Ich möchte kurz ein Intro schreiben. Lilies Diary wächst und wächst und ich schaffe das alles nicht mehr alleine zu bewältigen. Es gibt so viele Orte und Sachen über die ich gerne schreiben möchte. Der Tag hat einfach nur verdammte 24 Stunden, die Woche sieben Tage … Aber ich habe ein tolles Netzwerk mit grandiosen Schreiberlingen, die ich nur all zu gerne als Co-Blogger einsetze. Melanie kennt ihr ja schon. Heute darf ich euch Gesa vorstellen und ihr erstes Mal im „Traumjob Reiseblogger„. Ich musste laut lachen und an mein erstes Mal denken. Ich hoffe ihr schließt Gesa auch ins Herz. Mehr auf Twitter und Instagram findet ihr unter #Gesagoes!

Surfworldcup-Burgenland
Halli Hallo ihr Lieben. Wir kennen uns noch nicht: Mein Name ist Gesa (bei Facebook Lila Temm), Nordlicht aber mittlerweile Munich-Resident. Christine und ich kennen uns noch aus unserer alten Praktikumszeit bei der ELLE in München – ich bin damals gerade neu in München gewesen und mit unserer Mädelsgang hatten wir einige turbulente Abende. Ein Fest, möchte ich sagen. Über die Jahre hinweg habe ich Christine immer mal wieder interviewt und ihre Bücher im Radio vorgestellt. Nach unserem letzten Interview bin ich wie ein Känguru auf Droge aus dem Schnittraum gestürmt – denn sie hat mir die Frage gestellt, die jeder gestellt bekommen möchte, der eine Beziehung mit dem Schreiben führt. Vergesst „Willst du mich heiraten“, sondern denkt an:

„Willst du für mich auf eine Bloggerreise fahren?“

„Oh Gott, jajajaaa!“
Da sitze ich nun – Freitag früh 8 Uhr im Zug nach Podersdorf in Österreich zum Surfweltcup-Opening. Meine erste richtige Bloggerreise. Weil ich natürlich vor 10 Minuten noch mit Packen beschäftigt war, blieb mir keine Zeit zum Frühstücken. Es ist aber auch wirklich schwierig seine Garderobe für die erste Bloggerreise zusammenzustellen. Man möchte für alles gerüstet sein! Das ist sozusagen jetzt der Eignungstest.
Kurz vor Ankunft ein Blick aus dem Fenster: Schon lange keine Berge, geschweige denn Hügel, gesehen. Ich dachte ich fahre nach Österreich?! Wo sind die braunen Kühe mit Glocken um den Hals und langbärtige Almhütten-Wirte? Die Ergebnisse meiner Recherche scheinen doch richtig gewesen zu sein: Wir befinden uns schon nahe der ungarisch-slowakischen Grenze im östlichsten Bundesland von Österreich: im Burgenland. Und hier gibt’s so leider gar keine Berge mehr! Dafür gibt’s ganz viel nachhaltiges Denken – 60% des Burgenlandes wird schon mit Windenergie versorgt. In drei bis vier Jahren wollen die Burgenländer energieautark leben. Sympathisch!
In Podersdorf werden wir von Ursula, der Vertreterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Burgenland Tourismus willkommen geheißen. Klingt wichtig und irgendwie auch konservativ – halt so eine PR-Dame, denke ich mir. Kinder ich sage euch – es begrüßte uns der Crazy Frog – bei 26 Grad im Schatten schwarz angezogen! Erinnert ihr euch an diese Pose, leicht nach vorn gebeugt auf dem Motorrad? Das ist Ursula! Tatendrang und Einsatz in Perfektion – in Gedanken immer schon so viel weiter, dass sich das auf Haltung, Gang und Sprache auswirkt. „Oida, wos hom´s denn die mit dir g´macht?“ – ungefähr so würde sie den Bürgermeister begrüßen, und ihm dabei mächtig auf die Schulter klopfen. Sie ist bekannt wie der bunte Hund oder Karla Kolumna. In Ursulas Sprachgebrauch finden „Gä schleich di!“ und „Oida“ regelmäßig Einzug. Aber was will man sagen, sie ist auf eine eigene Art sympathisch und zum wegschießen! Mit von der Partie sind außerdem Elena von kreativreisen.at und creativelena.com, Gudrun von reiseblogerin.at und Christian, aufsteigender Kameramann der, wie wir später sehen, immer vollen Körpereinsatz zeigt.

