Obwohl ich eigentlich nur ein halber Digital Nativ bin, verbringe ich doppelt so viel Zeit vor dem Laptop. Einerseits um zu schreiben, andererseits um Inspiration für neue Ideen zu finden. Ich gebe zu, es gibt eine Blog-Gattung, die mich jeden Tag aufs neue fasziniert und die ich mit einem klitzekleinen Funken Neid beäuge – die Foodblogger. Unter ihnen sind grandiose Schreiben wie Julien von Trois Etoiles, Vera, mit ihren nicest things, Virginia von Zucker, Zimt und Liebe, bei der mir jedes Mal das Wasser im Mund zusammenläuft und Susann und Yannic von Kopfkraut mit ihren grandiosen Bildern. Auch wenn meine Mutter wirklich das Beste gegeben hat, das müsst ihr mir glauben, bin ich bis heute mit dem Kochen immer noch nicht warm geworden. Es bleibt einfach immer die 50:50 Chance, ob es klappt oder nicht. Da spare ich mir meistens die Nerven und die Mühe und lass mich lieber bekochen. Aber mit Essen kann man ja noch viel mehr machen, als es nur schön anrichten und köstlich schmecken lassen, beispielsweise basteln oder malen. Ich habe mir heute etwas vielleicht komisches aber sehr interessantes, witziges und hoch anspruchsvolles ausgedacht. Wenn ich schon nicht Essen so zubereiten kann, dass es schmeckt, dann eben so, dass es zauberhaft aussieht und zu meinem Blog passt. Ich baue heute meine Lieblingsreisebilder aus Lebensmitteln nach, die hohe Kunst der Food Art. Kartoffelbrei wird zum Strand, Petersilie saftiges Gras und Wurst zur Skyline. Hier meine Top 5 Reisen auf dem Teller.

Gemälde auf dem Teller

Karibik = Kartoffelbrei + Couscous + Pesto + rote Linsen + Petersilie + Johannisbeeren

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Teller mit Kartoffelbrei

Anleitung-Foodart

 

Strand aus Essen

Inmitten der grünen Augenweide Pigeon Island blitzen immer wieder feuerrote Blüten durch das Dickicht – Flamboyant, auch Flammenbaum genannt. Wenn das Jazz Festival auf Pigeon Island stattfindet, klauen sich die Kinder die Früchte des Flammenbaums, Schoten mit länglichen Samen und schütteln sie im Rhythmus der Melodie. Es ist schon fast zwei Jahre her, dass ich auf der Vulkaninsel war, aber die Bilder von Saint Lucia sind so präsent in meinem Kopf, als wäre es gestern gewesen. Und erst der Moment, als ich beim Regen ganz oben auf dem Berg saß. Mehr dazu im Post „Die Karibik – Pigeon Island“.

Foodart-Karibik

 

Afrika = Kartoffelbrei – Brokkoli – Petersilie – Couscous – Pesto – Haferflocken

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Afrikanische-Steppe

Steppe aus Essen

Südafrika, stand auf der Einladung und wie bei den meisten sprangen Tiger in meinem Kopf durch die Wüste, Giraffen strecken ihre Hälse noch länger, um auch das höchste Blatt in der Baumkrone zu erreichen und der Boden bebt, wenn ein grauer Riese vorbei marschiert. Ja, das ist das typische Südafrikabild, das einem als erstes in den Kopf kommt, doch meine Reise sollte all das nicht sein. Ich fuhr nicht in den Kruger Nationalpark um dort auf Safari zu gehen. Ich bereiste die Westküste, habe mich im Auto stundenlang durchschütteln lassen um nach einer Off Road Dünenfahrt in Namaqualand Flower Camp anzukommen, die schroffe Küste, Blumenteppiche, Schiffswracks und die wunderschöne Steppe zu bestaunen. Die ganze Geschichte gibt es im Post „Lust auf Campen ins Südafrika?“.

EInkaufen-Zutaten

Deutschland = Schnittlauch + Wurst + Rettich + Zitrone

Schnittlauch

Basteln mit Essen

Blume aus Rettich

Auf der Reise gibt es immer diese ganz besonderen Momente. Sie sind so klein und nichtig, aber für einen persönlich unvergesslich. Es war dieses Jahr an meinem Geburtstag, als ich mit meiner Mutti im Hotel Kranzbach bei Garmisch-Partenkirchen war. Ich lief durch die Wiesen und fand dieses wunderschöne Gänseblümchen. Ja, die Welt ist so groß und so schön, aber man sollte nicht den Blick für das Naheliegende vergessen und das stand gerade im saftig grünen Gras vor mir, strahlte mich an und erinnerte mich daran, wie schön eigentlich meine Heimat ist – Deutschland.

Foodart

 

Schaf-in-Neuseeland

Neuseeland = Kartoffelbrei + Müsli + Petersilie + Brokkoli + Avodaco + Traube

 

vegetarisches Schaf

Es war meine letzte Reise und die letzte ist immer am präsentesten im Kopf. Wenn mich jemand Fragen würde, welche drei Wörter ich mit Neuseeland in Verbindung bringe, dann würde ich antworten: Schafe, grüne Wiesen und Bäume. Das Gras ist wirklich so grün, dass es schon fast unheimlich ist, auf jeden Bewohner in Neuseeland kommen 25 Schafe und es gibt auf der Insel die abgefahrensten Bäume in jeder Form und den unterschiedlichsten Grüntönen.

essbares Schaf

 

Schaf aus Food

Wurst und Käse Skyline

Las Vegas = Lyoner Wurst + Gelbwurst + Käse

Las Vegas Wurst

Ich muss sagen, da habe ich mir wirklich nicht gerade die einfachste Stadt ausgesucht. Las Vegas ist eigentlich eine Glitzer- und Bling-Bling-Stadt, in der es keinen ruhigen Fleck gibt auf den man kurz schauen könnte um einer Reizüberflutung vorzubeugen. Aber Las Vegas gehört einfach zu jedem Roadtrip durch Amerika dazu. In Las Vegas habe ich zum ersten Mal am Automaten gespielt, den besten vegetarischen Burger gegessen, war in Venedig, New York und Ägypten, da hier alles nur wenigen Meter entfernt ist. Die Stadt kann man nicht beschreiben, man muss sie erleben, so einfach ist das. So einfach wie Käse und Wurst mit denen ich die Skyline von Las Vegas nachgebaut habe. Wenn ihr mehr über diese Stadt wissen wollt, dann schaut beim Post „10 Dinge, die ich in Las Vegas gelernt habe“ vorbei.

Las Vegas Skyline aus Wurst und Käse

So, ich habe mich in der Küche ausgetobt und könnte jetzt jemanden brauchen, der das Chaos wieder beseitigt. Jetzt will ich aber von euch wissen, welches Motiv ist mir am besten gelungen? Und sollte ich an einer Karriere als Food Art Künstlerin weiter arbeiten?

PS: Natürlich spiele ich nicht nur mit dem Essen. Alle Gerichten wurden freudig verspeist.

Bleib-hunrig-Rewe

10 Kommentare

  1. Ach Du grosse Neune, wie genial ist das! Jetzt werde ich vielleicht nie wieder verreisen können, ohne darüber nachzudenken, wie das auf dem Teller aussehen würde. Dann ruf ich Dich einfach an, wäre das OK?

    XOXO,
    Jeanny

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