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Lilies Diary | 17. April 2018

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Dominica Sehenswürdigkeiten – Anpacken und mit Locals abhängen

Christine

Einer der schönsten Tage auf Dominica war der, als ich um 6 Uhr morgens aufgestanden bin und mich – ohne vorher noch schnell Mails zu checken – auf den Weg zu Elkin und seiner Farm gemacht habe. Ich kann euch genau beschreiben, was so schön an diesem Tag war: Ich war draußen, habe mit meinen Händen gearbeitet, hatte von den Bergen eine wunderschöne Aussicht aufs Meer und konnte währenddessen helfen.

Christine Neder

Es war so herrlich authentisch mit Elkin über Gott und die Welt zu reden. Seine Farm, sein Leben, die acht Kinder, der schwere Verkehrsunfall, die Trennung von seiner Frau, was Freundschaft bedeutet und auf was es ankommt im Leben.

Farmer

Drei Stunden stand ich mit dem 62-jährigen Farmer am Hang auf seinem Maisfeld und habe Unkraut gejätet mit einer Riesensichel. Wer wie ich dachte, das wäre ein Kinderspiel, der hat sich getäuscht. Ich habe immer wieder Fehler gemacht, ließ zu viel Erde an der Wurzel, türmte die Unkrauthaufen zu hoch und, und, und. Es war so authentisch wie man es auf keiner touristischen Tour erlebt. Nach dem Hurrikan Maria hat Dominica das Voluntourism ins Leben gerufen.

Farming Dominica

Touristen können seitdem nicht nur kommen und die Insel entdecken, sondern auch mit anpacken. Tauchbegeisterte können zum Beispiel dabei helfen, das Meer zu säubern. Große Teile vom Waitukubuli National Trail sind wegen der Baumstämme immer noch unbegehbar und auch die Locals können jede Hilfe gebrauchen. Auf dieser „Tour“ habe ich mehr gelernt über das Leben und die Menschen auf Dominica. Das ist wirklich mein Top Tipp für Dominica – schließt euch einem Voluntourism Programm an. Alle Infos auf dominicaupdate.com.

Farm Dominica

Dominica Sehenswürdigkeiten – Lernen von den Kalinago, den karibischen Indianern

Ich habe mich wirklich gefreut und war fast ein bisschen aufgeregt Regina wiederzusehen. Vor vier Jahren habe ich beim Homestay-Program mitgemacht und eine Nacht bei ihr und ihrem Partner Koi verbracht. Eine unvergessliche Nacht bei den karibischen Indianern, die auf Dominica ihr eigenes Territory haben. Dieses wurde leider auch nicht vom Hurrikan verschont und als ich vor Reginas Haus stand, indem ich damals übernachtet hatte, erkannte ich es fast nicht wieder. Wo ich einst saß, Milch getrunken und Papaya gegessen habe, stand eine eingebrochene Hütte.

Kalinago Hurrikan

Dass Regina hier nicht mehr wohnt, wurde ziemlich schnell klar, also haben wir, mein Fahrer Ori und ich, uns bei den Nachbarn durchgefragt, wo sie denn jetzt wohnt. Ein paar Häuser weiter und wir hatten so Glück, dass sie da war. Was wir alles in der kurzer Zeit, die uns geblieben ist, geredet haben, verrate ich euch in einem anderen Post. Doch wie immer hat sie mich umgehauen, mit ihrem entschlossenen Optimismus und Tatendrang. Meinen ersten Besuch könnt ihr im Post „Sprechstunde mit einer karibischen Indianerin“ nachlesen.

Christine Neder Regina

Das Homestay-Program kann gerade wegen dem Hurrikan nicht weitergeführt werden. Aber trotzdem kann man das Kalinago Territory besuchen und etwas über ihre Kultur lernen. Beispielsweise hat Christopher Kolumbus die Kalinago Carib genannt, was sich vom Kannibalismus ableitet. Während seines Aufenthalts auf Dominica hat er ganz viele Menschenknochen bei den Häuser der Kalinago gefunden. Das kam aber davon, dass die Kalinago den Brauch hatten, ihre Toten unter dem Boden ihres Hauses zu begraben. Da hat Christopher Kolumbus ihnen ganz schön unrecht getan. Und auch die Spanier, welche alle Kalinago versklaven wollten. Hier wird einem bewusst, wie bewundernswert dieses Volk ist. Sie wollten lieber sterben als ihre Freiheit und Selbstständigkeit aufgeben. Also sind etliche von ihnen von den Klippen ins Meer runter gesprungen. Und dumm sind sie auch nicht. Denn einige konnten sich in Höhlen verstecken und so überleben. Sehr spannend, sehr anschaulich erklärt und die Kalinago können jede Unterstützung gebrauchen!

