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Lilies Diary | 23. August 2017

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11 Kommentare

7 Dinge, die wir von Hunden lernen können

Christine

Sind Hunde die besseren Menschen? Ich denke oft über diese Frage nach. Seit fast drei Jahren ist der kleine Boris mit seinem großen Herz und seinem harten Dickkopf Teil meines Lebens und fast täglich bringt er mir etwas Neues bei. Geduld. Ehrgeiz. Treue und was noch, das möchte ich heute in meinem Blog mit euch teilen, denn ob ihr es glaubt oder nicht, von Hunden kann man so viel lernen.

Was wir von Hunden lernen können – Hunde halten zusammen

Am Schönsten ist es eigentlich, wenn man ein ganzes Hunderudel beobachten kann. Erst dann wird mir immer wieder klar, was für tolle Tiere das sind. Tolle Tiere, die zusammenhalten. Da gibt es keinen Neid und keine Missgunst. Da interpretiert man nicht irgendetwas falsch, was der Andere gesagt oder getan hat und lässt ihn deswegen hängen. Hunde halten zusammen. Manchmal riskieren sie sogar ihr Leben füreinander. Das schönste Beispiel sind Boris und sein Kumpel Ares. Als Boris letztes Jahr von einem Wildschwein angegriffen wurde, hat Ares sich auf das Tier gestürzt und vertrieb es. Da er einen Maulkorb trug, hätte er selbst ganz böse verletzt werden und sich nicht wehren können. Aber er hat es einfach getan und seinem Freund Boris geholfen. Das ist nicht nur Zusammenhalt, sondern auch absolute Loyalität und echte Freundschaft oben drauf. Ein Beispiel, das mir immer wieder Pipi in die Augen zaubert.

Bettelnde-Hunde

Was wir von Hunden lernen können – So viel Ehrlichkeit gibt es kaum

Wovon wir Menschen uns ein großes, wenn nicht sogar riesengroßes Stück abschneiden können, ist die Ehrlichkeit, die in Tieren steckt. Das beobachte ich bei Boris fast täglich. Er ist ein absolut offener und neugieriger Hund, der alle anderen Hunde begrüßen möchte. Doch wenn er einen mal nicht mag, dann sagt er das. Dann kommt ein leises Knurren aus seinem Maul und er dreht sich weg. Ich liebe es. Habt ihr schon mal beobachtet, dass sich zwei Menschen treffen, kurz kennenlernen und der Eine dann zum Anderen sagt: „Sorry, irgendwie bist du mir nicht sympathisch. Wir sollten das lassen.“ Ich nicht. Dabei wäre es das Beste auf der Welt, weil jeder sofort wüsste, woran er ist. Und mal ganz ehrlich, die Situation, das wir jemanden unsympathisch finden, hatten wir alle schon oft. Nur nennen wir das Kind nicht beim Namen, sondern betreiben weiterhin höflichen Smalltalk mit dem Wunsch, endlich verschwinden zu können.

Was wir von Hunden lernen können: Verzeihen können – eine der schwierigsten Eigenschaften

Verzeihen. Bin ich darin gut? Ich weiß es nicht. Ich streite mich nicht gerne, aber wenn ich mal verletzt worden bin, dann kann ich da wohl sehr nachtragend sein. Hunde kennen das nicht. Klar gibt es Situationen im Rudel, da haben zwei Hunde mal eine Auseinandersetzung mit Bellen und Zähnefletschen, aber dann ist nach zehn Minuten auch alles wieder gut und man kann weiter spielen. Es ist tatsächlich nicht nur bei Hunden faszinierend wie schnell sie sich gegenseitig verzeihen, sondern auch in der Beziehung Mensch-Hund. Egal, was Boris anstellt und egal, wie sehr ich ihn geschimpft habe, wenn er mich nach zehn Minuten mit seinen treuen, braunen Kulleraugen anschaut, ist alles wieder gut.

Boris-in-Sylt

Was wir von Hunden lernen können – Die Zeit vergessen

Als Boris nach seinem Wildschwein-Angriff in der Tierklinik war und ich ihn unbedingt sofort sehen wollte, sagte man mir, dass das keine gute Idee sei. Er würde sich nur aufregen, weil er mich sieht. Ich wollte natürlich so schnell es geht bei ihm sein, doch Hunde haben kein Zeitgefühl und das ist großartig und sehr beneidenswert. Ich stelle es mir wunderbar vor und wenn ich mit Boris über die Felder ziehe, versuche ich auch, die Zeit zu vergessen. Denn erst dann lebt man so wirklich im Hier und Jetzt.

Was wir von Hunden lernen können – Der unverbesserlicher Optimismus eines Hundes

Ich glaube kaum, dass ein Hund sich ab und zu denkt: „Das schaffe ich nicht.“ Im Gegenteil. Es gibt Nichts, von dem er denkt, dass er es nicht schaffen könnte. Das musste ich erst neulich im Englischen Garten mit einem Schmunzeln beobachten. Als ein Eichhörnchen unseren Weg kreuzte, sah ich Boris nur noch von hinten. Zum Glück ist er nicht der athletischste, so dass ich mir auf keinen Fall Sorgen machen muss, dass er jemals irgendetwas fängt. Nach fünf Metern ist das Eichhörnchen auf einen Baum geklettert und der kleine Boris? Der stand voller Überzeugung unter dem Baum und dachte, dass er fliegen kann. Oder klettern? Oder beides? Ich musste so lachen als ich ihn da stehen und hüpfen sah – voller Überzeugung, dass er das Tier, welches zehn Meter über ihm auf einem Ast sitzt, fangen kann. Das nenne ich Optimismus und der kann ganz schön ansteckend sein.

