Aotearoa – das Land der langen weißen Wolke, wie es die einheimischen Maori nennen. Spätestens seit der Herr der Ringe-Trilogie ist klar: Nach Neuseeland wollen viele, der Tourismusandrang ist enorm gestiegen. Besonders Deutsche zieht es in die Ferne. Doch liegt Neuseeland nicht nur um die 17.000 km entfernt, sondern sind auch der Flug und die Reise sehr teuer. Eine Alternative, um sich das Ganze zu finanzieren – Work & Travel Neuseeland!

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Mit sechzehn Jahren verbrachte ich ein Austauschjahr im Süden Neuseelands, in Dunedin. Seither ist das Land im Pazifik gefühlt ein Teil von mir und ich war bereits mehrere Male da. So war ich 2010 für zwei Monate in Dunedin und erlebte mit meinen Freunden ihre Studentenzeit. Letztes Jahr machte ich mit meiner Mama einen zehnwöchigen Roadtrip durch das Land. Derzeit bin ich wieder in Neuseeland – diesmal mit dem Work & Travel Visum. Für einen guten Start ins Work & Travel Jahr habe ich euch ein paar Tipps aufgeschrieben, die euch für euer Abenteuer Work & Travel Neuseeland hilfreich sein werden.

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Eine kurze Checkliste für die Vorbereitung zum Work & Travel Neuseeland:
  • Gültigkeit Reisepass
  • Visa beantragen
  • Flugbuchung NACH Visa-Bestätigung

  • Auslandskrankenversicherung
  • Internationaler Führerschein
  • Verträge kündigen oder stilllegen
  • Wohnung kündigen oder untervermieten
  • Impfungen mit dem Arzt abklären
  • Welchen Status hat man in der Heimat? (Arbeitssuchend, Student o.ä.)
  • Backpack oder Rucksack

Work & Travel Neuseeland: Neuseeland ist wunderbar anders!

Nummer eins sollte eigentlich klar sein, doch stolpere ich noch oft über Reisende, denen das manchmal nicht ganz bewusst ist: Seid offen für die neue Kultur! Neuseeland hat viele britische Einflüsse, doch liegt auch auf der anderen Seite des Globus. Das Leben hier ist ein wenig anders, oftmals sehr viel entspannter. Die Kiwis sind sehr offen und gastfreundlich, quatschen euch auch gerne einmal an und erzählen euch von ihrem Tag. „How are you“ ist der Beginn jedes Gesprächs. Sie laufen gerne barfuß, auch in der Stadt. Folgendes Outfit werdet ihr öfters sehen: Gummistiefel oder Boots, Shorts und oben drüber einen dicken Pulli. Lasst euch einfach auf das neue Leben ein und seht nicht alles so streng. Live life like a Kiwi!

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Work & Travel Neuseeland: Ein guter Start im neuen Land

Was mich sehr positiv überrascht hat: Neuseeland hat vorgesorgt und unterstützt euch bei der Ankunft. Circa eine Woche und noch einmal nach zwei Wochen im Land bekommt ihr eine Email vom Immigrations-Büro mit vielen hilfreichen Tipps für das Einleben. Beim Visa-Antrag müsst ihr nämlich eine Mailadresse angeben. Ich war selbst überrascht, aber ich denke, dass diese Email Adresse eben dafür genutzt wird.

Alle Infos, die ihr euch sonst mit viel Zeit erarbeiten müsst, findet ihr hier also schnell auf einen Blick: Was ihr für die Steuernummer braucht, wie ihr diese beantragt, welche kulturellen Unterschiede es gibt und so weiter. Was noch hilfreich ist: Es ist in Neuseeland normal, dass man auch mit Kurzzeit-Verträgen in eine möblierte Wohnung einziehen kann. So spart ihr euch bereits viel Geld für Hostels.

Hilfreiche Seiten für die Wohnungssuche sind vor allem trademenzflatmates oder aber die Facebook-Gruppen für die jeweilige Region (beispielsweise Flatmates Wanted Wellington). Auch könnt ihr manchmal in Hostels vergünstigt oder kostenfrei bleiben, wenn ihr dort eure Arbeitskraft anbietet.

