht die Strawberry Queen.

Strawberry-Queen

Britney Sparerib hat gewonnen. Sie ging als erste beim Schweinerennen durchs Ziel und hat den heiß begehrten Oreon Keks bekommen. Jetzt ruht sie sich aus, für die nächste Runde, während die Zuschauer weiter über das Festivalgelände schlendern. Vielleicht gönnt sich der eine oder andere auch einen Keks. Dies fried, natürlich.

Schwein

Fressbude

Kommentare

  1. Dixi

    Schon wieder so’ne Bruchbude !
    Geschieht dir aber ganz recht nach dem Erdbeeren-Massaker !
    Bis auf die Strawberries und die Queens lässt mich deine Schilderung nur erschaudern, aber du hast es dir ja ausgesucht – jetzt musste da durch ;-)
    Ich machte mich zu diesem Zeitpunkt lieber auf den Weg zu Rammstein nach Paris-Bercy und höre mir solange die Beatles und Rio Reiser an … ♫

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