Burgenland-Surfworldcup

Es ist also Freitagnachmittag und ich habe immer noch nichts gegessen. Über das noch unfertige Partygelände des Surfweltcups spazieren wir zur Bude vom Restaurantbetreiber von „Burgenland ist überall“. Germknödel-Zeit is. In der Tat liebe ich Germknödel, verbinde es aber eher mit Minusgraden … egal, ich habe wirklich Bärenhunger! Und schon begegne ich der ersten Lektion des Blogger 1×1: Promotion! Ein „Monster“- Truck fährt vor und beglückt und mit nem halben Liter Energy Drink. Gerade will ich ansetzen und probieren: „Halt halt halt, Fotooo!“ Zweite Lektion! DOKUMENTATION! Die nächsten zwei Tage werde ich alles fotografieren müssen, bevor ich es anrühre. Hin und wieder vergesse ich das, aber das ist gar kein Problem, weil mich dann die anderen mit ihren gezückten Kameras schnell wieder daran erinnern. Manchmal tu ich auch nur so, als würde ich fotografieren … oder mache nur ein Alibifoto … weil … ist der Energydrink jetzt wirklich so umwerfend?! Ich weiß es nicht … vielleicht habe ich es nur noch nicht erkannt. Erkannt habe ich, dass wir als Blogger jetzt im Idealfall ein authentisches Foto mit strahlendem Lächeln und Energydrink in der Hand posten sollten, und dabei den Namen davon erwähnen (das habe ich, yess!), aber ich glaube ich boykottiere das von nun an. Die haben schon genug Absatzzahlen.
Jetzt kommt langsam Eile auf: das eigens für uns gecharterte Schiff wartet. Wenn ich es eilig habe, kann ich in der Regel verdammt schnell laufen. Ich bin da richtig konditioniert – und weil wir es also eilig haben, laufe ich jetzt auch mit richtig zügigem Schritt – muss aber leider feststellen, dass ich meine Gruppe regelmäßig verliere. Hier in Podersdorf tickt eine andere Uhr, wie mir scheint. Mit dem Schiff fahren wir romantisch im Sonnenuntergang über den Neusiedler See und halten für eine Grillsession im Schilf. Der See ist an der tiefsten Stelle nur 1,84 Meter tief und überall von einem breiten Schilfgürtel umgeben – nur von Podersdorf aus kommt man hier heran. Das gibt dem Ort einen richtigen USP! Und dann ist da eben noch der Wind, der hier sehr günstig steht – das kriegen wir am Samstag auch gleich zu spüren. Solch Winde bin selbst ich Deichkind nur aus Gewittertagen gewohnt – drum findet hier also auch jährlich das Opening vom Surfweltcup statt, und treibt heiße Surfer aus aller Welt hierher. Von denen sehen wir leider über die Tage kaum was – dafür aber umso mehr Jugendliche, die mich an den Krocha-Stil erinnern: eine kurzzeitige österreichische Geschmacksverirrung Ende der 00er Jahre. Es gab sie also tatsächlich! Tendenziell sind die Leute mir hier eh ein Phänomen – wie gesagt, Surfer sehe ich hier kaum. Die heißesten Typen sind am Sonntag noch die Slackliner, bei denen wir einen Kurs bekommen. Und überall wo ich hinsehe: Nackte Arme, Beine und Ärsche mit Tattoos, Tattoos, Tattoos …. Aber nicht so Hipster Tattoos … eher so Tribals, Rocker Schriftzüge, Kindernamen und Pit Bull-Zeichnungen. Mein Vater vom Dorf ist der Meinung ich sollte mir kein Tätowierung stechen lassen, das würde mir einen schlechten Ruf geben und mich mit etwas dreckigem Brandmarken. Die Mutter eines Freundes sagte dazu mal: „Ich hab heut wieder so viele schiarche Leut g´sehn – richtig g´fircht hab i mi!“
Zurück auf dem Schiff wird ordentlich gebechert. Ich erinnere mich an einen Spruch aus meiner Jugend: „Wir sind keine Alkoholiker, wir kommen aus dem Emsland.“ Auf so Dörfern braucht man keinen Grund zum Trinken, da feiert man „Nicht-Geburtstag“, und der ist immer …