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Work & Travel Neuseeland: Arbeiten in Neuseeland

Wollt ihr in Neuseeland arbeiten, gibt es mehrere Möglichkeiten. Entweder könnt ihr Au-Pair machen, wwoofen (gegen Unterkunft und Essen arbeiten) oder einen normalen Job annehmen. Mit dem Visa dürft ihr bis zu sechs Monate für einen Arbeitgeber arbeiten, dürft jedoch keine permanente Stelle annehmen. Der Mindestlohn liegt in Neuseeland momentan bei 15,75 NZD – Tipps und Infos für die verschiedenen Löhne könnt ihr hier nachlesen: Minimum Wage Rates Neuseeland.

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Hilfreich für die Jobsuche ist beispielsweise die Facebook-Gruppe Backpacker Jobs New Zealand. Gebt einfach in der Suche ein paar Keywords ein, dann findet ihr verschiedene Optionen. Oder aber die Seiten www.seek.co.nz oder www.indeed.co.nz.

Um in Neuseeland zu arbeiten, braucht ihr eure Steuernummer und müsst die Gehaltszettel, sogenannte Pay Slips, aufbewahren. Während ihr arbeitet, bezahlt ihr an den neuseeländischen Staat mehr Steuern als nötig. Diese könnt ihr Ende des Jahres mit einer Steuererklärung zurückfordern. Beispielsweise helfen euch Steuerberater wie www.taxback.com oder aber ihr macht diese selbst online über die Homepage des Inland Revenue.

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Viele hilfreiche Tipps und Informationen zur Steuererklärung nach eurem Work & Travel Neuseeland findet ihr auf www.backpackerguide.nz.

Work & Travel Neuseeland: Neuseelands Küche entdecken

Auch wenn vieles an England erinnert, ihr müsst unbedingt auch das lokale Essen probieren! Besonders beliebt sind alle möglichen Arten von Süßkartoffeln, bekannt als Kumara. Auch ist hier der bekannte Manuka Honig lokal und kann auch in biologischer Herstellung für weniger Geld als in der Heimat gekauft werden. Der Honig soll eine heilende Wirkung haben, falls ihr einmal krank werdet oder eine Wunde habt …

Unbedingt probieren müsst ihr auch Hokey Pokey Icecream. Das ist Vanille-ähnliches Eis mit Karamellstücken (oder Blombenziehern). Als Nachtisch ist Pavlova äußerst beliebt. Ein Eiweißschaum, der an der äußeren Schicht verhärtet. Dies wird dann mit Sahne und Früchten verziert und schmeckt sehr gut!

Eine englische Tradition, die sich hier durchgesetzt hat: Pies! Probiert sie am besten selbstgemacht frisch vom Bäcker. Das Hackfleisch und die Soße haben einen eigenen Geschmack, aber lasst euch darauf ein. Meine Freundin schwört darauf, Pies mit Ketchup zu essen!

Wollt ihr beim Essen ein wenig Geld sparen, geht auf den Wochenmarkt, schaut nach Angeboten und legt euch eine Touristen-Clubcard von New World zu (einfach nachfragen). Zudem ist Countdown meist ein wenig günstiger. Auch bekommt ihr Lebensmittel meist günstiger im Vorort als mitten in der Innenstadt.

Work & Travel Neuseeland: Geld sparen in Neuseeland

Die Lebenshaltungskosten sind in Neuseeland enorm hoch. Nicht nur Lebensmittel sind teurer, sondern auch alles andere. Stellt euch auf hohe Unterkunftskosten etc. ein. Doch auch in Neuseeland gibt es einige Tipps und Tricks, mit denen man ein wenig günstiger leben kann. Beispielsweise könnt ihr mit dem Work & Holiday Visa wwoofen. Das bedeutet, dass ihr für Essen und Unterkunft auf einer Farm arbeitet. Ebenso bieten viele Hostels Jobs an, bei denen ihr für die Unterkunft arbeitet.