Hurrikan Kalinago

Dominica Sehenswürdigkeiten – Roseau Valley Tour zum Freshwater Lake und den Trafalgar Falls

Dominica hat nicht nur Unmengen an Wasser um sich herum, sondern auch ein paar ganz besondere Seen. Einer davon ist der Freshwater Lake, ein kleiner Stausee mitten im Nationalpark und wunderschön eingebettet in eine grüne Berglandschaft. Ein wunderschöner Wanderweg führt einmal um den See herum. Er führt über Treppen aus Baumstämmen durch den Wald auf die umliegenden Hügel. Nehmt euch mit Fotostopps auf jeden Fall eine Stunde Zeit. Der See liegt sehr hoch und dadurch ist es angenehm kühl. Außerdem gibt es vor Ort auch einen Kanu-Verleih, um den See vom Wasser aus zu entdecken, und natürlich könnt ihr auch drin schwimmen. Als ich den Freshwater Lake besucht habe, lag gerade eine ganz besondere Stimmung in der Luft. Eine Nebelwolke zog vorbei und ich kam mir kurz vor, als wäre ich in Irland.

Auch mitten im Morne Trois Pitons Nationalpark liegt eine weitere natürliche Sehenswürdigkeit – die Trafalgar Falls.

Dominica Trafalgar Falls

Die beiden Wasserfälle, Fatherfall und Motherfall, von denen einer warm und einer kalt ist, sind vom Parkplatz aus in weniger als zehn Minuten erreichbar. Ein Weg führt durch den Regenwald und seiner einzigartigen Flora. Auf einer Aussichtsplattform könnt ihr dieses Naturspektakel in Ruhe genießen oder ihr klettert über die Steine zu einem der kleinen Wasserbecken des warmen Wasserfalls und genehmigt euch ein Bad.

Trafalgar Falls Dominica Christine Neder

Dominica Sehenswürdigkeiten – durch den Nationalpark mit Dr. Birdy

„It will change your life.“ Die Birdwatching Dominica Tour hat erst vor fünf Minuten begonnen und schon hat Dr. Birdy den ersten Vogel gesichtet, gleich neben meinem Hotel. Wir stehen vor einer wilden Wiese. Die fast mannshohen Grashalme wehen sanft im Wind, vereinzelte Palmen ragen in den blauen Himmel und dahinter glitzert das Meer. Mehr sehe ich auch nicht. Doch Dr. Birdy stellt flink und gekonnt sein Fernglas auf und zeigt mir einen American Kestrel, einen Buntfalken. Erhaben sitzt er auf einem abgebrochenen Palmenstamm und verschlingt die letzten Reste seiner Beute, einer Eidechse.

Bird Watching Dominica

Ich hätte diesen Falken mit bloßem Auge nie gesehen. Jetzt sitzt er im Fernglas vor mir und ist einfach wunderschön. Die Augen, das Federkleid, das im Wind tanzt, und der kleine Kopf, der sich immer wieder flink nach links und rechts bewegt. Schon nach fünf Minuten das erste Erfolgserlebnis unserer Tour.

Vogel durch Fernglas

Birdwatching Dominica – ein Hobby, das mir schon öfters über den Weg gelaufen ist. Vor allem auf meiner Reise in die Antarktis, in der mindestens 30 Passagiere jeden Tag von früh bis abends an Deck standen, mit Riesenzoom-Objektiven und Ferngläsern, um sich die Albatrosse anzuschauen und auf das eine, ganz seltene Exemplar zu warten.