Boris-Optimismus

Was wir von Hunden lernen können – Freunde fürs Leben

Ich wüsste nicht, was ich tun müsste, damit wir keine Freunde mehr sind. Boris und ich, wir gehören zusammen. Für immer. Und wir sind Freunde fürs Leben. Es gibt kaum einen Menschen, dem ich so vertraue wie Boris. Und es gibt kaum einen Menschen, der so bedingungslos da ist, wie ein Hund. Wir haben schon viele Krisen zusammen gemeistert. Zwei Wochen saß ich an seinem Körbchen und habe ihn gesund gestreichelt. 2.000 Mal hat Boris mich aus meinen bösen Gedanken gezogen, weil er fressen wollte oder spielen – oder einfach, weil er wusste, er muss mich jetzt ablenken, damit ich wieder gute Laune bekomme. Ganz ehrlich, ich glaube ohne ihn wäre ich auch schon längst in der Klapse. Ich bin ein unverbesserlicher Workaholic. Ich kenne keine Pausen und auch keinen Schluss. Entschuldigung, ich muss mich verbessern – ich kannte keine Pausen und kannte keinen Feierabend. Seit Boris da ist, ist das anderes. Ich muss mich um ein Lebewesen kümmern. Ich bin für ihn verantwortlich und ich tue alles, damit es ihm gut geht. Ich habe gelernt, regelmäßige Pausen zu machen, um mit ihm Gassi zu gehen, sein Essen zuzubereiten oder eine Runde zu kuscheln. Boris hat mich rausgeholt aus dieser Arbeitsspirale, die mich immer weiter in sich zog. Ich liebe was ich tue, aber trotzdem braucht jeder Mensch Pausen. Das hat mir Boris beigebracht.

Boris-Christine-Sylt

Und ich liebe ihn. Von Kopf bis Fuß mit all seinen Haaren, die er permanent überall verliert, mit seinem Drang alles anzupinkeln, um mir dadurch irgendwann an der Leine den Arm auszukugeln. Wenn es ganz peinlich werden soll, dann kackt er auch mal in die U-Bahn oder an den Bürotisch.

Wir haben gute Tage und wir haben schlechte Tage. Aber egal welcher gerade ist, Hauptsache wir haben uns. Ganz oft frage ich mich, ob ich Boris genauso viel zurückgeben kann, wie er mir jeden Tag gibt. Beibringen kann ich ihm auf jeden Fall auch viel. Viel Schwachsinn wie „Schäm dich“, „Toter Mann“ und „Kuckuck“.

von Hunden lernen

Kommentare

  1. Das hast du ganz ganz wundervoll geschrieben!
    Ich habe auch 2 von der Sorte zuhause und kann fast alles zu 100% unterschreiben.
    Ausnahme: Nachtragend sein – das sind meine 2 nämlich (aber es sind auch Windhunde, da steckt einiges an Katze mit drinn ;-)).

    Ganz liebe Grüße
    Ines

  2. Ich habe auch zwei kleine Strolche, die ich so unglaublich sehr liebe. Ich glaube manchmal mehr als meine eigene Familie. Eben einfach weil sie mir ihre bedingungslose Liebe schenken, egal wie ich gerade aussehe oder ob ich schlechte Laune habe. Sie sind mein Ruhepol und bringen mich nach einem stressigen Tag wieder runter. Es gibt nichts besseres als ihr unbändige Freude, wenn sie mich sehen (auch wenn ich nur fünf Minuten weg war). Deshalb zu all deinen genannten Punkten: ja, ja, ja! Ich stimme dir zu 100% zu!

  3. Wow, ich musste den ganzen Artikel lang mit dem Kopf nicken. Ich kann da mit dir in absolut jedem Punkt übereinstimmen. Ein Hund ist etwas ganz Besonderes und ein großes Geschenk. Die Beziehung zwischen Hund und Mensch kann man eigentlich nicht in Worte fassen. Schön, dass du es geschafft hast :-)
    Viele Grüße
    Christina

    • Christine

      Dankeschön :)

  4. So wunderschön geschrieben und ich kann dir in jedem Punkt nur zustimmen. Meine „Große“ und ich gehen nun seit 9 Jahren gemeinsam durchs Leben und ich kann es mir ohne sie gar nicht mehr vorstellen. Mit ihr gab es eindeutig mehr Höhen als Tiefen und jeden Tag aufs Neue diese Liebe geschenkt zu bekommen, das ist einzigartig :)

    • Christine

      Ja sooooooooo schööööönnnnnn!!!!!

  5. Auch ich kann dir einfach in jedem Punkt zustimmen. Ich habe einen kleinen, flauschigen Sheltie, ohne den ich mir mein Leben gar nicht mehr vorstellen kann.
    Wunderschöner Artikel.

  6. Verena Steinbrenner

    Ich liebe deinen Blog und verfolge ich ganz fleißig! Weiter so!

    Viele Grüße aus Rothenburg,
    Vreni

    • Christine

      Oh vielen, lieben Dank! Das freut mich!

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