Außerdem gibt es in Neuseeland viele Möglichkeiten kostenfrei zu campen – diese Plätze findet ihr über die App Campermate oder Wikicamps. Außerdem sind Secondhandshops, sogenannte OP-Shops sehr verbreitet, in denen ihr von Kleidung, über Camping-Equipment und Co vieles findet. Internet gibt es oft in öffentlichen Bibliotheken oder Cafés! Viele Aktivitäten in Neuseeland bekommt ihr sehr viel günstiger über Seiten wie Groupon oder Red Balloon.

Work & Travel Neuseeland: Vier Jahreszeiten an einem Tag

Neuseeland liegt ungeschützt im Pazifik, demnach kann das Wetter sehr wechselhaft sein – die kalten Winde aus dem Süden oder die Wärme aus dem Norden. Was ihr in Neuseeland sicherlich braucht: eine Regenjacke! Und am besten einen Regenschutz für eure Kamera oder euer Backpack. Ein Regenschirm nützt euch bei dem Wind hier wenig. So schüttete es am ersten Tag zu meinem dreitägigen Wander-Abenteuer wie aus Eimern. Der Wind peitschte mir ins Gesicht und ohne Regenjacke wäre ich aufgeschmissen gewesen.

Auch gut zu wissen: Die Sonne ist in Neuseeland weitaus aggressiver als in Australien oder gar Europa. Viele begehen den Fehler, die Sonne zu unterschätzen. Am ersten Tag in Neuseeland habe ich mir damals erstmal einen fetten Sonnenbrand im Gesicht geholt. Cremt euch unbedingt ein und schützt eure Haut vor der prallen Sonne. Wenn es bewölkt ist, bekommt ihr meist noch leichter einen Sonnenbrand.

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Work & Travel Neuseeland: Das andere Englisch

Besonders am Anfang kann es ein wenig schwer sein, den „kiwi accent“ zu verstehen. Die meisten Einheimischen reden sehr schnell, sie benutzen viel Slang oder Sprichwörter und manche Wörter werden schlichtweg anders ausgesprochen. Sätze, die ihr sicher schnell mit der Gelassenheit der Neuseeländer lernt, sind beispielsweise: „Sweet as bro“ oder „no worries mate“.

Ich habe den Akzent nach so vielen Jahren so verinnerlicht, dass ich oft gefragt werde, wo ich eigentlich aus Neuseeland herkomme. Auch eine Frage wird schon mal gerne mit „Yeah, nah“ beantwortet. Ob der andere nun „ja“ oder „nein“ meint, muss man anfangs erst lernen.

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Work & Travel Neuseeland: Wenn die Erde wackelt

Neuseeland liegt zwischen der australischen und der pazifischen Platte und hat immer noch aktive Vulkane, hauptsächlich auf der Nordinsel. Die Geysire und heiße Quellen kann man im Geothermalgebiet um Rotorua und Taupo besuchen. Durch die Aktivität der Erde kommt es vermehrt zu Erdbeben, die auch heute noch die Bevölkerung bedrohen. Erst letztes Jahr ereignete sich ein Erdbeben, bei dem die Straße zwischen Kaikoura und Christchurch zerstört wurde und viele Einwohner erst nach Tagen wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten, sofern diese noch standen.

Wenn ihr also das Gefühl habt, die Erde wackelt, ist das also aller Wahrscheinlichkeit nach auch so. Letztes Jahr wachte ich auf, weil das Auto auf dem Campingplatz vibrierte und ich dachte, ich hätte schlecht geträumt. Doch las ich am nächsten Tag, dass es tatsächlich ein kleines Erdbeben gab.