Man gibt Dr. Birdy eine Art Shoppingliste der Vögel, die man gerne sehen möchte, und die arbeitet er dann mit den Teilnehmern ab. Zumindest läuft das bei den Profis so ab. Doch da unterscheiden sich auch die Typen. Der eine möchte nur ein paar Sekunden den Vogel sehen und dann sofort weiter zum nächsten, der andere möchte den Vogel beobachten, ihn studieren und den Moment genießen. „Und dann gibt es auch noch die Birdys, die verrückt danach sind, die Vögel zu fotografieren“, erzählt er mir.

Dr.Birdy Birdwatching Dominica

Dr. Birdy ist seit 44 Jahren im Nationalpark unterwegs. Seine Liebe zu den Vögeln begann als er elf Jahre alt war und aus kindlichem Leichtsinn einen getötet hat. In seiner Hand wurde ihm dann bewusst, wie wunderschön sie sind, wie faszinierend und einzigartig. Er wurde Nationalpark Ranger, war für seine Ausbildung in Jamaica, um die gesamte Pflanzen- und Tierkunde zu lernen und hat sich danach auf Vögel konzentriert. Die Liebe ist über all die Jahre geblieben und seit zwei Jahren ist er hauptberuflich Birdwatcher.

Dr. Birdy erzählt, dass die meisten Besucher die zwei Papageienarten auf der Insel sehen wollen. Den „Imperial Amazon Parrot“ auch „Sisserou“ gennant und den „Red-necked Amazon Parrot“, auch „Jaco“ genannt. Nach dem Hurrikan hatte man Angst, dass es eine der Arten vielleicht nicht mehr gibt. Doch sie haben es überstanden und nach einem zehnminütigen Marsch durch den Dschungel sehen wir auch schon den ersten „Jaco“.

Dominica Bird Watching

Unfassbar, wie konnte Dr. Birdy den sehen, in diesem ganzen Wirrwarr an Ästen, Stämmen und Blättern? „Du musst wissen, was der Vogel isst, dann weißt du auch, wo er sich aufhält.“ Auf Dominica gibt es 180 verschiedene Vogelarten und natürlich hat er sie alle gesehen.

Ich kam mit keine Liste an. Ich freue mich über alles, was er mir zeigt und erzählt. Vögel haben bis zu fünfzehn verschiedene „Sätze“ mit denen sie kommunizieren und den anderen entgegen zwitschern „Komm her“ oder „Bleib weg“ oder „Das ist mein Nest, du Arschloch“ und das Kolibri Weibchen ist die alleinerziehende Mutter unter den Vögeln und muss sich um alles alleine kümmern.

„It will change your live“, hat Dr. Birdy vor unserer Tour gesagt und ich habe höflich gelächelt. Doch er hatte recht. Die kommenden Tage habe ich jedem Vogel hinterher geschaut, saß oft still da und habe ihrem Gesang gelauscht und mich gefreut, wenn ich ihn wieder erkannt habe.

Christine Neder Dominica

Dr. Birdy, der Lifechanger. Auch wenn ihr nix mit Vögeln am Hut habt, kann ich euch wärmstens empfehlen, eine Tour bei ihm mitzumachen. Es ist so faszinierend und lehrreich. Eine Website hat Dr. Birdy nicht. Ihr könnt ihm entweder eine Mail an [email protected] schreiben oder in eurer Unterkunft nach ihm fragen. Er ist bekannt wie ein bunter Papagei auf der Insel. Und nach einer Tour mit ihm sind Vögel sind nicht mehr nur Tiere, die im Hintergrund zwitschern und am Himmel vorbei fliegen.

Falke auf Dominica

Birdwatching Dominica Preise:
  • 1 Person einen halben Tag ca. 110 Dollar
  • 2 Person einen ganzen Tag ca. 240 Dollar
  • Alle Preise sind Verhandlungsbasis!

Dr. Birdy Dominica

Kalinago Territory Kalinago Regina Joseph Kalinago Reginas Haus Reginas Kueche

Christine Neder Trafalgar Falls Dominica

Trafalgar Falls Dominica

Farmer Dominica

Mehr zu meiner letzten Dominica Reise findet ihr hier:

11 Tipps, was man in Dominica erleben kann

Dominica ist NICHT die Dominikanischen Republik

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