Ich wünsche mir einen Koffer. Keinen Samsonite Koffer, keinen Rimowa Koffer sondern  einen magischen Koffer. So wie man sich früher sprechende Puppen und fliegende Autos gewünscht hat, so wünsche ich mir jetzt, Mitte 20, einen magischen Koffer, mit vielen kleinen Fächern und Stauräumen.

Koffer

In diesen Koffer möchte ich keine Kleider packen, wer braucht die schon. In diesen Koffer möchte ich alle lieben Menschen packen. Meine Mama, meinen Papa, meine Geschwister und Freunde. Die in München, die in Berlin und die auf der ganzen Welt verstreut sind. In diesen Koffer kann ich sie mit nehmen. Mit auf jede Reise. Sei es ein Wochenendtrip nach Dublin oder eine Woche Sonnenschein in Florida. Oder eines meiner vielen Festivals. Im Hotel angekommen öffne ich den Reißverschluss des magischen Koffers und sie kommen aus allen Ecken und Ritzen heraus geklettert und kommen mit mir mit. Erleben Geschichten, treffen die gleichen Menschen bekommen Emotionen und Erinnerungen. Der magische Koffer würde es möglich machen, dass ich auf die Frage „Na, wie war es?“ nicht jedes Mal einfach und kurz „Toll“ sagen würde. Einfach toll. Wie soll ich jedes Mal die ganzen Gefühle und Eindrücke erklären, die ich hatte. Die Freude, als mein Zeh das Meerwasser von Miami berührt hat, die Trauer über die Tiger im Big Cat Rescue in Tampa, die Glückseligkeit beim irischen Hausmusikabend als das Dudelsacksolo gespielt wurde. Ich möchte nicht einfach nur „Toll“ sagen. Ich möchte so gerne sagen „Weißt du noch, damals in Irland?“ Aber man kann nicht alles haben. So reise ich jedes Mal mit meinem normalen Hartschalenkoffer durch die Welt. Erlebe. Sehe. Höre. Und wünsche mir so sehr es teilen zu können. Deswegen renne ich jedes Mal rum, mache tausende Bilder schreibe hunderte Wörter, nehme ein Video auf. Weil ich alle so gerne teil haben lassen möchte. Teilhaben an einem Leben, für das ich sehr dankbar bin aber von dem ich auch weiß, dass es ein Privileg ist, so leben zu dürfen. Den magischen Koffer werde ich wohl nicht mehr erfinden können. Aber ich hoffe ich kann euch durch meinen Blog ein Stück mitnehmen.

16 Kommentare

  1. Suess geschrieben, so etwas wuensche ich mir auch, aber wie du schon sagst, man kann eben nicht alles haben. Aber weißt du was mir gerade eingefallen ist, als ich die Zeilen gelesen habe?
    Wenn du nicht alleine gereist wärst, dann hättest du vielleicht auch nicht das Erlebnis im Zug gehabt wo du folgendes geschrieben hast: „Das ruhig dasitzen und nichts machen können außer sich mit seinen Gedanken zu beschäftigen. Sich zu fragen was einem so durch den Kopf geht, wenn man Zeit hat und nicht abgelenkt wird. Ich stelle fest, dass ich verdammt glücklich bin.“
    Vielleicht waer dir dann auch gerade nicht so bewusst, das du so verdammt gluecklich bist und die Erkenntnis zu haben, ist auch ne Menge wert.

    LG aus dem sonnigen & warmen Muenchen

  2. hallo frau neder, diesen beitrag finde ich super. die festival-idee finde ich persönlich im vergleich zu den 90 betten etwas „schräg“ (falls Sie das interessiert ;-)) und ich denke bei manchen einträgen – tja bei und mit gewünschter familie irgendwann einmal ist man eben in der ersten zeit nicht wirklich flexibel, ich spreche da aus erfahrung ;) – von daher …geniessen Sie die „ausgeflippte“ zeit … die daheim-bleib-phase wird noch kommen ;-))
    grüße aus hattersheim (Sie erinnern sich? :-) m.w.

  3. Nur eins musste mir mal noch erklären. :)
    Die Unterteilung. Wann ist es Kolumne, wann Reise und wann Festival?
    Hatte nämlich vorgestern den Beitrag zum „3.Festival – St. Patricks Day Festival“ gesucht.

    Obwohls eine Reise sein könnte oder ein Festival wars unter Allgemein gelistet. Fand ich verwirrend…. habs dann über die Suche wieder gefunden.

    1. Sorry, das war ein Fehler. Allgemein sollte eigentlich nichts sein ;) Aber wenn du jeden Artikel der Reihe nach liest hast du alles ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*