Hilfreiche Tipps: Ladet euch die App WREMO vom neuseeländischen Roten Kreuz herunter. Diese alarmiert im Notfall! Ihr reduziert die Wahrscheinlichkeit bei einem Erdbeben verletzt zu werden, mit dem Hinweis: Drop, Cover and Hold! Macht euch so klein wie möglich auf dem Boden, schützt den Kopf und haltet euch an etwas Stabilem, beispielsweise einem Tisch, fest. Seid ihr während eines Erdbebens in einem Gebäude: Bleibt drinnen bis das Beben vorbei ist. Geht mit Vorsicht raus und haltet Ausschau nach fallenden Objekten. Seid ihr draußen unterwegs, versucht euch von Gebäuden, Bäumen und Stromleitungen zu entfernen und dann auch hier: Drop, Cover and Hold.

Seid ihr in Küstennähe und das Erdbeben erscheint euch lang oder stark, ist die einzige Tsunami-Warnung das Beben selbst. Die Tsunami-Wellen kommen meist bereits in den ersten zehn Minuten nach einem Beben. Demnach entfernt euch so schnell es geht von der Küste und versucht, hinter die markierten Tsunami-Linien zu gelangen (blaue Markierungen auf dem Boden sowie Schilder). Alle weiteren Infos findet ihr auf www.getprepared.org.nz.

Bevor ihr jetzt in Panik geratet: Die meisten Erdbeben sind kleinere, die wirklich großen Erdbeben sind äußerst selten. Wellington hat zwar erst vor ein paar Jahren ein größeres Beben gehabt, einen Tsunami gab es aber beispielsweise in den letzten 500 Jahren nicht.

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Work & Travel Neuseeland: Ein Roadtrip durch Neuseeland

Neuseeland ist ein kleines Land und relativ einfach zu bereisen. Es gibt viele freie Campingplätze, atemberaubende Wanderwege und wunderschöne Landschaften. Viele kaufen sich zu Beginn ein Auto oder einen Camper. Lasst euch hier nicht übers Ohr hauen, auch nicht von anderen Backpackern.

Mein Tipp: Wendet euch am besten an einen heimischen Automechaniker, der euch bei der Autosuche weiterhelfen und somit auch prüfen kann, dass ihr mit einem sicheren Gefährt durchs Land düst. Autofahren in Neuseeland ist nämlich wirklich ein wenig anders. Nicht nur, dass auf der linken Straßenseite gefahren wird, die Straßen sind oft sehr kurvig, manchmal sehr eng oder es kann ein enormer Wind wehen, der das Fahren erschwert. Plant also am besten für jede Strecke ein wenig mehr Zeit ein. Letztes Jahr haben wir fast doppelt so lang für die Strecke von Te Anau zum Milford Sound gebraucht als angegeben.

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Auch die Jahreszeiten sind anders als in Europa. Zwischen Juni und August ist Winter, zwischen Dezember und Februar Sommer, wobei Februar und März meist die schöneren Monate sind. Seid ihr über Weihnachten in Neuseeland, könnt ihr dies klassisch bei Barbecue und Bierchen am Strand erleben!

Plant ihr auch einen Work & Travel Aufenthalt in Neuseeland? Oder habt ihr den Trip schon hinter euch und habt weitere hilfreiche Tipps? Schreibt sie unbedingt für andere Reisende in die Kommentare!

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DIE GASTAUTORIN

Yvonne

Hallo liebe Reisefreunde, ich bin Yvonne und schreibe auf Lovelyforliving unter dem Motto: make the world your home. Wanderlust ist mein zweiter Vorname und ich liebe Fotografie, Erdbeeren und Sonnenschein. Mit 16 ging ich für ein Austauschjahr nach Neuseeland und seitdem ist das Reisefieber mein ständiger Begleiter. Bin ich in der Ferne, habe ich Heimweh – bin ich in der Heimat, plane ich direkt den nächsten Trip. Ob Abenteurer, Freigeist oder Individualist – auf Reisen kommen alle zusammen und genau das ist das Schöne. Auf dem Blog findet ihr viele persönliche Tipps und Inspirationen meiner vergangenen Reiseziele für euren nächsten Trip! Nach meinem Masterstudium Ende des Jahres, geht es auf große Weltreise – schaut vorbei und seid bei meinem Abenteuer live mit dabei!

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