Burgenland-Urlaub

Gudrun von reisebloggerin.at, Elena von kreativreisen.at und creativelena.com, Ursula aus dem Burgenland, ich

Gesa-Lilies-Diary-Reiseblog
Von meinem Freund, einem Österreicher, wurde ich – das Nordlicht – mal in das 1×1 des österreichisch eingewiesen. „Menscha“ war da so ein Wort. Ich hab ihm nicht geglaubt, dass man das wirklich für „Mädchen“ benutzt. Ebenso wenig wie „Haabarer“ für „Liebhaber“. Heute weiß ich, „die reden hier wirklich so!“ Ich fühle mich gleich ein bisschen wohler. Irgendwie, hat das was eigenes, was zum identifizieren und abheben. So ein Zeichen, wo man hingehört. Ich sage „Moin Moin“, schon lange nicht mehr. Vielleicht sollte ich mal wieder?

Fortsetzung folgt: Wie Gesa mit Schmalzbroten dealt, Kickertisch-große Fleischplatten frisst und wo es behaarte Schweine gibt. Schalten sie morgen wieder ein, wenn es heißt  „Traumjob Reiseblogger – über Schmalzbrote und Schweine

behaarte-Schweine

Bootsfahrt-Burgenland

„Und es muss doch sein – ein Blogger ist kein Blogger ohne Essensbilder.“

Surfworldcup-Opening-Österreich

Mit freundlicher Unterstützung vom Burgenland, die zum Surfworldcup eingeladen haben und vielen Dank an Elena, für die Fotos.

12 Kommentare

  1. Ah ja, die Ursula. Das war schon echt lustig, ich durfte sie im Winter auch mal treffen. Und ich darf nicht vergessen, am Wochenende der Elena eine Quietscheente mitzugeben. Ursula sammelt diese (wie ich auch). Auf jeden Fall ein Urgestein. Über eure Reise habe ich ja schon viel gelesen… echt schade, das ich da nicht dabei sein konnte. Bin auf jeden Fall gespannt, mehr von dir zu lesen :D

  2. Reiseblogger-ein toller Job. Man lernt Land und Leute kennen und wohnt in Berghütten, mal in einer Scheune oder auch in Hotels. Ich war einmal für 3 Monate in Österreich und bin auf einer Alm „hängengeblieben“. Die war so eingerichtet, wie man es aus dem Fernsehen kennt: Holzmöbel, einen Ofen (der mit Holz befeuert wurde), Holzbetten mit dicken Daunendecken und Fellen an der Wand. Ich habe auf der Alm geholfen und könnte kostenfrei dort wohnen. Diese Zeit möchte ich nicht missen.

  3. Wenn ich die stimmungsvollen Bilder dieses und Deiner anderen Artikel sehe und die Geschichten dazu lese, kommt mir doch der Gedanke, dass ich bei der Berufswahl vielleicht etwas voreilig war. Mir ist schon klar, dass da auch richtig Arbeit dranhängt, aber dass ist ja wohl bei jedem Beruf so.
    Die Wollschweine finde ich übrigens ganz toll. Da fehlt ja nicht mehr allzu viel zur bekannten eierlegenden Wollmilchsau.

  4. Hallo! Habe dich gerade über die Facebook-Blogger Gruppe entdeckt! Wie witzig, dass du im Burgenland warst, ich war auch kürzlich nach meinem Wien-Trip dort und habe die süßen Wollschweinchen dort gesehen!! Goldig. Der See ist auch klasse, leider war es bei meinem Besuch sehr stürmisch…

  5. Echt witzig, dies mal aus einer „Ausländer“-Perspektive zu lesen. Ich komme aus Niederösterreich, lebe in Wien aber habe jeden Sommer in meiner Jugend in Podersdorf verbracht.
    Der Surf World Cup ist immer noch jährlich ein fixer Bestandteil, falls ich es zeitlich schaffe. Auch als mehr oder weniger Einheimischer wundert man sich immer wieder über den Slang der Burgenländer und über die Massen, die man hier trifft (überwiegend Wiener).
    Das „Festl“ wie wir es hier nennen, dient den meisten allerdings eher als sinnloses Besäufnis: Burgenland ist eben für seinen Wein bekannt… ob da nun letztendlich Wein oder etwas anderes im Becher drinnen ist, ist dann aber letztendlich auch schon egal! :-)

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